Ottmar Hitzfeld

01. Juli 2014 10:12; Akt: 01.07.2014 10:35 Print

Viel mehr als nur ein Spiel

von S. Compagno und E. Tedesco, São Paulo - Statistisch ist Ottmar Hitzfeld der beste Nati-Coach aller Zeiten. Ob er auch von der Nachwelt so wahrgenommen wird, entscheidet sich heute Abend.

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Die Schweizer Brasilien-Reise endet mit der letzten Amthandlung von Ottmar Hitzfeld als Nati-Coach. Vor dem Abflug in São Paulo spricht er ein letztes Mal vor den Medien. «Ich empfinde grosse Dankbarkeit», sagt er zum Schluss. Auch Gökhan Inler nimmt sich noch ein letztes Mal in Brasilien Zeit für die Journalisten. Xherdan Shaqiri und die Schweizer sagen nach dem bitteren WM-Aus gegen Argentinien Tschüss. Und auch Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld verabschiedet sich von den Spielern und den Fans, es war für den Lörracher die letzte Partie als Trainer der Schweizer Nati. Ottmar Hitzfeld stellte sich knapp 24 Stunden vor dem Achtelfinal den Medien in São Paulo. Dabei sagte er unter anderem: «Ich vertraue meiner Verteidigung.» «Respekt haben wir vor Argentinien, aber keine Angst», sagt Captain Gökhan Inler. Auch ein lockeres Training durfte vor dem Knüller gegen die Gauchos nicht fehlen. Die Schweizer Nati verlässt ihr Lager in Porto Seguro und reist weiter nach São Paulo, wo am Dienstag der Achtelfinal gegen Argentinien stattfinden wird. Auch Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld hat seine Koffer gepackt. Zuvor absolvierte die Nati noch ein letztes lockeres Training. Angeführt von Captain Gökhan Inler hat die Schweizer Nati ihr zweitletztes Training im WM-Camp in Porto Seguro absolviert. Xherdan Shaqiri und Philippe Senderos zeigen vollen Einsatz. Nati-Goalie Diego Benaglio stellt sich an seinem freien Tag den Journalisten und gibt Auskunft, wie die Stimmung im Team ist vor dem Knüller gegen Argentinien am Dienstag. «Um gegen Argentinien bestehen zu können, braucht es einen aussergewöhnlichen Tag von jedem Einzelnen», sagt der Goalie der Nation. Auch SFV-Präsident Peter Gilliéron ist guter Dinge, dass gegen Messi und Co. ein Exploit möglich ist: «Gegen Argentinien wäre ein Sieg fällig.» Gelöste Stimmung am Tag nach dem grossen Sieg gegen Honduras. Josip Drmic demonstriert einem Journalisten den Jubel mit Xherdan Shaqiri nach dem zweiten Tor. Auch Innenverteidiger Fabian Schär, der gegen Honduras zum ersten WM-Einsatz kam, steht Rede und Antwort. In Sicherheit: Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld und Verteidiger Philippe Senderos werden während des Trainings in Porto Seguro gut bewacht. Lockeres Training für die Ersatz- und Einwechselspieler. Blerim Dzemaili (r.) erzielt ein Tor. Es ist geschafft: Die Schweizer Nati steht dank einem 3:0-Sieg gegen Honduras im WM-Achtelfinal. Mann des Spiels ist Xherdan Shaqiri, der alle drei Tore des Spiels erzielte. Trinkpause für die Nati: Im tropischen Manaus gilt es auch während des Trainings genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Xherdan Shaqiri zeigte sich zuletzt genervt von der Kritik an seiner Person, gegen Honduras kann er mit einer guten Leistung Gegensteuer geben. Erlebt er am Mittwoch sein letztes Spiel als Nati-Trainer? Ottmar Hitzfeld scheint angespannt während der Trainingseinheit in Manaus. Am Montagabend reist die Schweizer Nati nach Manaus. Mittelfeldpuncher Valon Behrami hofft, dass sich das Team am Mittwoch gegen Honduras von einer anderen Seite zeigt. Auch Xherdan Shaqiri nimmt sich Zeit, um die Fragen der Journalisten zu beantworten. Zwei Tage hatten die Nati-Stars Zeit, den Kopf durchzulüften. An einer Pressekonferenz nehmen Granit Xhaka (l.) und Blerim Dzemaili Stellung zum Frankreich-Spiel. Auf dem Weg an die Medienkonferenz stehen die Fans Spalier. Die Torhüter beim Kraftraining. Auf die Zähne beissen ist angesagt. Schwerer Gang für Ottmar Hitzfeld. Der Nati-Coach muss sich nach der 2:5-Pleite gegen Frankreich den Medien stellen. Im Training ist der Himmel über dem Platz.verheissungsvoll wolkenverhangen. Die Schweizer Akteure zeigen sich aber bemüht, nach vorne zu blicken. Im zweiten Gruppenspiel gegen Frankreich werden die Schweizer regelrecht demontiert: Les Bleus gewinnen 5:2. Bereits nach 18 Minuten liegt die Nati 0:2 hinten. Oliver Giroud und Blaise Matuidi heissen die Torschützen. Coach Ottmar Hitzfeld ist nicht zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft: «Wir haben einen rabenschwarzen Tag erwischt.» 24 Stunden vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Frankreich stellt sich Ottmar Hitzfeld noch einmal den Medien. Er ist überzeugt, dass sein Team gelöster auftreten wird als gegen Ecuador. Danach versammelt der Nationaltrainer sein Team in der Arena Fonte Nova in Salvador. Der Schweizer Assistenztrainer Michel Pont gibt den Medien gut gelaunt Auskunft. Pont mit der Radio-24-Reporterin Nora Hesse, die als Übersetzerin amtet. Die Schweizer Spieler wollen Berge versetzen - oder zumindest eine Wand verschieben. Stephan Lichtsteiner, Ricardo Rodriguez, Valon Behrami und Haris Seferovic (v.l.) posieren für die Fotografen am Strand. Lichtsteiner geniesst das Strandleben. Seferovic hat als Schweizer Siegtorschütze gegen Ecuador gut lachen. Rodriguez ist ein gefragter Mann beim Interviewtermin. Ein Hemd wäre während eines Medientermins angebracht . Zurück in Porto Seguro lässt es die Nati am Tag nach dem 2:1 über Ecuador ruhig angehen. Bis auf die Ersatzspieler, die im Training zum Schwitzen kommen. Reto Ziegler zeigt seinen Teamkollegen, dass er ein gutes Ballgefühl hat. Torschütze Haris Seferovic nimmt das Geschehen unter die Lupe. Gute Stimmung bei der Pressekonferenz bei Diego Benaglio und Johan Djourou. Die Schweiz gewinnt das WM-Auftaktspiel gegen Ecuador 2:1. Der Jubel ist riesig, schliesslich fällt das entscheidende Tor erst in der dritten und letzten Nachspielminute. Haris Seferovic ist der Schütze und wird von Coach Ottmar Hitzfeld beglückwünscht. Der Stürmer wurde erst in der 75. Minute eingewechselt. Am Tag vor dem Spiel gegen Ecuador absolviert die Nati das Abschlusstraining im Estadio Nacional in Brasilia. Auch ohne Zuschauer ist es eine imposante Kulisse. Xherdan Shaqiri übt sich in der Ballannahme. Gökhan Inler und Valon Behrami treten rund 24 Stunden vor dem ersten grossen Ernstkampf noch einmal vor die Medien. Natürlich ist auch Coach Ottmar Hitzfeld da. Der Trainer hat auch noch Zeit für ein Schwätzchen mit Bundesrat Ueli Maurer im Estadio Nacional in Brasilia. Ueli Maurer hat von der Nati ein Trikot mit Unterschriften geschenkt bekommen. Die Nati macht sich von Porto Seguro aus auf nach Brasilia. Coach Ottmar Hitzfeld trägt den Rollkoffer über den holprigen Apshalt Richtung Flugzeug. Vor dem Abflug stellt sich Xherdan Shaqiri den Medien - und zeigt sich bei der Pressekonferenz gut gelaunt. Die Vorfreude auf die Partie gegen Ecuador ist gross. Zuvor stand natürlich ein Training auf dem Platz an. Josip Drmic und Reto Ziegler stellen sich am Tag der WM-Eröffnung in Porto Seguro noch einmal der Presse. Zuvor absolviert die Nati noch eine Trainingssession. Granit Xhaka präsentiert sich mit einer neuen Frisur. Materialwart Martin Suter in seinem Element. Ordnung muss sein. Das Star-Trikot von Xherdan Shaqiri. Trainer Ottmar Hitzfeld ist vor dem WM-Start guter Dinge. Viel Trinken ist wichtig in Brasilien. Hotelangestellte in Porto Seguro schiessen ein Erinnerungsfoto mit dem Schweizer Nati-Coach. Beliebter Gesprächspartner: Nati-Captain Gökhan Inler. Gezeichnet vom Härtetest in der Mittagshitze Porto Seguros: Stephan Lichtsteiner sind die Strapazen des 60-minütigen Trainingsspiels anzusehen. Man könnte meinen, jeder Schweizer Spieler hat einen eigenen Bodyguard. Michael Lang posiert mit einem weiblichen Fan. Einwohner von Porto Seguro in der Nähe des Schweizer Traininggeländes. Rund 2000 Fans verfolgen das Training der Nati und freuten sich nicht nur am heimischen Superstar - wie der kleine Neymar-Fan. Wie in der Schweiz waren vor allem «Shaqiri»-Rufe zu hören. Porto Seguro hat sein kleines Stadion «Estadio Municipal de Porto Seguro» auf Hochglanz poliert und präsentiert der Nati einen tollen Rasenteppich. Einige Details wurden - für Brasilien nicht ungewöhnlich - erst fertiggestellt, als die Spieler von Ottmar Hitzfeld bereits beim Einlaufen waren. Sogar die Garderobentüre im Estadio Municipal zierte ein Schweizer Kreuz. Damit Shaqiri auch den richtigen Eingang findet? Die Nati zeigt sich in einem ersten öffentlichen Training dem Publikum in Porto Seguro. Fans empfangen die Schweizer Delegation in Porto Seguro. Hier hat die Hitzfeld-Truppe ihr Basis-Camp während der WM. Trainer Ottmar Hitzfeld posiert mit Kindern. Zur Begrüssung gibt es eine einheimische Show. Xherdan Shaqiri ist ein begehrter Interview-Partner. Das Resort La Torre. Soldaten sorgen für Sicherheit. Bei der Bus-Ankunft wird auch eine Schweizer Fahne geschwenkt. Die Schweizer Nati ist nach einem 12-stündigen Flug in São Paulo gelandet.

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Ein paar Zahlen zur Untermauerung: Hitzfeld hat die Schweiz mit seinem lange Zeit nüchternen, erst in den letzten Jahren mit einer neuen Spielergeneration unterhaltsameren Fussball auf Platz 6 in der Fifa-Weltrangliste geführt. Unter ihm blieb die Nati von Mai 2012 bis Oktober 2013 während 14 Spielen ohne Niederlage. Und er hat in seinen bisher 60 Länderspielen mit 1,80 Punkten pro Spiel den besten Punkteschnitt aller Nationaltrainer erreicht, knapp vor Roy Hodgson (1992 – 1995/1,78) und Köbi Kuhn (2001 – 2008/1,56).

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Und dennoch geht es heute im WM-Achtelfinal gegen Argentinien um mehr als nur eines von 61 Spielen. Es geht um die Wahrnehmung der Ära Hitzfeld, die mit dieser Weltmeisterschaft nach sechs Jahren endet. «Wir wollen Geschichte schreiben», betonte der 65-jährige Lörracher vor und während der WM in Brasilien gleich mehrfach. Die Mannschaft dazu hat er. Sie ist die talentierteste Auswahl, die der Schweizerische Fussballverband SFV jemals an ein grosses Turnier schickte.

Einen Schritt weiter gehen

«Scheiden wir wieder im Achtelfinal aus, sind wir keinen Schritt weiter als 2006», brachte Valon Behrami vor wenigen Tagen das Dilemma des Ottmar Hitzfeld auf den Punkt. Das Dilemma heisst Achtelfinal 2006. Vor acht Jahren in Deutschland hatte die Nati unter Köbi Kuhn mit überzeugendem Fussball die Runde der letzten 16 erreicht. Vier Jahre später war Hitzfeld in Südafrika in der Vorrunde an der spielerischen Dürftigkeit einer Generation gescheitert, die ihre besten Jahre hinter sich hatte. Heute steht die Schweiz wieder im WM-Achtelfinal. Sie hat somit erreicht, was aufgrund der Qualität einer neuen, frischen Spielergeneration erwartet werden durfte. Würden heute Zensuren verteilt, Trainer und Nati hätten bestanden.

Will Hitzfeld in Brasilien jedoch Geschichte schreiben, muss seine Nati einen Schritt weiter gehen als 2006. Sie muss heute Argentinien schlagen und erstmals seit 1954 wieder einen WM-Viertelfinal erreichen.

Ottmar Hitzfeld ist einer der erfolgreichsten Klub-Trainer der Geschichte. Titel pflastern seinen Weg, er errang neun Meisterschaften in Deutschland und der Schweiz, er gewann mit zwei Klubs die Champions League, er wurde zweimal zum Welttrainer des Jahres gewählt. Ob er auch als herausragender Nationaltrainer in die Geschichte eingehen kann, darüber entscheiden heute 90 oder 120 Minuten in der Arena de São Paulo.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WM is fun am 01.07.2014 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Win Win Win

    Wir Deutsche hier drücken jedenfalls den Schweizern heute Abend die Daumen! Und bedanken uns bei allen Schweizern, die das gestern ebenfalls für uns getan haben :)

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  • ran an den speck! am 01.07.2014 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum immer so negativ?

    Einfach mal an sich glauben, selbstbewusst, und dadurch der eigenen Mannschaft Kraft und Motivation geben! Es ist doch alles noch offen!

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  • Maple am 01.07.2014 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schwiiz

    Ich würde es der Nati von Herzen gönnen wenn sie gewinnen heute Abend und drücke fest die Daumen! Es wäre doch für Ottmar Hitzfeld ein schönes Abschiedsgeschenk!! Hopp Schwiiz, gebt alles!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • liatia am 01.07.2014 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    niemals

    sorry, wacht auf - ein guter Trainer ist nix ohne die entsprechende Mannschaft, und unsere Jungs sind NICHT auf Argentinien's Niveau. Da könnt ihr patriotisch sein bis zum Umfallen, diese Tatsache lässt sich nicht wegdiskutieren.

  • Azzurro am 01.07.2014 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Raus mit der Schweiz

    Ich freue mich schon jetzt auf die enttäuschten Schweizer Gesichter heute Abend....Forza Argentina

  • Schweizmann am 01.07.2014 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Für Ottmar

    müssen wir heute alle hinter den Jungs die unsere Flagge vertreten stehen und die Spieler müssen sich zerreissen. Nur dann haben wir eine Chance Ottmar den verdienten Lohn für seine Arbeit geben. Das sage noch einmal wer, dass wir was gegen Deutsche hätten ;)

    • Hoppla am 01.07.2014 14:39 Report Diesen Beitrag melden

      Bester Kommentar bis jetzt.

      Hä hä. Win Win !

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  • VivaArgentina am 01.07.2014 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Argentinien gewinnt

    Ich finde es respektlos die ganze Mannschaft auf Messi zu reduzieren. Wer die argentinische Mannschaft schon kennt, weiss auch, dass diese nicht gierig nach Toren strebt. Vielmehr sich die nötigen Punkte holt und seine Spieler vor Verletzungen schont. Wenns drauf ankommt können sie sehr gefährlich werden.

    • Paulo am 01.07.2014 13:42 Report Diesen Beitrag melden

      als ob...

      Tja, also ob man in Argentinien das Schweizer Team nicht auch nur auf Shaqiri reduzieren würde. Ach respektlos ??

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  • das reicht am 01.07.2014 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Es muss nur eines gesagt werden

    Hopp Schwiz!