Belgien - Japan

02. Juli 2018 22:01; Akt: 03.07.2018 15:26 Print

Belgien bezwingt Japan in letzter Sekunde

Belgien steht dank dem Last-Minute-Tor von Chadli im Viertelfinal. Die roten Teufel gewinnen gegen starke Japaner 3:2.

Hier schiesst Chadli den goldenen Treffer für Belgien. (Quelle: SRF)
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Bis zur 69. Minute stand in Rostow am Don nach Deutschland (1), Portugal (4) und Argentinien (5) mit Belgien auch die Nummer 3 der FIFA-Weltrangliste an der WM vor dem Aus. Die Belgier setzten sich aber gegen Japan nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 durch.

Für die Wende benötigten die Belgier nicht einmal die Verlängerung. Nacer Chadli erzielte nach 93 Minuten und 45 Sekunden, am Ende der letzten Nachspielminute, das Siegtor für Belgien. Die Belgier konterten Japan im letzten Angriff aus. Sekunden vorher hatte Keisuke Honda mit einem Freistoss aus über 20 Metern Distanz Belgiens Goalie Thibaut Courtois noch zu einer Glanzparade gezwungen. Die Japaner suchten beim letzten Corner viel zu euphorisch den späten Sieg und wurden dafür bestraft.

Seltene Wende

Belgien trifft in den Viertelfinals auf Brasilien - und muss sich steigern. Denn der WM-Geheimfavorit offenbarte gegen Japan Schwächen. Nur dank des Efforts von drei Toren innerhalb von 25 Minuten dürfen die Belgier überhaupt noch hoffen. Zuletzt gelangen derartige Wenden nur noch Deutschland: 1970 in Mexiko in den Viertelfinals gegen England (3:2 n.V. nach einem 0:2-Rückstand) und 1982 im Halbfinal gegen Frankreich (Sieg im Penaltyschiessen nach einer Aufholjagd vom 1:3 zum 3:3 in der Verlängerung).

Generell gab es derartige Wenden erst sechs Mal an WM-Endrunden. Das berühmteste derartige Spiel ist das «Wunder von Bern», als Deutschland 1954 im WM-Final im Wankdorf Ungarn nach einem frühen 0:2-Rückstand ebenfalls mit 3:2 besiegte.

«Das sind Geschichten, wie sie nur an Weltmeisterschaften geschrieben werden», jubelte am Ende Belgiens spanischer Coach Roberto Martinez. «Für mein Team war dieser 0:2-Rückstand ein Charaktertest. Wir haben diese Prüfung bestanden. Und sie wird meine Mannschaft noch mehr motivieren. Unsere Reaktion hat gezeigt, was in dieser Mannschaft steckt.»

Joker treffen

Coach Martinez leitete die Wende ein. Er hatte mit Ausnahme von Vincent Kompany, der nach langer Verletzungspause als Abwehrchef in die Mannschaft zurückkehrte, genau jene Akteure aufgestellt, die in der Vorrunde Panama (3:0) und Tunesien (5:2) klar besiegt hatten. Nach dem 0:2-Rückstand reagierte Martinez mit Einwechslungen - und er bewies ein goldenes Händchen. Marouane Fellaini und Nacer Chadli erzielten als Joker die Goals zum 2:2 und 3:2.

Belgien erzielte sowohl das 1:2 wie das 2:2 per Kopf. Beim ersten Treffer von Rekordnationalspieler Jan Vertonghen, der beim ersten Gegentreffer miserabel ausgesehen hatte, war auch viel Glück im Spiel. Vertonghens Kopfball aus 13 Metern Distanz und aus äusserst ungünstigem Winkel flog über den bis zu diesem Zeitpunkt grossartigen japanischen Goalie Eiji Kawashima hinweg in die entfernte Ecke.

Belgien schlägt Japan in letzter Minute


Siegesserie hält an

Obwohl das erste Goal auf glückhafte Art und Weise fiel, verdiente sich Belgien die mirakulöse Wende. Die Flamen und Wallonen reagierten auf den Rückstand und das drohende Ausscheiden erstaunlich abgeklärt für ein Team, das sich derartige Situationen überhaupt nicht gewohnt ist. Seit September 2016 und einem 0:2 gegen Spanien blieb Belgien in 22 Länderspielen ungeschlagen (17 Siege, 5 Remis). Vor Vertonghens Anschlusstreffer hatten sich schon Romelu Lukaku zwei hervorragende Möglichkeiten geboten (62. und 69.).

Die beiden japanischen Tore fielen zu Beginn der zweiten Halbzeit innerhalb von 256 Sekunden. Genki Haraguchi und Takashi Inui bezwangen Courtois mit platzierten Schüssen. Dazwischen hatte Eden Hazard in der 49. Minute für Belgien nur an den Innenpfosten getroffen. Japan, das in der Vorrunde nur Kolumbien besiegt hatte und nur dank der Fairplay-Wertung weitergekommen war, gab danach trotz weiterer Torchancen das Heft aus der Hand.

Belgien - Japan 3:2 (0:0)

Rostow am Don. - 41'466 Zuschauer. - SR Diedhiou (SEN). - Tore: 48. Haraguchi 0:1. 52. Inui 0:2. 69. Vertonghen 1:2. 74. Fellaini 2:2. 94. Chadli 3:2.

Belgien: Courtois; Alderweireld, Kompany, Vertonghen; Meunier, De Bruyne, Witsel, Carrasco (65. Chadli); Mertens (65. Fellaini), Lukaku, Eden Hazard.

Japan: Kawashima; Hiroki Sakai, Yoshida, Shoji, Nagatomo; Hasebe, Shibasaki (81. Yamaguchi); Haraguchi (81. Honda), Kagawa, Inui; Osako.

Bemerkungen: 50. Pfostenschuss Eden Hazard. Verwarnungen: 40. Shibasaki (Foul).

WM-Center

(TA/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max am 02.07.2018 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    SRFunanständig.

    Am Schweizer Fernsehen wissen sie auch nicht mehr was sie sagen sollen. So sagten sie jetzt,Japan das sich gewohnt ist Bilige Autos zu produzieren.Frecher gehts nimmer und anständig ist das nicht.

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  • Prompter am 02.07.2018 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Schwalben und sterbende Schwäne

    Keine Schwalben, keine sterbenden Schwäne, einfach 22 faire erwachsene Männer die tollen Fussball spielen. Danke Japan, danke Belgien!

  • Kai Simulant am 02.07.2018 20:18 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball

    Toll, hier wird Fussball gespielt. Kein Theater, macht richtig Spass! Möge der Bessere oder Glücklichere gewinnen!! Der Fussball hat bis jetzt schon mal gewonnen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Wetter am 03.07.2018 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Live Wettennn

    Danke Belgien für die CHF 400 :D

  • Belgier am 03.07.2018 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ncnc die Neider

    Alle die es den Belgiern nicht gönnen, sind neidisch, weil "ihre" Mannschaft schon rausgeflogen ist. Die Japaner haben sich von ihrer besten Seite gezeigt - Chapeau dafür! Tolles Spiel, toller Teamgeist von Belgien. Hoffen wir, das Spiel BRA-BEL wird FUSSBALLERISCH ebenfalls ein Highlight. Ich hoffe aber, dass Belgien in den Halbfinal einzieht.

    • I_AM_VAMPIRE am 03.07.2018 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Belgier

      Auf was bitteschön und vorallem wieso sollte ich neidisch sein? Mein Favorit Deutschland ist leider sehr früh rausgeflogen, pech gehabt. Ich war schon von anfang an für die Japaner und hätte es ihnen natürlich mehr gegönnt als den Belgier. Jeder hat seine Favoriten. Neidisch bin ich bestimmt nicht. Schlussendlich kommt die Manschaft welche besser spielt weiter. Und war ein Klassespiel.

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  • Thomas am 03.07.2018 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    Für einmal lieber deutsches Fernsehen

    SRF sagte: Belgien gehöre zu den Topfavoriten, schliesslich hätte man England mit einer B-Mannschaft geschlagen. Komisch, ich habe bei den Engländern keine A-Mannschaft auf dem Platz gesehen. Und dann wundert man sich dass sich die Zuschauer aufregen bei solch unqualifizierten Kommentaren.

  • danach berichten am 03.07.2018 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    20' denken

    3 Tore innerhalb von nur 25 Minuten schaffte bis jetzt noch keine Mannschaft, die sich fürs Viertelfinal qualifizierte.

    • Der Denker am 03.07.2018 14:20 Report Diesen Beitrag melden

      LA France

      Frankreich hat gegen Argentinien innerhalb von 11 Minuten 3 Tore geschossen, zuerst denken und dann berichten ;)

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  • M.G. am 03.07.2018 06:43 Report Diesen Beitrag melden

    Letzte Chance

    für das belgische Team. Wer weiss ob das Land bei der nächsten WM überhaupt noch existiert.

    • I_AM_VAMPIRE am 03.07.2018 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.G.

      Lol

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