Peter Gilliéron

02. Juli 2014 21:46; Akt: 03.07.2014 13:59 Print

«Ich hätte es Ottmar Hitzfeld gegönnt»

von Eva Tedesco, SãoPaulo - Peter Gilliéron hatte «Lust auf mehr», aber der SFV-Präsident zieht trotz des Ausscheidens der Schweizer Nationalmannschaft eine positive WM-Bilanz.

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Die Schweizer Brasilien-Reise endet mit der letzten Amthandlung von Ottmar Hitzfeld als Nati-Coach. Vor dem Abflug in São Paulo spricht er ein letztes Mal vor den Medien. «Ich empfinde grosse Dankbarkeit», sagt er zum Schluss. Auch Gökhan Inler nimmt sich noch ein letztes Mal in Brasilien Zeit für die Journalisten. Xherdan Shaqiri und die Schweizer sagen nach dem bitteren WM-Aus gegen Argentinien Tschüss. Und auch Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld verabschiedet sich von den Spielern und den Fans, es war für den Lörracher die letzte Partie als Trainer der Schweizer Nati. Ottmar Hitzfeld stellte sich knapp 24 Stunden vor dem Achtelfinal den Medien in São Paulo. Dabei sagte er unter anderem: «Ich vertraue meiner Verteidigung.» «Respekt haben wir vor Argentinien, aber keine Angst», sagt Captain Gökhan Inler. Auch ein lockeres Training durfte vor dem Knüller gegen die Gauchos nicht fehlen. Die Schweizer Nati verlässt ihr Lager in Porto Seguro und reist weiter nach São Paulo, wo am Dienstag der Achtelfinal gegen Argentinien stattfinden wird. Auch Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld hat seine Koffer gepackt. Zuvor absolvierte die Nati noch ein letztes lockeres Training. Angeführt von Captain Gökhan Inler hat die Schweizer Nati ihr zweitletztes Training im WM-Camp in Porto Seguro absolviert. Xherdan Shaqiri und Philippe Senderos zeigen vollen Einsatz. Nati-Goalie Diego Benaglio stellt sich an seinem freien Tag den Journalisten und gibt Auskunft, wie die Stimmung im Team ist vor dem Knüller gegen Argentinien am Dienstag. «Um gegen Argentinien bestehen zu können, braucht es einen aussergewöhnlichen Tag von jedem Einzelnen», sagt der Goalie der Nation. Auch SFV-Präsident Peter Gilliéron ist guter Dinge, dass gegen Messi und Co. ein Exploit möglich ist: «Gegen Argentinien wäre ein Sieg fällig.» Gelöste Stimmung am Tag nach dem grossen Sieg gegen Honduras. Josip Drmic demonstriert einem Journalisten den Jubel mit Xherdan Shaqiri nach dem zweiten Tor. Auch Innenverteidiger Fabian Schär, der gegen Honduras zum ersten WM-Einsatz kam, steht Rede und Antwort. In Sicherheit: Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld und Verteidiger Philippe Senderos werden während des Trainings in Porto Seguro gut bewacht. Lockeres Training für die Ersatz- und Einwechselspieler. Blerim Dzemaili (r.) erzielt ein Tor. Es ist geschafft: Die Schweizer Nati steht dank einem 3:0-Sieg gegen Honduras im WM-Achtelfinal. Mann des Spiels ist Xherdan Shaqiri, der alle drei Tore des Spiels erzielte. Trinkpause für die Nati: Im tropischen Manaus gilt es auch während des Trainings genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Xherdan Shaqiri zeigte sich zuletzt genervt von der Kritik an seiner Person, gegen Honduras kann er mit einer guten Leistung Gegensteuer geben. Erlebt er am Mittwoch sein letztes Spiel als Nati-Trainer? Ottmar Hitzfeld scheint angespannt während der Trainingseinheit in Manaus. Am Montagabend reist die Schweizer Nati nach Manaus. Mittelfeldpuncher Valon Behrami hofft, dass sich das Team am Mittwoch gegen Honduras von einer anderen Seite zeigt. Auch Xherdan Shaqiri nimmt sich Zeit, um die Fragen der Journalisten zu beantworten. Zwei Tage hatten die Nati-Stars Zeit, den Kopf durchzulüften. An einer Pressekonferenz nehmen Granit Xhaka (l.) und Blerim Dzemaili Stellung zum Frankreich-Spiel. Auf dem Weg an die Medienkonferenz stehen die Fans Spalier. Die Torhüter beim Kraftraining. Auf die Zähne beissen ist angesagt. Schwerer Gang für Ottmar Hitzfeld. Der Nati-Coach muss sich nach der 2:5-Pleite gegen Frankreich den Medien stellen. Im Training ist der Himmel über dem Platz.verheissungsvoll wolkenverhangen. Die Schweizer Akteure zeigen sich aber bemüht, nach vorne zu blicken. Im zweiten Gruppenspiel gegen Frankreich werden die Schweizer regelrecht demontiert: Les Bleus gewinnen 5:2. Bereits nach 18 Minuten liegt die Nati 0:2 hinten. Oliver Giroud und Blaise Matuidi heissen die Torschützen. Coach Ottmar Hitzfeld ist nicht zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft: «Wir haben einen rabenschwarzen Tag erwischt.» 24 Stunden vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Frankreich stellt sich Ottmar Hitzfeld noch einmal den Medien. Er ist überzeugt, dass sein Team gelöster auftreten wird als gegen Ecuador. Danach versammelt der Nationaltrainer sein Team in der Arena Fonte Nova in Salvador. Der Schweizer Assistenztrainer Michel Pont gibt den Medien gut gelaunt Auskunft. Pont mit der Radio-24-Reporterin Nora Hesse, die als Übersetzerin amtet. Die Schweizer Spieler wollen Berge versetzen - oder zumindest eine Wand verschieben. Stephan Lichtsteiner, Ricardo Rodriguez, Valon Behrami und Haris Seferovic (v.l.) posieren für die Fotografen am Strand. Lichtsteiner geniesst das Strandleben. Seferovic hat als Schweizer Siegtorschütze gegen Ecuador gut lachen. Rodriguez ist ein gefragter Mann beim Interviewtermin. Ein Hemd wäre während eines Medientermins angebracht . Zurück in Porto Seguro lässt es die Nati am Tag nach dem 2:1 über Ecuador ruhig angehen. Bis auf die Ersatzspieler, die im Training zum Schwitzen kommen. Reto Ziegler zeigt seinen Teamkollegen, dass er ein gutes Ballgefühl hat. Torschütze Haris Seferovic nimmt das Geschehen unter die Lupe. Gute Stimmung bei der Pressekonferenz bei Diego Benaglio und Johan Djourou. Die Schweiz gewinnt das WM-Auftaktspiel gegen Ecuador 2:1. Der Jubel ist riesig, schliesslich fällt das entscheidende Tor erst in der dritten und letzten Nachspielminute. Haris Seferovic ist der Schütze und wird von Coach Ottmar Hitzfeld beglückwünscht. Der Stürmer wurde erst in der 75. Minute eingewechselt. Am Tag vor dem Spiel gegen Ecuador absolviert die Nati das Abschlusstraining im Estadio Nacional in Brasilia. Auch ohne Zuschauer ist es eine imposante Kulisse. Xherdan Shaqiri übt sich in der Ballannahme. Gökhan Inler und Valon Behrami treten rund 24 Stunden vor dem ersten grossen Ernstkampf noch einmal vor die Medien. Natürlich ist auch Coach Ottmar Hitzfeld da. Der Trainer hat auch noch Zeit für ein Schwätzchen mit Bundesrat Ueli Maurer im Estadio Nacional in Brasilia. Ueli Maurer hat von der Nati ein Trikot mit Unterschriften geschenkt bekommen. Die Nati macht sich von Porto Seguro aus auf nach Brasilia. Coach Ottmar Hitzfeld trägt den Rollkoffer über den holprigen Apshalt Richtung Flugzeug. Vor dem Abflug stellt sich Xherdan Shaqiri den Medien - und zeigt sich bei der Pressekonferenz gut gelaunt. Die Vorfreude auf die Partie gegen Ecuador ist gross. Zuvor stand natürlich ein Training auf dem Platz an. Josip Drmic und Reto Ziegler stellen sich am Tag der WM-Eröffnung in Porto Seguro noch einmal der Presse. Zuvor absolviert die Nati noch eine Trainingssession. Granit Xhaka präsentiert sich mit einer neuen Frisur. Materialwart Martin Suter in seinem Element. Ordnung muss sein. Das Star-Trikot von Xherdan Shaqiri. Trainer Ottmar Hitzfeld ist vor dem WM-Start guter Dinge. Viel Trinken ist wichtig in Brasilien. Hotelangestellte in Porto Seguro schiessen ein Erinnerungsfoto mit dem Schweizer Nati-Coach. Beliebter Gesprächspartner: Nati-Captain Gökhan Inler. Gezeichnet vom Härtetest in der Mittagshitze Porto Seguros: Stephan Lichtsteiner sind die Strapazen des 60-minütigen Trainingsspiels anzusehen. Man könnte meinen, jeder Schweizer Spieler hat einen eigenen Bodyguard. Michael Lang posiert mit einem weiblichen Fan. Einwohner von Porto Seguro in der Nähe des Schweizer Traininggeländes. Rund 2000 Fans verfolgen das Training der Nati und freuten sich nicht nur am heimischen Superstar - wie der kleine Neymar-Fan. Wie in der Schweiz waren vor allem «Shaqiri»-Rufe zu hören. Porto Seguro hat sein kleines Stadion «Estadio Municipal de Porto Seguro» auf Hochglanz poliert und präsentiert der Nati einen tollen Rasenteppich. Einige Details wurden - für Brasilien nicht ungewöhnlich - erst fertiggestellt, als die Spieler von Ottmar Hitzfeld bereits beim Einlaufen waren. Sogar die Garderobentüre im Estadio Municipal zierte ein Schweizer Kreuz. Damit Shaqiri auch den richtigen Eingang findet? Die Nati zeigt sich in einem ersten öffentlichen Training dem Publikum in Porto Seguro. Fans empfangen die Schweizer Delegation in Porto Seguro. Hier hat die Hitzfeld-Truppe ihr Basis-Camp während der WM. Trainer Ottmar Hitzfeld posiert mit Kindern. Zur Begrüssung gibt es eine einheimische Show. Xherdan Shaqiri ist ein begehrter Interview-Partner. Das Resort La Torre. Soldaten sorgen für Sicherheit. Bei der Bus-Ankunft wird auch eine Schweizer Fahne geschwenkt. Die Schweizer Nati ist nach einem 12-stündigen Flug in São Paulo gelandet.

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Fehler gesehen?

Er hätte sich für die Mannschaft, den Staff, vor allem aber Trainer Ottmar Hitzfeld einen Sieg gegen Argentinien gewünscht. Doch es hatte nicht sollen sein. Zwei Minuten fehlten bis zum Penaltyschiessen gegen den zweifachen Weltmeister Argentinien. «Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon das Elfmeterschiessen im Kopf, wie wohl wir alle, die das Spiel gesehen haben. Ich hatte ziemlich viele Leute der argentinischen Verbandsspitze neben mir stehen. Die waren verzweifelt; ich musste in mich hineinschmunzeln und habe mir gedacht, dass ich begreife, wie es ihnen gehen muss.»

Statt des Penaltyschiessens musste Gilliéron in der 118. Minute das 0:1 hinnehmen und wenige Wimpernschläge später auch noch mit Entsetzen zusehen, wie der Kopfball von Blerim Dzemaili erst an den Pfosten klatschte und dann vom Bein des Schweizer Internationalen knapp am Tor vorbeirollt. «Wenn man die Fussballgötter gegen einen hat, dann hat man sie gegen einen. Aber wir hatten sie gegen Ecuador auch schon auf unserer Seite. Fussball ist so, auch wenn ich noch nie so traurig war wie am Dienstag.»

Gilliéron: «Beide Teams hätten das Weiterkommen verdient»

Das Gefühl des Ausscheidens an einer WM kennt der Berner indes. Als SFV-Funktionär machte er bereits 1994 in den USA (0:3 im Achtelfinal gegen Spanien) und 2006 in Deutschland gegen die Ukraine (im Penaltyschiessen) die gleiche Erfahrung. Nicht ganz. Denn Gilliéron hält fest: «1994 war es verdient, weil wir schlecht gespielt haben. Diesmal hätten beide Mannschaften das Weiterkommen verdient. Es klingt absurd, wenn ich jetzt sage, dass mir die Mannschaft Freude macht, denn wir haben ja verloren, aber ich bin sehr stolz auf die Leistung.»

Deshalb fällt auch die erste Bilanz des Präsidenten der WM 2014 positiv aus. «Ich wollte mehr, wir hatten Lust auf mehr, aber ich habe einmal gesagt, dass es einen Unterschied gibt bei einem Ausscheiden. Wenn man wie gegen Argentinien ausscheidet, dann kann man sagen, dass es positiv ist. Ich hätte es vor allem Ottmar Hitzfeld noch gegönnt, weiter zu kommen, aber ich denke, dass es auch für ihn schön ist, dass er sein definitiv letztes Spiel erhobenen Hauptes erleben konnte.»

Und dass, obwohl er einen Tag vor dem WM-Achtelfinal den Tod seines Bruders betrauern musste. Gilliéron: «Auch das macht seine Professionalität aus, dass er den Tod seines Bruders für das Spiel ausblenden konnte und sich nur darauf konzentriert hat. Dafür zolle ich ihm meine Hochachtung.» Der letzte Abend in Brasilien – und das ist für den SFV-Boss sicher, wird enorm emotional und auch schwierig. Zum einen wegen der Enttäuschung, aber auch, weil der Abschied von der Ära Hitzfeld gekommen ist. «Das tut weh, dass er geht. Aber der Fussball schreibt Geschichten. Sie gehen irgendwann zu Ende, doch es gibt neue, und das macht die Popularität des Fussballs aus.»

Optimismus für die Zukunft

Und die nächste Geschichte beginnt mit einem neuen Trainer, mit Vladimir Petkovic, der das schwierige Erbe von Hitzfeld übernimmt. Mit einem Bruch in der Entwicklung der noch jungen Nati rechnet der Präsident nicht. «Wir haben uns im Gespräch mit Vladimir Petkovic überzeugen können, dass er die Mannschaft sehr gut analysiert hat und sehr gut kennt. Und wir haben die Chance, dass wir in eine EM-Qualifikation gehen, in der 24 Teams qualifiziert sind und da muss für uns eine Qualifikation Pflicht sein.» Eine andere Zielformulierung sei für ihn unmöglich, wenn man den Schritt unter die Top 16 der Welt geschafft habe.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pizzaiolo am 02.07.2014 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinnig,

    dass Gilléron so dermassen ein Gönner ist.

  • Timo am 02.07.2014 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    Gilliéron und Stadelmann

    ... könnten am liebsten gerade mit Hitzfeld mit. Die beiden sind handeln höchst unprofessionell (bsp. neue Trainerwahl) und sind daher keineswegs grosse Sympathieträger!

  • saranda am 02.07.2014 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gegönnt

    Hätte es ihm und den Spielern gegönnt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • S.Balmer am 03.07.2014 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Um eigene Früchte gebracht

    Als Hitzfeld Fan hätte ich es ihm zum Abschied sehr gegönnt, leider hat er sich selbst um seine Früchte gebracht als er die letzte Einwechslung vornahm. Ein Stocker hätte in der Verlängerung viel mehr gebracht in Sachen Ball halten und Tore schiessen als der fehlbare "Pfostenschütze ."..

  • Remo am 03.07.2014 05:24 Report Diesen Beitrag melden

    Dieser Minimalist!

    Logisch, müssen sich die Herren des SFV selber auf die Schulter klopfen. Sie wollen ja bleiben. Fakt: Leichteste Qualigruppe, leichteste Vorrundengruppe, gerademal knapp als Zweiter durch (spätes Tor v die worldbeater aus Equador). Gegen ARG ein Kampf, doch die waren selber auch alles andere als Weltklasse. Absolutes Minimalziel erreicht. Und sonst? Die sollen sich ein Beispiel an kleinen Ländern wie HOL und BEL oder Chile nehmen, dann könnte man auch mal den Flughafen lahmlegen lassen. Dieser verklärten Kommentare von diesen WM-Modefans zeugen von sehr wenig Kompetenz. Und der neue Trainer?

  • W. Tell am 02.07.2014 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    know

    Ich kenne 2 die hätten es ihm nicht gegönnt :-)

  • saranda am 02.07.2014 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gegönnt

    Hätte es ihm und den Spielern gegönnt.

  • Timo am 02.07.2014 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    Gilliéron und Stadelmann

    ... könnten am liebsten gerade mit Hitzfeld mit. Die beiden sind handeln höchst unprofessionell (bsp. neue Trainerwahl) und sind daher keineswegs grosse Sympathieträger!