Neue Solarzellen

16. Juni 2011 19:24; Akt: 16.06.2011 19:40 Print

Zwei Weltrekorde von Solarforschern

Ein einziger Weltrekord genügte den Solarenergieforschern der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt der ETH (Empa) nicht. Und so haben sie innerhalb Monatsfrist gleich mit zwei verschiedenen Typen von Solarzellen neue Bestleistungen erzielt.

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Flexible Dünnschicht-Solarzellen haben eine grosse Zukunft. (empa)

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Die flexiblen Dünnschicht-Solarzellen von Ayodhya Tiwari und seinem Team wandeln Sonnenenergie mit einem Wirkungsgrad in elektrischen Strom um, wie ihn bisher kein anderes Labor auf der Welt erreicht hat. Bei den Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid-Solarzellen (CIGS) haben die Empa-Forscher ihren eigenen Rekord um über 6 Prozent auf 18.7 Prozent gesteigert. Bei den Zellen aus Cadmium und Tellurid (CdTe) ist ihnen sogar eine Effizienzsteigerung um fast 10 Prozent auf 13.8 Prozent gelungen.
Auch wenn die experimentellen Dünnschicht-Solarzellen der Empa noch nicht ganz so effizient sind wie die heute kommerziell eingesetzten Silizium-Zellen, haben sie doch mehrere Vorteile, die ihnen eine grosse Zukunft verheissen: Sie sind 100-mal dünner und 200-mal leichter als herkömmliche Solarmodule aus Glas. Und sie sind flexibel. Dadurch müssen sie nicht mit Lastwagen und Kran angeliefert werden, sondern können bequem als zusammengerollte Folien auf das Dach getragen werden.

Und sie sind an völlig neuartigen Orten einsetzbar. So können flexible Solarzellen beispielsweise auf tragbare Elektrogeräte oder auf ganzen Hausfassaden angebracht werden.

«Damit ist die Arbeit der Forscher getan», sagt Tiwari. Der Ball liege jetzt bei der Industrie. Auf die Frage, wann seine neuen CIGS-Zellen auf dem Markt sein werden, sagt er: «In zwei bis vier Jahren. Forscher sind immer optimistisch.»

(cho)

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