WM-Fazit

03. Juli 2014 19:29; Akt: 03.07.2014 19:29 Print

Diese Nati hat ihren Zenit noch vor sich

von S. Compagno & E. Tedesco - Am Donnerstag landete die Schweizer Nati in Zürich – enttäuscht nach dem Out im WM-Achtelfinal, aber auch stolz auf das Erreichte. Der Blick in die Zukunft stimmt zuversichtlich.

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Die Schweizer Brasilien-Reise endet mit der letzten Amthandlung von Ottmar Hitzfeld als Nati-Coach. Vor dem Abflug in São Paulo spricht er ein letztes Mal vor den Medien. «Ich empfinde grosse Dankbarkeit», sagt er zum Schluss. Auch Gökhan Inler nimmt sich noch ein letztes Mal in Brasilien Zeit für die Journalisten. Xherdan Shaqiri und die Schweizer sagen nach dem bitteren WM-Aus gegen Argentinien Tschüss. Und auch Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld verabschiedet sich von den Spielern und den Fans, es war für den Lörracher die letzte Partie als Trainer der Schweizer Nati. Ottmar Hitzfeld stellte sich knapp 24 Stunden vor dem Achtelfinal den Medien in São Paulo. Dabei sagte er unter anderem: «Ich vertraue meiner Verteidigung.» «Respekt haben wir vor Argentinien, aber keine Angst», sagt Captain Gökhan Inler. Auch ein lockeres Training durfte vor dem Knüller gegen die Gauchos nicht fehlen. Die Schweizer Nati verlässt ihr Lager in Porto Seguro und reist weiter nach São Paulo, wo am Dienstag der Achtelfinal gegen Argentinien stattfinden wird. Auch Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld hat seine Koffer gepackt. Zuvor absolvierte die Nati noch ein letztes lockeres Training. Angeführt von Captain Gökhan Inler hat die Schweizer Nati ihr zweitletztes Training im WM-Camp in Porto Seguro absolviert. Xherdan Shaqiri und Philippe Senderos zeigen vollen Einsatz. Nati-Goalie Diego Benaglio stellt sich an seinem freien Tag den Journalisten und gibt Auskunft, wie die Stimmung im Team ist vor dem Knüller gegen Argentinien am Dienstag. «Um gegen Argentinien bestehen zu können, braucht es einen aussergewöhnlichen Tag von jedem Einzelnen», sagt der Goalie der Nation. Auch SFV-Präsident Peter Gilliéron ist guter Dinge, dass gegen Messi und Co. ein Exploit möglich ist: «Gegen Argentinien wäre ein Sieg fällig.» Gelöste Stimmung am Tag nach dem grossen Sieg gegen Honduras. Josip Drmic demonstriert einem Journalisten den Jubel mit Xherdan Shaqiri nach dem zweiten Tor. Auch Innenverteidiger Fabian Schär, der gegen Honduras zum ersten WM-Einsatz kam, steht Rede und Antwort. In Sicherheit: Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld und Verteidiger Philippe Senderos werden während des Trainings in Porto Seguro gut bewacht. Lockeres Training für die Ersatz- und Einwechselspieler. Blerim Dzemaili (r.) erzielt ein Tor. Es ist geschafft: Die Schweizer Nati steht dank einem 3:0-Sieg gegen Honduras im WM-Achtelfinal. Mann des Spiels ist Xherdan Shaqiri, der alle drei Tore des Spiels erzielte. Trinkpause für die Nati: Im tropischen Manaus gilt es auch während des Trainings genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Xherdan Shaqiri zeigte sich zuletzt genervt von der Kritik an seiner Person, gegen Honduras kann er mit einer guten Leistung Gegensteuer geben. Erlebt er am Mittwoch sein letztes Spiel als Nati-Trainer? Ottmar Hitzfeld scheint angespannt während der Trainingseinheit in Manaus. Am Montagabend reist die Schweizer Nati nach Manaus. Mittelfeldpuncher Valon Behrami hofft, dass sich das Team am Mittwoch gegen Honduras von einer anderen Seite zeigt. Auch Xherdan Shaqiri nimmt sich Zeit, um die Fragen der Journalisten zu beantworten. Zwei Tage hatten die Nati-Stars Zeit, den Kopf durchzulüften. An einer Pressekonferenz nehmen Granit Xhaka (l.) und Blerim Dzemaili Stellung zum Frankreich-Spiel. Auf dem Weg an die Medienkonferenz stehen die Fans Spalier. Die Torhüter beim Kraftraining. Auf die Zähne beissen ist angesagt. Schwerer Gang für Ottmar Hitzfeld. Der Nati-Coach muss sich nach der 2:5-Pleite gegen Frankreich den Medien stellen. Im Training ist der Himmel über dem Platz.verheissungsvoll wolkenverhangen. Die Schweizer Akteure zeigen sich aber bemüht, nach vorne zu blicken. Im zweiten Gruppenspiel gegen Frankreich werden die Schweizer regelrecht demontiert: Les Bleus gewinnen 5:2. Bereits nach 18 Minuten liegt die Nati 0:2 hinten. Oliver Giroud und Blaise Matuidi heissen die Torschützen. Coach Ottmar Hitzfeld ist nicht zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft: «Wir haben einen rabenschwarzen Tag erwischt.» 24 Stunden vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Frankreich stellt sich Ottmar Hitzfeld noch einmal den Medien. Er ist überzeugt, dass sein Team gelöster auftreten wird als gegen Ecuador. Danach versammelt der Nationaltrainer sein Team in der Arena Fonte Nova in Salvador. Der Schweizer Assistenztrainer Michel Pont gibt den Medien gut gelaunt Auskunft. Pont mit der Radio-24-Reporterin Nora Hesse, die als Übersetzerin amtet. Die Schweizer Spieler wollen Berge versetzen - oder zumindest eine Wand verschieben. Stephan Lichtsteiner, Ricardo Rodriguez, Valon Behrami und Haris Seferovic (v.l.) posieren für die Fotografen am Strand. Lichtsteiner geniesst das Strandleben. Seferovic hat als Schweizer Siegtorschütze gegen Ecuador gut lachen. Rodriguez ist ein gefragter Mann beim Interviewtermin. Ein Hemd wäre während eines Medientermins angebracht . Zurück in Porto Seguro lässt es die Nati am Tag nach dem 2:1 über Ecuador ruhig angehen. Bis auf die Ersatzspieler, die im Training zum Schwitzen kommen. Reto Ziegler zeigt seinen Teamkollegen, dass er ein gutes Ballgefühl hat. Torschütze Haris Seferovic nimmt das Geschehen unter die Lupe. Gute Stimmung bei der Pressekonferenz bei Diego Benaglio und Johan Djourou. Die Schweiz gewinnt das WM-Auftaktspiel gegen Ecuador 2:1. Der Jubel ist riesig, schliesslich fällt das entscheidende Tor erst in der dritten und letzten Nachspielminute. Haris Seferovic ist der Schütze und wird von Coach Ottmar Hitzfeld beglückwünscht. Der Stürmer wurde erst in der 75. Minute eingewechselt. Am Tag vor dem Spiel gegen Ecuador absolviert die Nati das Abschlusstraining im Estadio Nacional in Brasilia. Auch ohne Zuschauer ist es eine imposante Kulisse. Xherdan Shaqiri übt sich in der Ballannahme. Gökhan Inler und Valon Behrami treten rund 24 Stunden vor dem ersten grossen Ernstkampf noch einmal vor die Medien. Natürlich ist auch Coach Ottmar Hitzfeld da. Der Trainer hat auch noch Zeit für ein Schwätzchen mit Bundesrat Ueli Maurer im Estadio Nacional in Brasilia. Ueli Maurer hat von der Nati ein Trikot mit Unterschriften geschenkt bekommen. Die Nati macht sich von Porto Seguro aus auf nach Brasilia. Coach Ottmar Hitzfeld trägt den Rollkoffer über den holprigen Apshalt Richtung Flugzeug. Vor dem Abflug stellt sich Xherdan Shaqiri den Medien - und zeigt sich bei der Pressekonferenz gut gelaunt. Die Vorfreude auf die Partie gegen Ecuador ist gross. Zuvor stand natürlich ein Training auf dem Platz an. Josip Drmic und Reto Ziegler stellen sich am Tag der WM-Eröffnung in Porto Seguro noch einmal der Presse. Zuvor absolviert die Nati noch eine Trainingssession. Granit Xhaka präsentiert sich mit einer neuen Frisur. Materialwart Martin Suter in seinem Element. Ordnung muss sein. Das Star-Trikot von Xherdan Shaqiri. Trainer Ottmar Hitzfeld ist vor dem WM-Start guter Dinge. Viel Trinken ist wichtig in Brasilien. Hotelangestellte in Porto Seguro schiessen ein Erinnerungsfoto mit dem Schweizer Nati-Coach. Beliebter Gesprächspartner: Nati-Captain Gökhan Inler. Gezeichnet vom Härtetest in der Mittagshitze Porto Seguros: Stephan Lichtsteiner sind die Strapazen des 60-minütigen Trainingsspiels anzusehen. Man könnte meinen, jeder Schweizer Spieler hat einen eigenen Bodyguard. Michael Lang posiert mit einem weiblichen Fan. Einwohner von Porto Seguro in der Nähe des Schweizer Traininggeländes. Rund 2000 Fans verfolgen das Training der Nati und freuten sich nicht nur am heimischen Superstar - wie der kleine Neymar-Fan. Wie in der Schweiz waren vor allem «Shaqiri»-Rufe zu hören. Porto Seguro hat sein kleines Stadion «Estadio Municipal de Porto Seguro» auf Hochglanz poliert und präsentiert der Nati einen tollen Rasenteppich. Einige Details wurden - für Brasilien nicht ungewöhnlich - erst fertiggestellt, als die Spieler von Ottmar Hitzfeld bereits beim Einlaufen waren. Sogar die Garderobentüre im Estadio Municipal zierte ein Schweizer Kreuz. Damit Shaqiri auch den richtigen Eingang findet? Die Nati zeigt sich in einem ersten öffentlichen Training dem Publikum in Porto Seguro. Fans empfangen die Schweizer Delegation in Porto Seguro. Hier hat die Hitzfeld-Truppe ihr Basis-Camp während der WM. Trainer Ottmar Hitzfeld posiert mit Kindern. Zur Begrüssung gibt es eine einheimische Show. Xherdan Shaqiri ist ein begehrter Interview-Partner. Das Resort La Torre. Soldaten sorgen für Sicherheit. Bei der Bus-Ankunft wird auch eine Schweizer Fahne geschwenkt. Die Schweizer Nati ist nach einem 12-stündigen Flug in São Paulo gelandet.

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Doch zuerst ein kurzer Blick zurück, genauer auf die 121. Minute in diesem denkwürdigen WM-Achtelfinal zwischen der Schweiz und Argentinien. Blerim Dzemaili trifft per Kopf den Pfosten, der Ball springt an sein Knie und von dort ins Aus. Argentinien bringt den 1:0-Vorsprung mit allem Glück der Welt über die Zeit. «El palo de Dios», der Pfosten Gottes, schreibt die argentinische Zeitung «Olé» und dankt dem Lieben Gott bzw. Papst Franziskus als seinem Stellvertreter auf Erden für die glückliche Fügung. Ein Kalauer, der deutlich macht, wie gross die Erleichterung am Rio de la Plata ist, gegen einen derart gut organisierten, unangenehmen Gegner im Turnier geblieben zu sein.

Unsere Nati hat an dieser WM eine eindrückliche Visitenkarte abgegeben. Ihr Ausscheiden kam zu früh. Doch statt dieser 121. Minute nachzutrauern, sollten wir den Blick nach vorn richten. Der abtretende Ottmar Hitzfeld überlässt seinem Nachfolger Vladimir Petkovic ein bestelltes Feld. Mit einem Altersdurchschnitt von 25 Jahren war die Schweiz die viertjüngste Mannschaft in Brasilien. Alle Leistungsträger bleiben an Bord. Anders als 2006 (Vogel) und 2010 (Huggel, Nkufo, Magnin) zeichnet sich dieses Mal kein Rücktritt ab. Die Achse der Mannschaft mit Goalie Diego Benaglio, Abwehrchef Steve von Bergen und den Mittelfeldpunchern Gökhan Inler und Valon Behrami ist rund 30 Jahre alt, wie auch Stephan Lichtsteiner. Diese Spieler werden vielleicht keine Weltmeisterschaft mehr im Vollbesitz ihrer Kräfte erleben, aber die Euro 2016 in Frankreich bleibt ein Ziel.

Der Rest ist jung, wild und sexy. Der wirblige Xherdan Shaqiri, der überragende Ricardo Rodriguez, der hochtalentierte Josip Drmic, sie alle sind noch keine 23 Jahre alt. Sie alle haben ihre besten Jahre noch vor sich.

Petkovic darf sich auf ein starkes Kollektiv freuen

Vladimir Petkovic übernimmt von Ottmar Hitzfeld ein funktionierendes Kollektiv. Es wird interessant sein, zu beobachten, wie er damit umgeht. Petkovic gilt als Anhänger einer Dreierabwehr. So liess er bei YB spielen, so feierte er mit Lazio Rom den italienischen Cup-Sieg. Doch er wird sich hüten, alles auf den Kopf zu stellen. Das erste Länderspiel des schweizerisch-kroatischen Doppelbürgers wird am 8. September in Basel gegen England sein. Dann geht es schon um die EM-Qualifikation. Petkovic dürfte mit der gleichen Mannschaft auftreten, die am Dienstag die Argentinier an den Rand der Verzweiflung brachte.

Später aber wird er seine eigenen Ideen einfliessen lassen. Es sind Ideen eines offensiven, unterhaltsamen Fussballs, gespielt von einer technisch starken, taktisch hervorragend ausgebildeten Mannschaft. Die Tränen von São Paulo sind getrocknet, der Blick nach vorn ist hell und klar. Diese Nati hat uns nicht zum letzten Mal begeistert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Danny B. am 03.07.2014 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Bescheidenheit ist das Problem

    Seit doch nicht immer so selbstgefällig und schnell zufrieden! So wird man nie zu einer grossen Fussballnation. An der Grösse der Schweiz liegt das Versagen bestimmt nicht. Uruguay hat nicht mal halb so viele Einwohner und war schon 2mal Weltmeister, Costa Rica und Belgien sind momentan im Viertelfinal, etc.

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  • Bruno S. am 03.07.2014 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Spieler

    Jetzt endlich neue Jungs rein wie Schwegler, Lustenberger, Klose und Kasami! Und die in die Mannschaft einbauen.

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  • Nick am 03.07.2014 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Freue mich darauf...

    ...noch mehr solche engegierten Spiele zu sehen wie die letzten zwei!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Enrico am 04.07.2014 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klar

    Weil sie EIN gutes Spiel an der WM gemacht haben??? Kommt mal runter - seid ja fast wie die Deutschen.

  • Hans Weiss am 04.07.2014 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erreicht...

    Zenit = Achtelfinal

  • Tzzzzz am 04.07.2014 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Steve von Bergen. Wie geht es ihm ?

    Warum wird darüber kein Wort verloren ? Ich verstehe das nicht. Er ist eine Säule in der Nati, aber nieman berichtet über seine Verletzung. Tssss

  • Gerhard Boegli am 04.07.2014 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Mittelfeldpuncher Inler, habe ich da

    was verpasst! Inler müsste der Antreiber sein ist aber leider dazu nicht fähig. Unter Petkovic werden es einige wie Djourou, Senderos, Inler sehr schwer haben.

    • redrock am 04.07.2014 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      keine ahnung 

      inler hat eine überragende wm gespielt, ausser gegen die franzosen natürlich. seine leistung gegen argentinien war fantastisch

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  • Kuller am 04.07.2014 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Weiss nicht, was ich von Petkovic

    halten soll. Jedenfalls hat er Schwein, und übernimmt ein gutes Reservoir an Spielern. Kommt Zeit, kommt Einsicht.