Presseschau

14. Juli 2014 03:16; Akt: 14.07.2014 11:21 Print

«Ganz Deutschland ist Weltmeister»

Freude hier – Trauer da: Der Final der WM bewegt die Medien in Deutschland und Argentinien. Letztere sind auch wütend auf den Schiri. Der Rest der Welt zollt Deutschland Respekt.

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Die argentinische «Razon» fühlt sich leer nach dem Final: Der Traum sei zerschlagen worden und Argentinien stehe vor dem Nichts, findet die Zeitung. Und sie betont: Alles passierte acht Minuten vor dem Penalty-Schiessen - vielleicht hatte man also gehofft, dort wieder zu siegen? Trauer im «Clarín»: «Der Traum der Argentinier zerbrach in der Verlängerung», so die Zeitung. Für «La Nacion» ist es besonders bitter, so «nah vor dem grossen Ruhm» liegengeblieben zu sein. Doch nicht alle stürzen sich in die Tränen. Es herrscht auch Wut. Als «Dieb» bezeichnet die «Cronica» den italienischen Schiri, der einen «glasklaren Penalty» in der zweiten Halbzeit nach zehn Minuten Spiel nicht gegeben habe. Ganz sachlich hingegen «Infobae»: «Deutschland ist der neue Weltmeister: Es schlägt Argentinien in der Verlängerung.» Überschwänglicher stolz ist natürlich in den deutschen Zeitungen zu lesen: «Jaaaaa!, das ist der Titel!», freut sich der «Spiegel» und bezeichnet den Sieg als «dramatisch». Einen Rückblick mach die «Süddeutsche»: Sie zählt die Jahre auf, in denen Deutschland Weltmeister wurde - samt dem aller neusten natürlich. Der WM-Final war laut der Süddeutschen einer der intensivsten. Im Focus wird ganz einfach Goalie Neuers Satz zitiert. Man freut sich ungemein über den «lang herbeigesehnten WM-Triumph» und vierten Titel. Das Magazin betont, dass die deutsche Mannschaft mit dem Sieg Historisches geschafft habe. Überdimensional sind die Lettern natürlich in der «Bild»: «Wir sind Weltmeister», jubelt das Blatt und taucht die ganze Seite gebührlich in Gold. Respekt erhält die Deutsche Elf aus dem Rest der Welt. Deutschland habe den Titel auf südamerikanischem Boden erobert, findet die spanische «El Pais». Die französische «20 Minutes» legt die Betonung auf den vierten Sieg und lobt die Mannschaft von Kapitän Lahm. In der italienischen «Repubblica» stellt man fest, dass Deutschland nun mit Italien gleichzieht und vier WM-Titel hat. Bei den Argentiniern, so die Zeitung, hätte Higuain dreimal die goldene Gelegenheit gehabt, den Sack zu zumachen und habe es nicht geschafft. Überschwänglich die britische «Mail»,die «Super Mario» (Götze) feiert, dem von Merkel gratuliert wird - im Bild ist da aber Schweinsteiger zu sehen.

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«Traum zerschlagen: Argentinien bleibt nach dem Final ohne nichts zurück», titelt die argentinische Zeitung «La Razón» und drückt damit die Leere aus, die nach dem verlorenen Final im Land herrscht. Tränen verdrückt man in der «Clarín»: «Der Traum der Argentinier wurde in der Verlängerung zunichte gemacht.» Viel geweint wird auch in der «Nación»: «Wir bedauern von Herzen, so nah vor dem Ruhm liegenzubleiben.»

Für die Argentinier ist auch schon klar, wer schuld an der Niederlage ist: Der italienische Schiedsrichter ist der «Dieb» des Siegs. Er habe einen glasklaren Penalty in der zweiten Halbzeit nicht gegeben, als Goalie Neuer Stürmer Higuaín gefoult habe. Aber nicht in allen Zeitungen wird der Kopf hängen gelassen. Für die argentinische «Infobae» steht eines im Zentrum: «Deutschland ist Weltmeister.»

«Bild » bringt die ganz grossen Lettern

Währenddessen kann sich die deutsche Presse vor Freude kaum halten: «Dramatischer Sieg, Deutschland ist Weltmeister», titelt etwa der «Spiegel». Die «Süddeutsche Zeitung» zählt in ihrem Titel nochmal die Jahre auf, in denen der Nationalelf der Sieg gelang: '54, '74, '90 und 2014. Und die Welt nimmt gleich den Satz von Neuer auf: «Ganz Deutschland ist Weltmeister!» Die «Bild» übertrumpft natürlich wieder alle. In grossen, goldenen Lettern schreibt sie: «Wir sind Weltmeister.»

In der internationalen Presse zollt man vor allem Deutschland Respekt: «Ein vierter Stern für Deutschland», schreibt etwa die französische 20 minutes und lobt das Team um Kapitän Lahm. Götze habe den Deutschen «den Sieg geschenkt», findet die italienische «La Repubblica» und merkt an, dass Deutschland nun mit Italien gleichzieht und vier WM-Titel hat. Für die Mail Online ist Torschütze Götze ein Held. Die Zeitung bezeichnet ihn denn auch als «Super Mario». «El País» hebt hervor, dass Deutschland sich als erste europäische Mannschaft auf südamerikanischem Boden durchsetzen konnte.

TV-Quotenrekord

Der WM-Titelgewinn der deutschen Fussballnationalmannschaft hat dem deutschen Fernsehen ein neues Allzeit-Quotenhoch beschert.

34,65 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten am Sonntagabend ab 21 Uhr die Übertragung des 1:0-Siegs gegen Argentinien im WM-Finale im TV-Sender ARD. Der Marktanteil betrug 86,3 Prozent.

Die bisherige Bestquote war am Dienstag zuvor beim 7:1-Sieg im Halbfinale gegen Brasilien mit 32,57 Millionen Zuschauern gemessen worden.

Zusätzlich sahen viele Millionen Deutsche den Sieg der Nationalelf bei Public Viewings oder in Gaststätten. Sie werden bei der Messung nicht berücksichtigt.

(ann)