Weltklasse-Leistung

02. Juli 2014 10:34; Akt: 02.07.2014 10:44 Print

Jetzt ist Rodriguez reif für die ganz Grossen

Ricardo Rodriguez zeigte an der WM in Brasilien eine bärenstarke Leistung. Der 21-jährige Linksverteidiger könnte bald bei einem Grossklub landen.

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Die Karriere von Ricardo Rodriguez Der Linksverteidiger unterschreibt im Sommer 2017 bei der AC Milan einen 4-Jahres-Vertrag. Im Januar 2012 wechselte Ricardo Rodriguez vom FCZ zu Wolfsburg. In den letzten zweieinhalb Jahren wurde der Linksverteidiger mit diversen Spitzenclubs in Europa in Verbindung gebracht. Am 7. Oktober 2016 im WM-Qualifikationsspiel gegen Ungarn (3:2) ist es endlich so weit: Der Linksverteidiger erzielt mit einer herrlichen Direktabnahme sein erstes A-Länderspiel-Tor. Das hat gedauert! Am 9. November 2013 schiesst Rodriguez beim 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund sein erstes Bundesliga-Tor. Seine Freistoss-Flanke fliegt an Freund und Feind vorbei in die entfernte Torecke. Mittlerweile sind zwei weitere Treffer hinzugekommen. : Mit 23 Jahren gehört Ricardo Rodriguez zu den besten Linksverteidigern der Welt. Der Sohn eines Spaniers und einer Chilenin hat das Interesse verschiedener Grossclubs auf sich gezogen. Der Stern von Ricardo Rodriguez geht im November 2009 auf. Der Linksverteidiger mit drei Pässen (Schweiz, Spanien, Chile) wird mit der Schweizer U17 in Nigeria Weltmeister. Am 5. April 2010 bestreitet Rodriguez mit 17 Jahren sein erstes Spiel in der Super League und freut sich mit Torschütze Admir Mehmedi über einen 3:2-Sieg im Derby gegen die Grasshoppers. Der Linksverteidiger macht sich rasch einen Namen als gefährlicher Freistoss-Schütze. In der Qualifikation zur Champions League 2010/11 scheitert der FCZ zwar am grossen FC Bayern. Rodriguez' Leistung gegen Arjen Robben (l.) jedoch sorgt auch in Deutschland für Aufsehen. Mit 19 Jahren wechselt Ricardo Rodriguez im Januar 2012 in die Bundesliga zum VfL Wolfsburg. Dort erarbeitet sich der Landsmann von National-Keeper Diego Benaglio innert kurzer Zeit einen Stammplatz auf der linken Abwehrseite. Mit einer Ablösesumme von rund 10 Millionen Franken war und ist Ricardo Rodriguez der teuerste Spieler, den der FCZ je verkauft hat. Dafür lässt Präsident Ancillo Canepa gern einen Blumenstrauss springen. Bis kurz vor der Winterpause 2013/14 hat Ricardo Rodriguez für den VfL Wolfsburg insgesamt 57 Bundesliga-Spiele bestritten. Wie stark der Schweizer spielt, lässt sich unter anderem an der Kartenstatistik ablesen: Rodriguez wird nur zweimal verwarnt. Detail am Rande. Der Verteidiger schiesst ausschliesslich mit seinem linken Fuss. Aber er schreibt mit rechts. Rodriguez spielt eine hervorragende WM in Brasilien. Diverse Topklubs buhlen um den Schweizer, der sich aber für eine Vertragsverlängerung in Wolfsburg entscheidet. Rodriguez unterschreibt einen Vertrag bis 2019. Das Papier enthält eine fixe Ablösesumme von 36 Millionen Euro. Sollte der VfL Wolfsburg die Champions League verpassen, reduziert sich der Betrag auf 26 Millionen.

Die Karriere von Ricardo Rodriguez.

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Fehler gesehen?

Der Abschlag von Diego Benaglio, der Ballverlust von Stephan Lichtsteiner gegen Rodrigo Palacio, der Energieanfall von Lionel Messi, die vergebliche «Blutgrätsche» von Fabian Schär, Messis Querpass zu Angel Di María. Und der Abschluss, der aus Schweizer Sicht alles kaputtmachte, was sich der Aussenseiter gegen den Titelfavoriten in über 117 Minuten leidenschaftlicher Arbeit aufgebaut hatte.

Angel Di María traf, jener Argentinier, dem man in der Verlängerung, vielleicht neben dem stets unberechenbaren Captain Lionel Messi, am ehesten einen Lucky Punch zugetraut hätte. Wie im Champions-League-Final gegen Atlético war der Flügelspieler von Real Madrid eine Art menschliches Perpetuum mobile. Abnützungserscheinungen der kräfteraubenden Partie, so schien es zumindest, waren bei Di María nicht zu erkennen.

«Sonst hätte ich einen Fehler gemacht»

Der 22. und letzte Torschuss der Argentinier, 2:30 Minuten vor Ablauf der Overtime, führte zur Entscheidung. Di Marias zehnter Länderspiel-Treffer setzte den Schweizer WM-Hoffnungen ein bitteres Ende. Vielleicht war es Ironie des Schicksals, dass sich der Schweizer Gegenspieler des Torschützen, Ricardo Rodriguez, just im entscheidenden Augenblick für einmal nicht mit ihm duellierte. «Ich musste nach dem Fehler im Mittelfeld und dem Pass zu Messi die Innenbahn zumachen», erklärte Rodriguez, der beste Schweizer Feldspieler. «Ansonsten hätte ich einen Fehler gemacht.»

Das hätte nicht ins Bild gepasst, das der stoische Linksfuss in São Paulo und generell an dieser WM ablieferte. Denn was der Wolfsburger Verteidiger allein im Achtelfinal gegen Champions-League-Gewinner Di Maria bot, verdiente das Prädikat «Weltklasse». Rodriguez eroberte sich gemäss Fifa-Statistik elf Bälle zurück, setzte zu vier (erfolgreichen) Tacklings an und lief fast 12,3 Kilometer, minim weniger als Di María (knapp 12,6 km). Mehrheitlich hatte Rodriguez mit ihm zu tun, er machte ihm das Leben wohl schwerer als vorgestellt. Nur am Tor konnte er ihn nicht hindern, aus taktischen Gründen.

ManUnited, Real?

Womöglich ist es in Zukunft nur noch in Länderspielen gegen Argentinien vonnöten, dass Rodriguez gegen Di María verteidigt. Die Leistungen des 21-Jährigen aus Zürich-Schwamendingen an der WM in Brasilien lassen darauf schliessen, dass er in absehbarer Zeit zu einem der ganz grossen Klubs wechseln wird. Dieser Verein könnte Manchester United heissen, vielleicht aber auch Real Madrid. Dort spielt seit 2010 auch Angel di María.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leonardo am 02.07.2014 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grande Rici!

    An alle Fussball-Experten die Rici kritissiert haben!! Das war die Antwort auf dem Platz!! Grande Rici Bravo!!

  • Holla am 02.07.2014 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Er soll nur aufpassen, dass er dann

    wirklich spielen kann. Top ist er.

  • Mensch am 02.07.2014 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt?

    Wenn jemand seine Spiele bei Wolfsburg angeschaut hätte wüsste er, dass dies nicht jetzt dank der WM so ist...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Christian Graf am 02.07.2014 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liverpool 

    Rodriguez wird für 32 Mio zu Liverpool wechseln.

  • lucie am 02.07.2014 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hallo Rody..

    würde dich am liebsten bei juve sehen.. ich wünsche dir viel erfolg!!

  • ENU am 02.07.2014 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ersatzspieler

    Bei den ganz Grossen Ersatzspieler zu sein bringt gar nichts darum pass auf deine Zukunft auf.......Geld allein kann's ja auch nicht sein.

  • FCB am 02.07.2014 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wo sonst?

    Bayern ist sowieso auf dem suche einer verteidiger. er wird dort landen

  • Tobi am 02.07.2014 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    sky sei dank

    jedes wochenende schau ich die buli, und sorry, für mich ist rodriguez durchschnitt, einer von vielen, ganz vielen, aber das ist ansichtsache.