Trainer Hitzfeld

02. Juli 2014 15:28; Akt: 02.07.2014 15:28 Print

Mit «Gottmar» geht ein ganz Grosser

Der WM-Achtelfinal gegen Argentinien ist Ottmar Hitzfelds letztes Spiel als Trainer. Ein Rückblick auf 31 Jahre an der Seitenlinie.

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Von 1971 bis 1975 spielt Ottmar Hitzfeld beim FC Basel, mit dem er zweimal Meister wird. Danach zieht es ihn zum VfB Stuttgart, wo er beim 8:0-Cupsieg gegen Regensburg sechs Tore schiesst, was bis heute Rekord ist. Seine aktive Spielerkarriere lässt Hitzfeld in der Schweiz bei Lugano und Luzern ausklingen. Hitzfelds erste Trainerstation ist beim SC Zug. 1983 wird er mit den Zentralschweizern NLB-Meister. Danach zieht es ihn zum FC Aarau, wo er 1985 den Cupsieg feiert (Bild). Von 1988 bis 1991 trainiert Hitzfeld die Zürcher Grasshoppers. Mit GC wird er zweimal Meister und zweimal Cupsieger. 1991 zieht es Hitzfeld in die Bundesliga zu Borussia Dortmund. Er führt den BVB zu zwei Meistertiteln und gewinnt 1997 die Champions League. Danach arbeitet er ein Jahr als Sportdirektor bei Dortmund. Von 1998 bis 2004 ist Hitzfeld Trainer bei Bayern München. In dieser Zeit gewinnen die Bayern die Champions League, vier Meistertitel, zwei DFB-Pokale und einmal den Weltpokal. Hitzfeld legt eine dreijährige Pause ein, ehe er 2007 für etwas mehr als eine Saison zurückkehrt und 2008 den Double-Gewinn feiert. Nach der EM 2008 übernimmt Hitzfeld die Schweizer Fussball-Nati von Köbi Kuhn. Hitzfeld führt die Schweiz an die WM 2010 und 2014. Die Qualifikation für die EM 2012 wird nicht geschafft. Am 17. Oktober 2013 gibt Hitzfeld bekannt, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängert. Er wird nach der WM 2014 in den Ruhestand treten. Der WM-Achtelfinal am 1. Juli 2014 gegen Argentinien ist Hitzfelds letztes Spiel als Trainer. Die Schweiz verliert 0:1 nach Verlängerung.

Ottmar Hitzfelds Karriere.

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Ottmar Hitzfeld vergoss nach dem bitteren WM-Aus der Schweiz gegen Argentinien ein paar Tränen. Es war seine letzte Partie als Trainer, und er musste nicht nur den Tod seines Bruders Winfried verkraften, sondern auch die 0:1-Pleite.

«Ich habe in den letzten drei Minuten noch einmal alles erlebt, was im Trainerleben möglich ist», bilanzierte Hitzfeld. «Solche Emotionen erlebt man nur im Fussball.» Und: «Ich bin stolz auf meine Laufbahn und kann mich erhobenen Hauptes verabschieden.» Tatsächlich kann das der 65-jährige studierte Mathematik- und Sportlehrer aus Lörrach nahe der Schweizer Grenze.

Immer ein Bezug zur Schweiz

Hitzfelds erste Trainerstation war 1983 beim SC Zug. Aarau und GC folgten. Danach wagte sich Hitzfeld ins Haifischbecken Bundesliga. Borussia Dortmund und Bayern München hiessen seine Adressen. Insgesamt gewann «Gottmar», wie er wegen seiner Erfolge genannt wird, als Klubtrainer 9 Meistertitel und feierte 6 Cupsiege. Zudem triumphierte er 1997 mit Dortmund und 2001 mit Bayern in der Champions League.

Nach der EM 2008 übernahm Hitzfeld die Schweizer Nationalmannschaft. Er führte sie an die WM-Endrunden 2010 in Südafrika und Brasilien 2014. Die Qualifikation für die EM 2012 in Polen und der Ukraine wurde verpasst. Von 61 Spielen unter dem erfolgreichsten Nati-Coach gewann die Schweiz 30 Partien, spielte 18-mal Unentschieden und musste 13-mal als Verlierer vom Platz. Unvergessen ist auch die 1:2-Jahrhundertpleite 2008 gegen Luxemburg. In Zukunft wird Hitzfeld als TV-Experte in Deutschland arbeiten.

(heg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • depechemen Mode am 02.07.2014 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt!

    Ein wunderbarer Mensch mit Qualitäten die man nicht kaufen kann. Meinen vollsten Respekt und alles Gute in dem was Du weiter verfolgen wirst.

  • Pascale am 02.07.2014 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Ottmar

    Ich werde ihn vermissen.

  • Lörracher22 am 02.07.2014 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Danke,Danke,Danke

    Ottmar Hitzfeld ist ein ganz Großer! Ich bin weder Schweizer, noch Bayern-Fan aber trotzdem ziehe ich meinen Hut vor einem Trainerhelden. Als Deutscher wünsche ich mir Otti als Nachfolger von Jogi. Dies ist aber leider eher unwahrscheinlich. Mit seinen Spielern geht er immer Sachlich und Ruhig um, wird nie laut und baut somit auch formschlechte Spieler wieder auf. Und nochmal: Danke Ottmar!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Luzern am 02.07.2014 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht an der Euro

    Zum Glück ist Alex Frei freiwillig gegangen sonst würde ihn Hitzfeld weiterhin einsetzen! Nein, Hitzfeld war kein erfolgreicher Trainer, mit ihm schafften wir es nicht an die Euro im 2012, und dass wir in Brasilien waren, ist der extrem schwachen Gruppe zu verdanken.

    • Hopp schwitz am 02.07.2014 23:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ein wahrer Fan

      Mit dem Spielerpool das wir besitzen hat Herr Hitzfeld sehr viel herausgeholt ! Das mit Frei/Streller finde ich bis heute eine riesen Schande! 2 super Stürmer, die immer kämpften, und von sogenannten Fans wie sie rausgeekelt wurden... Etwas das nur hier in der Schweiz möglich ist... Mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahre kann die Mannschaft sich jetzt toll entwickeln! Ottmar hinterlässt eine intakte Mannschaft an Petkovic.

    • Phillio am 03.07.2014 09:54 Report Diesen Beitrag melden

      Danke Peter!

      Du bringst es auf den Punkt! Endlich mal einer, der kritisch aber doch realistisch urteilt! Dazu kommt noch das peinliche WM-Out 2010.

    • Jürg am 03.07.2014 11:43 Report Diesen Beitrag melden

      Gottmar

      Der BESTE Nati-Trainer den wir je hatten! Er hat mit der Schweiz mehr erreicht als z.B. England oder Italien (in der extrem schwachen Gruppe mit Costa Rica!)!

    • Uriah Heep am 04.07.2014 13:00 Report Diesen Beitrag melden

      Denken Glücksache??

      Peter Luzern und Phillio: Da muss man wirklich dazu stehen, dass Ottmar Hitzfeld eigentlich wenig bis nichts erreicht hat. Denkt man an frühere Trainer und die Hammergruppen, die diese zusammen mit unsereren Mannen gebodigt haben, an jeder WM und EM rfolgreich teilnahmen und teilweise bis in's Halbfinale vorstiessen, so war das von Hitzfeld kein Ruhmesblatt. Mit Petkovic und eurer Unterstützung werden wir bestimmt Europa- und Weltmeister,;-(((

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  • klartexter am 02.07.2014 20:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht die beste Ära

    Naja nicht gleich übertreiben. Hitzfeld hat in 6 Jahren nicht wirklich viel erreicht mit der Nati. Zwei, drei tapfere Spiele, die man dann heroisch verliert, reichen nicht. Ich habe mehr erwartet von diesem hochgelobten Trainer und diesem Team, das als das beste seit jeher gilt. Vieles war vorgespurt, das Niveau konnte gehalten werden, aber entscheidend vorwärts kam Hitzfeld nicht. Ich sehe die Jahre 2002-2008 als die Jahre, die die Richtungsänderung brachten.

    • Giancarlo am 02.07.2014 21:19 Report Diesen Beitrag melden

      Verjüngung perfekt gelungen!

      Hey, "klartexter", im Fussball ist es immer noch so, dass die Spieler auf dem Feld spielen, nicht der Trainer. Würdest du nur ein klein wenig recherchieren, so wüsstest du, dass wir trotz Talenten und U-Titeln nirgends hinkamen. Hitzfeld hat die Jungen integriert und die Mannschaft sehr viel weiter gebracht. Die Integration ist perfekt gelungen, denn wir haben die 4.-jüngste Mannschaft (!!) und haben Argentinien fast besiegt. Nur durch spielerisches Unvermögen (nicht Hitzfeld!) schossen wir keine Tore! Die Zukunft sieht gut aus!

    • Pheelo am 03.07.2014 10:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Giancarlo

      Wenn einer eine Verjüngung herbeigeführt hat, dann wohl Kuhn. Wenn du richtig recherchieren würdest, so wüsstest du, dass Benaglio, Senderos, Djourou, Lichtsteiner, Behrami, Inler, Barnetta und Fernandes bereits im Euro 08-Kader standen und von denen standen deren 6 auf dem Platz gegen Argentinien! Dass Spieler nicht ewig spielen können und man Junge nachziehen muss, ist ja logisch.

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  • Kuby Kuhn am 02.07.2014 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt aber los !

    Überbewertet ist das ganze ja schon. Hitzfeld hats gleich weit wie Köbi Kuhn gebracht und der war sicher einiges billiger. Darum hört auf mit Jubelgesänge auf Hitzfeld der nur ein grosser Sieg gegen Spanien vorweisen kann ( und doch nichts genützt hat) . Auch die meisten Spiele unter Hitzfeld waren trostlos. Hoffentlich gibt es jetzt die WENDE !!

    • FaktenCheck am 02.07.2014 21:02 Report Diesen Beitrag melden

      FIFA-Weltrangliste 2014

      Ottmar Hitzfeld hat die Schweiz in den letzten 4 Jahren auf Platz 6 der FIFA-Weltrangliste 2014 gebracht. Auf gut Deutsch: Nur 5 Mannschaften haben mehr Nationalmannschaftspiele mehr gewonnen, als die Schweiz.

    • Supersach am 02.07.2014 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Dankä

      Schämen sie sich für diesen niedergeschriebenen schund... :) Danke herrn hitzfeld für alles - der schweizer fussball konnte profitieren!

    • Gottmar Fan am 02.07.2014 21:25 Report Diesen Beitrag melden

      Danke für alles, Ottmar!

      Auch einer mit wenig Ahnung... Köbi hat die Spieler eingesetzt, die er hatte. Ottmar hat die jungen wilden eingebaut und zu einer Top-Mannschaft geformt. Eine strategische und taktische Meisterleistung. Die "grossen" Trainer in Italien, Spanien, England, etc. haben das nicht geschafft und stehen vor einem Scherbenhaufen. Ottmar hinterlässt uns eine starke und v.a. sehr junge und eingespielte Truppe! Geniale Meisterleistung und höher einzustufen als die Champions-League Titel! In vier Jahren wird unsere Mannschaft gereift sein und wohl ganz grosses Kino spielen. Supergiganuklearen Dank, Ottmar!

    • Anita am 02.07.2014 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ganz genau

      Habe zwar fast keine ahnung vom Fussball, aber bin in der gleiche meinung ! Die Jungen haben jezt ihre erste erfahrung gemacht in dieser WM, und in 4 Jahren, werden sie dan Super und noch beser spielen ! :-))

    • RealityCheck am 03.07.2014 10:15 Report Diesen Beitrag melden

      @FaktenCheck

      Diese Rangliste sagt so ziemlich nichts aus. So gesehen müsste die Schweiz ja mindestens in den Viertelfinal kommen müssen. Dieser 6. Platz kam zustande dank Testspielen gegen unbedeutende Gegner.

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  • Radlov am 02.07.2014 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr Meckerer seid einfach nur peinlich

    Hitzfeld hat in seinem Leben so viel erreicht was viele Meckerer nie erreichen werden. Zudem war es wohl ziemlich brutal für ihn seinen Job machen zu müssen obwohl sein Bruder gestorben ist. Jeder der einen geliebten Menschen verloren hat weiss wovon ich schreibe. Da noch hinzu stehen und seine Leistung zu erbringen ist kaum an Professionalität zu überbieten. Lieber Hitzfeld danke für die das Geleistete und viel Kraft für die Trauer um Ihren Bruder.

  • KeinFan am 02.07.2014 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    alles Gute

    Guter Clubtrainer. Als Nati Trainer mochte ich ihn nie, wegen der ängstlichen Spielweise, aber auch weil ich der Meinung bin, dass ein Nationaltrainer vom jeweiligen Land kommen muss (dafür kann er ja nix). Immerhin hat er der Schweiz bei der Gegnerzulosung unheimliches Glück gebracht und er kann perfekt CH-Deutsch ;-)