Strittige Penaltyszene

07. Juli 2018 09:30; Akt: 07.07.2018 09:43 Print

Brasiliens Trainer wundert sich und zeigt Grösse

Tite findet nach dem Ausscheiden gegen Belgien starke Worte. Eine knifflige Szene hinterfragt der Coach der Seleção jedoch.

Der Pfiff bleibt aus: Belgiens Vincent Kompany holt Gabriel Jesus im Strafraum von den Beinen. (Video: SRF)
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Nach dem hochklassigen WM-Viertelfinal-Duell in Kasan lamentierte Tite nicht über die Schiedsrichter-Leistung und lobte die Leistung des siegreichen Gegners. Über eine Szene im belgischen Strafraum wunderte sich aber der Coach der Brasilianer. «Ich möchte nicht über den Schiedsrichter reden, ich hätte nur gerne einen Videobeweis bei der Szene mit Gabriel Jesus gesehen», erklärte Tite nach der 1:2-Niederlage.

Der Trainer sprach jene Aktion von Vincent Kompany an, der beim Stande von 2:0 für Belgien in der 57. Minute im Strafraum Jesus von den Beinen holte. Da hätte man einen Penalty für die Südamerikaner geben müssen, die Pfeife von Schiedsrichter Milorad Masic blieb aber stumm. Auch nachdem sich ein Video-Assistent gemeldet hatte, ging die intensive und attraktive Partie weiter. Masic, der auf Abstoss entschieden hatte, verzichtete auch darauf, die Szene in der Review-Area noch einmal zu betrachten.

Meiers klare Meinung im ZDF

Sowohl der Schiedsrichter-Experte von SRF als auch der ehemalige Referee Urs Meier meinten, dass dies eine Fehlentscheidung gewesen sei. «Es ist ein klarer Elfmeter. Das müssen die Videoschiedsrichter, die noch viel mehr Perspektiven haben, sehen», sagte der ehemalige Aargauer Fifa-Ref Meier im ZDF. «Was mich überrascht, ist, dass der Schiedsrichter sich das nicht noch mal anschaut. Dann soll er sich doch lieber die eine Minute Zeit nehmen, um eine richtige Entscheidung zu treffen, anstatt eine falsche.»

Tite wollte aber unmittelbar nach dem Spiel keine Polemik entfachen. «So etwas gehört sich nicht und wirkt weinerlich.» Er lobte die Belgier und bedankte sich bei beiden Teams für die Klasse-Partie. «Wir hatten einen tollen Match, mit viel Ballbesitz und guten Chancen. Aber Belgien hat es geschafft, Tore zu erzielen. Was für eine technische Qualität. Was für ein wunderschönes Spiel trotz all dem Schmerz für uns.»

Die Zukunft ist offen

Die brasilianischen Ballkünstler um Superstar Neymar fahren also vorzeitig nach Hause, damit haben die wenigsten gerechnet. Die nächste Chance für diese begabte Spielergeneration ist die Copa America 2019 in...Brasilien. Ob Tite die Seleção dann noch einmal führen wird, ist offen. Er werde nicht über die Zukunft reden, erklärte der 57-Jährige nach dem Aus in Kasan. «Jedes Mal, wenn ein Trainer für ein Projekt mehr Zeit bekommt, kann er es besser voranbringen.»

Das sei nicht nur in der Nationalmannschaft so, sondern auch auf Clubebene, meinte der Trainer. «Je mehr Zeit du mit dem Spieler zusammen bist, desto besser kannst du ins Technische, Emotionale eingreifen. Dann kommt das Ideale zum Vorschein.»

WM-Center

(fal)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vor Name am 07.07.2018 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Junge und der Wolf

    Die Brasilianer wurden Opfer ihrer Schauspielerei. Wenn man sich bei jedem Windstoss hinlegt und das am laufenden Band, dann kann es halt vorkommen, dass der Schiedsrichter einem nicht glaubt, selbst wenn es mal ein echtes Foul gibt. Einige nennen das Karma...

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  • christian am 07.07.2018 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    danke belgien

    mit seinen herzzerreissenden abroll manövern im vorfeld hat doch die diva namens neymar den grundstein für diese fehlentscheidung gelegt. ich finde es einfach nur gerecht und eine genugtuung für jeden der den fussball liebt und sich satt gesehen hat an seinen theater. er lag bis zu diesen spiel über 13!! minuten lang auf den rasen. ....und das als vorbild von millionen von kindern. echt traurig der typ

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  • Martin M am 07.07.2018 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Brasilien muss sich nicht wundern .... irgendwann glaubt man den Schwalbenköniginnen um Neymar einfach nicht mehr. Sie können sich bei ihm bedanken. Schade um diese gute Mannschaft ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Swissman73 am 07.07.2018 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild Brasiliga

    Schaut euch mal ein Spiel der brasilanischen Liga an. Dort fallen sie bei jeder Berührung, 22 Spieler. Früher war Fussball mal ein Kontakt- und Kampfsport. Die Zeiten sind wohl vorbei....

  • noldi am 07.07.2018 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    abstoss

    schaut mal wo der ball liegt beim foul.

  • chregu am 07.07.2018 15:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sag sowas nicht

    Sag nicht Projekt, wenn nicht Hornbach gemeint ist...;-)

  • Fussballermami am 07.07.2018 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe nicht

    Dass der Brasilien Trainer Neymar gewähren lässt. Schon Junioren lernen, dass man nicht schwalben darf!

  • Striker am 07.07.2018 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    Karma

    Es war kein Elfmeter, der Ball war schon im Aus, da wäre der Spieler gar nicht mehr rangekommen! Daher korrekter Entscheid von Masic und dem Video Schiri!

    • Bright am 07.07.2018 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Striker

      So ein Quatsch. Der Verteidiger ging direkt auf den Körper des Stürmers los. Bei der Kontaktabgabe war der Ball noch im Feld.

    • Lumpi am 07.07.2018 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Striker

      Der Ball war beim Kontakt nicht im Aus!

    • mawe am 07.07.2018 21:05 Report Diesen Beitrag melden

      Fehlentscheid

      Zum Zeitpunkt des Foul war der Ball im Spiel. Hier hätte sich der Schiedsrichter 2 Minuten Zeit nehmen können um sich die Szene anzuschauen. Wenn der Ball im Zeitpunkt des Foul bereits das Spielfeld verlassen hat, könnte es sich um eine Tätlichkeit handeln.

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