Deutschland

05. Juli 2014 15:50; Akt: 05.07.2014 17:13 Print

Pause als Libero: Jubilar Neuer glänzt im Tor

2002 führte Oliver Kahn Deutschland als «Titan» in den WM-Final. Zwölf Jahre später avanciert Manuel Neuer mit weltmeisterlichen Taten zum grossen Rückhalt des DFB-Teams.

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In letzter Sekunde schnellte noch einmal die rechte Hand von Manuel Neuer blitzartig in die Höhe und parierte auch den gewaltigen Schuss von Karim Benzema. Es war die finale Aktion des deutschen Torhüters, der in seinem 50. Länderspiel bereits wie ein Weltmeister auftrumpfte und das knappe 1:0 als Rückhalt seiner völlig platten Vorderleute rettete.

«Ich muss den Ball halten», kommentierte der 28 Jahre alte Jubilar lässig seine gefeierte Grosstat in den letzten Sekunden eines Spiels, in dem er auf der Linie, im Strafraum und zudem als technisch versierter Spiel-Eröffner wieder beeindrucken konnte. «Bei Benzema muss ich sowieso immer damit rechnen, dass er aufs Tor schiesst, weil er schnell und gerne abschliesst. Dementsprechend bin ich auf der Hut», so Neuer.

«Insgesamt ein wahnsinnig gutes Gefühl für die Abwehr»

Nach seinem Libero-Auftritt im Achtelfinal gegen Algerien (2:1 n.V.) mit etlichen bestaunten Rettungsaktionen ausserhalb seines Strafraumes war Neuer gegen Frankreich wieder im Kerngeschäft als Goalie gefordert. Nicht nur Joachim Löw geriet nach der Viertelfinal-Partie ins Schwärmen. «Das ist insgesamt ein wahnsinnig gutes Gefühl für die Abwehr, wenn man weiss, der Torhüter ist in der Strafraumbeherrschung gut, auf der Linie überragend, ausserhalb des Strafraumes gut, fussballerisch gut.»

Löw zählt Neuer spätestens seit dessen erstem WM-Turnier 2010 in Südafrika «zu den Allerallerbesten» unter den Torhütern, wenn er nicht sogar «der Beste der Welt» sei. Der 1,93 Meter grosse Bayern-Goalie strahle «unheimlich viel Ruhe aus. Das gibt allen auf dem Platz Sicherheit», so Löw bei seiner Laudatio auf Neuer nach dem Spiel im Maracanã von Rio de Janeiro.

Vergleiche zu 2002 und «Titan» Kahn drängen sich auf

Vergleiche zu 2002 drängen sich auf, als ein überragender Oliver Kahn beim Turnier in Japan und Südkorea zum «Titan» avancierte. Nur ein einziges Tor liess Kahn damals in den ersten sechs Spielen bis zum WM-Final zu, in dem dann ausgerechnet er beim 0:2 gegen Brasilien fatal beim ersten Gegentor von Ronaldo patzte.

Neuer musste in bislang fünf Spielen in Brasilien drei Gegentreffer hinnehmen. Aber jetzt will er es am Dienstag in Belo Horizonte gegen den Rekord-Weltmeister und Gastgeber besser machen als Kahn vor zwölf Jahren. «Die Karten werden wieder neu gemischt», sagt Neuer. Die Brasilianer kennt er gut, nicht nur seinen Bayern-Kollegen Dante, der für den gesperrten Captain Thiago Silva ins Team des Gastgebers rücken könnte. Das Spiel gegen Frankreich hat Neuers Glaube an den Final-Einzug gestärkt: «Wir sind weitergekommen gegen eine gute Mannschaft. Das ist auch ein gutes Zeichen für uns.»

(sda)