Achtelfinal

27. Juni 2014 00:10; Akt: 27.06.2014 07:20 Print

Algerien schreibt Fussball-Geschichte

Algerien ringt Russland beim 1:1 einen Punkt ab und steht erstmals im WM-Achtelfinal. Alexander Kokorin brachte die Russen in Führung, ehe Islam Slimani für Algerien ausglich.

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Jan Vertonghen schiesst in der zweiten Halbzeit im Guppenspiel gegen Südkorea den einzigen Treffer und sichert Belgien den souveränen Guppensieg. Den Roten Teufel» hätte dafür sogar nur ein Punkt gereicht. In der ersten Hälfte fallen keine Tore, dafür fliegt Steven Defour nach einem rabiaten Einsteigen mit der Roten Karte vom Platz. Algerien folgt Belgien in den Achtelfinal. Im Spiel gegen die Russen reicht den Nordafrikanern ein 1:1. Für sie ist es das erste Mal, dass sie die K.-o.-Phase einer WM erreichen. Die Algerier jubeln gegen Südkorea und bringen sich in der Gruppe H in eine gute Position, die Achtelfinals zu erreichen. Es ist der Auftakt zum Offensiv-Spektakel der Algerier. Islam Slimani läuft seinen koreanischen Bewachern davon und schiebt überlegt ins Netz ein. Torhüter Sung-Ryong Jung kommt gegen Rafik Halliche zu spät. Dieser bedankt sich und köpft für Algerien zum 2:0 ein. Und der Jubel der Algerier bricht nicht ab. Sie treffen bereits in der ersten Halbzeit ein drittes Mal. Die Südkoreaner resignieren - die Algerier jubeln: Das Bild der ersten Halbzeit. Südkorea zeigt in der zweiten Halbzeit viel Moral. Sie kommen wie verwandelt aus der Pause, doch die Hypothek aus dem ersten Durchgang wiegt zu schwer. Belgien bezwingt Russland 1:0. Den goldenen Treffer erzielt Divock Origi in der 88. Spielminute. Beide Teams bleiben über weite Strecken vieles schuldig. Kurz vor dem Tor trifft Kevin Mirallas nur den Pfosten. Das ist die heikelste Szene der Partie. Alderweireld holt Fayzulin im Strafraum von den Beinen, trifft aber auch den Ball. Schiedsrichter Felix Brych lässt das Spiel weiterlaufen. Phasenweise wird das Spiel mit harten Bandagen geführt. Axel Witsel bekommt hier die russische Härte zu spüren. Die belgischen Fans freuen sich im Vorfeld auf die Partie ... ... wie auch die Russischen. Die Stimmung im Maracanã ist atemberaubend. Die Russen kommen bei ihrem ersten WM-Auftritt nicht über ein 1:1 gegen Südkorea hinaus. Grosse Mitschuld trägt dabei Keeper Igor Akinfeev. Ihm geht ein einfacher Distanzschuss durch die Lappen... ...und landet im Tor. Schon in einigen Szenen davor hat der russische Schlussmann alles andere als souverän gewirkt. Doch die Freude der Südkoreaner währt nur kurz. Denn zwei Minuten später schiesst der kurz zuvor eingewechselte Alexander Kerschakow den Ausgleich. Fabio Capello, der Coach der Russen, kann mit dem Auftritt seines Teams nicht wirklich zufrieden sein. Ein Herz für Belgien: Die roten Teufel gewinnen gegen Algerien 2:1. Dries Mertens (Bild) schiesst das Siegtor. Marouane Fellaini jubelt über den 1:1-Ausgleichstreffer für Belgien gegen Algerien. Die erste Halbzeit ist ein taktisches Geplänkel zwischen den Strafräumen. Algerien geht durch ein Penaltytor von Sofiane Feghouli nach 24 Minuten 1:0 in Führung. Spezieller Jubel über die Führung.

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Dank dem 1:1 gegen Russland in Curitiba behielten die «Wüstenfüchse» in der Gruppe H den 2. Platz. Sie treffen in ihrem Achtelfinal auf Deutschland. Die Russen hingegen müssen die Heimreise antreten. Vier Jahre vor der Heim-WM haben sie eine Enttäuschung zu verkraften. Der erste Achtelfinal-Einzug an einer WM seit dem Zerfall der Sowjetunion bleibt vorerst ein Traum. Die Niederlage gegen Algerien war nicht zwingend, doch wie schon gegen Südkorea beging Torhüter Igor Akinfejew einen folgenschweren Fehler.

Bei den Algeriern hatte etwas überraschend der Captain und Abwehr-Chef Madjid Bougherra in der Startelf gefehlt. Weshalb der Leitwolf auf der Ersatzbank sass und durch Esseid Belkalem ersetzt wurde, darüber gab es zunächst keine Informationen. Lange dauerte es nicht, bis die neue Innenverteidigung Arbeit bekam, und gleich der ersten Prüfung hielt sie nicht stand.

Bereits in der sechsten Minute durften sich die Russen über eine Führung freuen. Aussenverteidiger Dimitri Kombarow hatte vom linken Flügel zur Mitte geflankt, Alexander Kokorin traf mit einem wuchtigen und platzierten Kopfball. Für den erst 23-jährigen Angreifer von Dynamo Moskau war es das erste WM-Tor. Bitter war für die Algerier, dass sie zum Zeitpunkt des Gegentreffers nur mit zehn Mann auf dem Feld gestanden hatten. Sofiane Feghouli hatte an der Seitenlinie eine Kopfverletzung behandeln lassen müssen.

Slimanis Kopfbälle

Die Partie in der Arena da Baixada verlief weitgehend ausgeglichen. Zwingende Torchancen waren lange Mangelware. Wenn die Algerier gefährlich wurden, dann vor allem bei hohen Bällen auf Sturmspitze Islam Slimani. Und exakt diese Angriffs-Methode sollte nach einer Stunde zum Erfolg führen. Nach einer Freistoss-Flanke Brahimis nickte Slimani von Sporting Lissabon am entfernten Pfosten ein. Seine Vorderleute hatten den Torschützen zwar ungenügend gedeckt, den Hauptteil der Schuld am Gegentreffer musste auf russischer Seite aber Goalie Akinfejew auf sich nehmen.

Der 28-Jährige, beim russischen Meister ZSKA Moskau Teamkollege von Steven Zuber, hatte die Flanke unterschätzt und am Ball vorbeigegriffen. Möglich, dass er durch einen grünen Laserpointer-Strahl aus dem Publikum etwas behindert wurde. Es war bereits Akinfejews zweiter grober Patzer an dieser WM. In Russlands Auftaktpartie gegen Südkorea (1:1) hatte er einen harmlosen Weitschuss passieren lassen. Im Tor hatte man vor dem Turnier keine Schwachstelle bei der «Sbornaja» vermutet, gehört doch Akinfejew zu den besten Keepern in Osteuropa.

Russland war zu keiner nennenswerten Reaktion mehr fähig. Die letzte ernsthafte Chance vergab Alexander Kerschakow in der 70. Minute.

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Algerien - Russland 1:1 (0:1)
Arena da Baixada, Curitiba. - 38'000 Zuschauer. - SR Cakir (Tür). - Tore: 6. Kokorin 0:1. 60. Slimani 1:1.
Algerien: M'Bohli; Mandi, Belkalem, Halliche, Mesbah; Medjani, Bentaleb; Feghouli, Brahimi (71. Yebda), Djabou (77. Ghilas); Slimani (91. Soudani).
Russland: Akinfejew; Koslow, Wassili Beresuzki, Ignaschewitsch, Dimitri Kombarow; Gluschakow (46. Denissow), Fajsulin; Samedow, Kokorin, Schatow (67. Dsagojew); Kerschakow (81. Kanunnikow).
Bemerkungen. Verwarnungen: 39. Mesbah. 57. Dimitri Kombarow. 59. Koslow. 87. Ghilas (alle Foul). 91. Cadamuro (Ersatzspieler/Unsportlichkeit).

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael Stoff am 26.06.2014 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Laser

    Der Laserpunkt war immer deutlich aufm russischen Torwart zu sehen. Wahrscheinlich hatte es keinen Einfluss auf das Gegentor aber nur schon aus Prinzip und der Fairness halber muss das Konsequenzen haben.

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  • Frager am 26.06.2014 23:36 Report Diesen Beitrag melden

    Torwart geblendet?

    Wurde der russisch Torwart beim Eckball zum 1:1 von einem grünen Laser geblendet oder hab ich mimr das bloss eingebildet?

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  • Tino S am 26.06.2014 23:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Laser

    Leider kann Algerien nicht nachträglich wegen unsportlichkeit und unfairness der Fans rausgeschmissen werden. Man hat gesehen dass Akinfeev(?) in dem Moment nochmals geblendet wurde, als er den Ball hätte fangen können. Diese Fans sind einfach asozial.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Theirry am 27.06.2014 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Unfaire Fans und Spieler

    Die Fans blenden den Keeper mit Laserpointern, der Auswechselspieler schlägt in der 92min den Ball weg (Kriegt zwar Gelb, aber das nützt ja nichts) und allgemein finde ich Allgerien unverdient im Achtelfinal. Gegen die Deutschen werden die zum Glück kein Land sehen, auch wenn ich denke dass es ein knapper Sieg werden wird. Ich hoffe aber auf eine 4:0 oder 6:0 Klatsche! Unfair, unsportlich....

  • rf1982 am 27.06.2014 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Deutschland blablabla

    wieder einmal das einfachste Programm für unsere nördlichen Nachbarn...dann können Sie wieder den Gegner stark reden und sich danach selbst loben, wie stark sie gespielt haben.....einfach nur noch lächerlich, wie die jeweils ins Final kommen

  • Muslim am 27.06.2014 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Jawoohll

    Schade gibt es so viele Neider nur weil Algerien ein muslimisches Land ist. Gratulation an meine muslimischen Brüder, ich hoffe ihr erwischt einen guten Tag und putzt Deutschland weg. PS: Ab morgen ist Fasten angesagt :) Go go go go

  • G.Q. Höri am 27.06.2014 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    1982

    und jetzt bitte wie 1982... als Algerien 2-1 gegen Deutschland gewann... nicht die Deutschen haben eine Rechnung offen sondern die Algerier... denn dieser Sieg brachte den Algerier gar nichts... weil sich die Deutschen und die Österreicher im letzten Spiel auf ein 1-0 für Deutschland geeinigt haben...was schlussendlich für beide die Qualifikation zur nächsten Runde bedeutete und die Algerier nach Hause mussten...

  • mr am 27.06.2014 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gijon

    jetzt gibt's die Rache für gijon!