Alejandro Sabella

01. Juli 2014 12:40; Akt: 01.07.2014 14:24 Print

«Messi ist heute, was Maradona 1986 war»

von Eva Tedesco, São Paulo - Argentiniens Nationaltrainer Alejandro Sabella stellt Lionel Messi auf die gleiche Stufe mit Diego Maradona.

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Argentiniens Nationaltrainer Alejandro Sabella stellt Messi auf die gleiche Stufe wie Diego Maradona 1986. (Bild: Keystone/AP/Victor R. Caivano)

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Alejandro Sabella, ab sofort gilt für die WM-Teilnehmer: alles oder nichts. Hat sich Ihre Vorbereitung im Hinblick auf den Achtelfinal gegen die Schweiz deshalb verändert?
Alejandro Sabella: Wir haben nun eine Etappe vor uns, die keinen Spielraum für Fehler erlaubt. In der ersten Phase der WM hatte man die Chance einen Fehler zu korrigieren. Ab sofort nicht mehr und deshalb müssen wir im Kopf fit sein – und das sind meine Spieler.

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Lautet Ihre Marschroute gegen die Schweiz darum auch: Angriff ist die beste Verteidigung?
Ich mag Angriff, weil es bedeutet, dass man dem Gegner schaden kann. Aber entscheidend ist ein Gleichgewicht. Denn wenn man schlecht angreift, bedeutet das oft auch, dass man durch die entstehende Unordnung auch schlecht verteidigt. Eine gute Verteidigung bedeutet deshalb auch, dass man den Ball gut auffangen und nach vorne marschieren kann.

Brasiliens-Coach Scolari schwärmt von einem Modell wie es Atlético Madrid spielt. Wie sieht Ihr idealer Fussball aus?
Das ideale Modell hängt von den Spielern ab, die man zur Verfügung hat. Barcelona unter Pep Guardiola kam nahe an den perfekten Fussball heran. Die Bayern vor zwei Jahren waren eine Maschine, die alle zermalmt hat. Aber grundsätzlich kann man keine Mannschaft kopieren. Ich will eine «kurze» Mannschaft. Das heisst geringe Distanzen zwischen der Offensive und der Defensive. Eine Mannschaft, die es dem Gegner schwermacht, in unseren Strafraum zu kommen.

Dafür verfügen Sie mit Lionel Messi über einen Ausnahmekönner vor dem gegnerischen Strafraum. Ist es nicht schwierig, wenn eine Mannschaft dermassen von einer Einzelmaske abhängt?
Wir wissen, dass Messi speziell ist, und auch der Trainer muss da einen Unterschied machen. In erster Linie ist er aber ein Mensch mit Eigenheiten und die muss man so nehmen.

Messi hat an der WM bisher vier Tore erzielt und den Hauptanteil am Weiterkommen der Argentinier. Sehen Sie das auch so?
Er spielt bisher eine grossartige WM. Das habe ich von Messi und er von sich erwartet. Das haben seine Mitspieler erwartet. Das haben aber auch die Menschen in Argentinien erwartet. Ich bin glücklich, dass er die Erwartungen voll erfüllt.

Kann man Messi bereits mit dem Maradona von 1986 vergleichen?
Messi ist heute der entscheidende Mann, so wie es Maradona 1986 war.

Am Dienstag treffen Sie auf die Schweiz. Wie nehmen Sie den Gegner wahr?
Die Schweiz hat eine Mannschaft, die lange auf die gleiche Weise zusammenspielt. Sie hat einen Trainer, der ganz oben einzuordnen ist. Über die Stärken und Schwächen möchte ich hier nicht sprechen – schliesslich spielen wir gegeneinander ...

Haben Sie die Gruppenspiele der Schweiz auf Video gesehen?
Das haben wir. Es waren drei unterschiedliche Spiele, in denen die Schweiz versucht hat, ihr Spiel durchzuziehen. Die Mannschaft hat Potenzial. Aber wie gesagt, welches, will ich hier nicht sagen und über die Fehler, die ich gesehen habe, will ich auch nicht öffentlich sprechen.

In den Achtelfinals kam es bisher zweimal zum Penaltyschiessen. Welche Bedeutung kommt dem mentalen Faktor zu?
Im Hochleistungsfussball – und davon reden wir bei einer WM, der Champions League oder aber auch der Copa Libertadores – ist die mentale Ebene enorm wichtig. Wir wissen vor allem auch, wie schwierig hier die äusseren Bedingungen sind. Ich habe einmal gelesen: Ein Gramm Neuronen ist wichtiger als ein Kilogramm Muskel. Wenn also das Mentale ein Muskel wäre, dann ein ganz wichtiger.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Yannick Brunner am 01.07.2014 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ein grosser Unterschied

    Mit einem grossen Unterscheid, Messi ist nicht nur ein grossartiger Fussballer, sondern ein überaus sympathischer Mensch, der sich nicht mit permanent mit Drogen und sonstigem Nonsens beschäftigt wie dieser Maradona. Dem Messi muss man nicht einen Ferrari zu den Auswärtsspielen fliegen, damit er sich in den Innenstädten brüsten kann. Messi ist also alles andere als ein armseliger Typ wie dieser Maradona.

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  • Alaska am 01.07.2014 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Messi : Maradonna 3:0

    Bin nicht der Meinung ....... Messi ist bereits einige Stufen höher. Die SENSATIONELLE Fussballzeit dauerte bei Maradonna nie so lange wie bei Messi und die Messizukunft kommt noch .....

  • Hazard am 01.07.2014 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Messias

    Ich würde Messi sogar eine Stufe höher stellen. Zwar kann man es eigentlich kaum vergleichen, da sich der Fussball stetig verändert, aber Messi ist kompletter. Er ist Maradona in jedem Bereich überlegen, ist ein Teamplayer und ein absoluter Profi auf und neben dem Platz

Die neusten Leser-Kommentare

  • My 2 Cents am 01.07.2014 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin zwar Jahrgang 1985

    Aber Maradona ist eindeutig besser, weil er für den Fussball lebte und nicht während seiner Aktivkarriere für jedes Grossunternehmen noch Werbespots drehte. Messi hat ein krampfhaftes Saubermann-Image, welches nicht mit der Realität übereinstimmt. Er hat nicht die Klasse eines Maradonas und kann ihn höchstens imitieren.

  • Bohlen am 01.07.2014 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    jury

    Das können nur die Bewerten, die Maradonna und den Fussball von damals miterlebt haben. Alle unter 25 Jahre einfach besser mal klappen halten :)

  • Ein Fan Von Alten Tagen am 01.07.2014 14:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht wie früher

    Seit 1982 verfolge ich fussball. Stars wie früher gibts nicht mehr die sind heute zu komerzialisiert. Kinder die erwachsene spielen wollen. 1998 war die letzten echte fussball wm mit richtigen gladiatoren die 90 minuten um den sieg spielten und das leben um fussball ging und nicht nur das geld das sie besitzen. Fussball war gestern. Hoffe auf ein morgen.

  • Joel am 01.07.2014 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Armer Messi

    D.H. er wird irgendwann mal arm und fett und belächelt?

  • mardou fox am 01.07.2014 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ä?

    bei allem respekt und grössten meinungsfreiheit, kann messi maradonna nicht mal ansatzweise das wasser reichen.