Gigantische Bauwerke

15. Juni 2018 11:17; Akt: 15.06.2018 11:17 Print

Das sind die zwölf WM-Stadien

Im Moskauer Olympiastadion findet nach der Eröffnung auch der Final des Turniers statt. Die weiteren Spielstätten – die meisten sind Neubauten – können sich ebenso sehen lassen.

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Das Herzstück der WM: Im Moskauer Olympiastadion Luschniki wurde die Eröffnungspartie zwischen Russland und Saudi-Arabien (5:0) ausgetragen. Ein Achtel- und Halbfinal sowie das Endspiel finden ebenfalls hier statt. Das grösste Fussball-Stadion Russlands hat (gemäss Angaben der Fifa, wie auch bei allen folgenden) eine Kapazität von maximal 80'000 Zuschauern. Neben einem Springbrunnen prägt eine Lenin-Statue (rechts) die Aussenansicht. Das Luschniki liegt 10 km südwestlich des Kremls am Flusslauf der Moskwa. In Moskau dient auch die Otkrytije Arena respektive das Spartak-Stadion als WM-Austragungsstätte. 45'000 Plätze bietet das 2014 eröffnete Stadion, das – wie es sein Name schon verrät – die Heimspielstätte von Spartak Moskau ist. Für die WM wurde die am kanalisierten Nebenflüsschen Khimka Reka erstellte Arena an das Moskauer Nahverkehrsnetz angeschlossen. Nach dem Turnier soll rund herum ein neues Wohnviertel entstehen. In St. Petersburg, der zweitgrössten Stadt Russlands, steht mit dem Sankt-Petersburg-Stadion (von Einheimischen auch Krestowski-Stadion genannt) auch der zweitgrösste Fussball-Tempel des Landes. Hier findet eine Achtelfinal- (mit dem Zweitplatzierten der Gruppe E, in der die Schweiz spielt) und Halbfinal-Partie statt. 67'000 Fans können sich in der nachts herrlich beleuchteten Sportstätte, der Heimat von Zenit St. Petersburg, einfinden. So sah das Stadion mit dem «Fischauge-Dach» während dem für die WM erfolgten Umbau (Bild von 2016) aus. Es wurde auf der vom Fluss Bolshaya Newka umgebenen Krestowski-Insel erstellt. 2006 ersetzte der Neubau das ehemalige Kirow-Stadion. Das Fischt-Stadion ist das drittgrösste der WM 2018 und steht in Sotschi, wo 2014 die olympischen Winterspiele durchgeführt wurden. Zwei K.o.-Runden-Spiele (ein Achtel- und Viertelfinal) werden darin stattfinden. In der Nacht kann auch diese Arena, die extra für die WM um 8'000 auf 48'000 Plätze erweitert wurde, herrlich beleuchtet werden. Tagsüber gleicht das Olympiastadion von Sotschi (hier ein Bild noch während dem Umbau im Februar 2018) eher einer Raumfahrtzentrale. Von der in der Olympia-Arena eingebetteten WM-Spielstätte (links) haben die Besucher einen Blick auf das Schwarze Meer. Die Rostow-Arena wurde in Rostow am Don errichtet. Die Stadt liegt wie Sotschi im Süden des Landes, allerdings etwas nördlicher als der Ort der Winterspiele vor vier Jahren. In Rostow trägt die Schweiz am 17. Juni ihr erstes Gruppenspiel gegen Brasilien aus. Auch ein Achtelfinal wird hier gespielt. Das Design fügt sich in die malerische Landschaft ein und die Form des Daches imitiert die Windungen des Flusses Don. Dank der neuen Arena (hier noch im Bau), die am linken Ufer des Don realisiert wurde, konnte die Metropole weiter wachsen. Nach der WM nutzt der FC Rostow, der jüngste Sieger des russischen Pokalwettbewerbs, das Stadion. Die Wolgograd-Arena mit ihrer Zuschauer-Kapazität von 45'000 wurde im Zentralpark der gleichnamigen Stadt erbaut und ersetzt das ehemalige Zentralstadion. Die Fassade des Stadions ist wie ein umgedrehter Kegelstrumpf geformt und von offenem Gitterwerk durchzogen. Gleich neben der Arena befindet sich am Fusse des Mamajew-Hügels eine Gedenkstätte, zu welcher jeweils Fans des einheimischen FC Rotor pilgern. In der Nacht spiegelt sich die Beleuchtung in der direkt daneben fliessenden Wolga. Aus der Luft ist die weiss-blau bemalte Sportstätte nicht zu übersehen. In der Samara-Arena werden Gruppenspiele und ein Viertelfinal ausgetragen. Ihr Name lautet gleich wie die Stadt, welche die südöstlichste Spielstätte der WM ist. Eine Achtelfinal- (mit dem Sieger der Schweizer Gruppe E) sowie eine Viertelfinal-Begegnung sind hier angesetzt. Baubeginn des neuen Stadions war im Juli 2014. Das Design widerspiegelt das Thema Raumfahrt, mit welchem die Stadt Samara und die umliegende Region eng verbunden sind. Futuristisch wirkt die künftige Heimat des FC Krylya mit einer Maximalkapazität von 45'000 Zuschauern vor allem von aussen betrachtet. In der Kasan-Arena sind unter anderem je ein Achtel- und ein Viertelfinal geplant. Sie wurde bereits für die Sommer-Universiade 2013 fertiggestellt und danach für Fussballspiele umfunktioniert. 45'000 Besucher finden hier während einer WM-Partie Platz. Das Stadion wurde vom gleichen Architekturbüro geplant, das schon das Wembley- und Emirates-Stadion (von Arsenal) in London entworfen hat. Das einzigartige Design fügt sich in die urbane Umgebung Kasans ein. Das künftige Heimstadion von Rubin Kasan wirkt von oben am Ufer des Flusses Kasanka wie eine überdimensionale Wasserlilie. Auch Konzerte und andere kulturelle Events werden in der Kasan-Arena abgehalten. In Jekaterinburg wurde die gleichlautende Arena bereits 1953 erstellt, jedoch seither mehrfach umgebaut und modernisiert. Mittlerweile bietet sie 35'000 Sitzplätze. Die unverwechselbare historische Fassade des Stadions wurde ebenso erhalten wie viele dekorative Architektur-Elemente des sowjetischen Neoklassizismus. Die pompöse und für die WM mit temporären Tribünen versehene Arena ist die Heimstätte des FC Ural, der zu den ältesten Fussballvereinen Russlands zählt. In der zwischen Moskau und Kasan gelegenen Stadt Nischni Nowgorod sind auch je ein Achtel- sowie ein Viertelfinal vorgesehen. Das dazu erstellte Stadion (heisst gleich wie die Metropole) bietet eine maximale Kapazität von 45'000 Sitzplätzen. Zum Abschluss der Gruppenphase steht die Schweiz in dieser Arena am 27. Juni Costa Rica gegenüber. Wo die Wolga und Oka zusammenfliessen, wurde der Bauort (Bild vom August 2017) bestimmt. Heimmannschaft des Nischni-Nowgorod-Stadions ist der FC Olympiets Nischni Nowgorod. Die Elemente Wasser und Wind, die für die Wolga-Region bedeutend sind, prägen das Design. Vom Stadion aus geniessen die Besucher einen herrlichen Blick auf den Kremel der Stadt, der sich auf der anderen Seite der Oka befindet. Aus der Luft könnte das Stadion mit einem grossen Schlangen-Auge verwechselt werden. Kaliningrad ist eine Exklave Russlands zwischen Polen und Litauen und somit der westliche Austragungsort von WM-Gruppenspielen. Das neu gebaute Stadion trägt den gleichen Namen wie die Stadt und verfügt über 35'000 Sitzplätze. Am 22. Juni trifft die Schweiz hier im zweiten Gruppenspiel auf Serbien. Errichtet wurde der wuchtige und vielseitig (auch für andere Sportveranstaltungen oder Konzerte) nutzbare Neubau Mitten im Herzen der Metropole auf der Oktyabrsky-Insel, die zuvor jahrhundertelang der Natur überlassen worden war. Nach der WM ist im Umfeld des Kaliningrad-Stadions ein Wohngebiet mit Parkanlagen, Piers und Uferstrassen entlang des Flusses Pregola geplant. Derzeit prägt nur der Fussball-Tempel das Bild der neu erschlossenen Insel im Herzen der Stadt. Die Mordwinien-Arena in der südöstlich von Moskau gelegenen Stadt Saransk dient als Austragungsort von vier Gruppenspielen. Der Neubau verfügt über eine Gesamtkapazität von 44'000 Sitzplätzen. Das Stadion wurde als riesiges Oval konzipziert. Die Farb-Kombination von Orange, Rot und Weiss nimmt die Charakterzüge des mordwinischen Kunsthandwerks auf. Nach der WM werden die Tribünen zurückgebaut und die Kapazität auf 25'000 Sitzplätze verringert, wodurch das Areal auch für andere Sportarten genutzt werden kann. Die Arena wurde in der Stadtmitte am Flussufer des Insar errichtet und dient künftig dem FC Mordowia als Spielstätte.

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Die 64 Spiele der Fussball-WM 2018 werden in zwölf Stadien ausgetragen. Mit einer Kapazität von über 80'000 Zuschauern ist das Luschniki-Stadion in Moskau das Herzstück des Turniers. 1956 ist das legendäre Olympiastadion für die Ausrichtung der ersten landesweiten Spartakiade gebaut worden und seither fanden darin über 3000 Partien verschiedenster Sportarten (u.a. an Eishockey- und Rugby-Weltmeisterschaften) statt. Das Luschniki, in dem das russische Fussball-Nationalteam die meisten seiner Spiele austrägt, wurde für die WM-Endrunde modernisiert.

Zwei weitere Stadien wurden so umgebaut, dass sie mehr Zuschauern Platz bieten. Neun Arenen wurden gar extra für die WM komplett neu errichtet. Russland liess sich nicht lumpen. In jedem Stadion werden je vier Gruppenspiele ausgetragen. Vier Spielstätten (das Spartak-Stadion in Moskau, der Rundbau in Kaliningrad sowie die Jekaterinburg- und die Mordwinien-Arena) werden für die K.o.-Runden nicht mehr gebraucht. Doch nach der WM soll jedes Stadion entweder einem einheimischen Fussballclub oder anderen Zwecken dienen.

WM-Center

(ddu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ralf am 15.06.2018 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Russia do it better!

    Von solchen Stadien kann die Stadt Zürich nur träumen, wohl die einzige Stadt der Welt ohne echtes Fussballstadion!

    einklappen einklappen
  • Dave74 am 15.06.2018 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Gelungen!

    Auch wenn ich Mühe damit habe, dass für solche Grossanlässe immer wieder neue Anlagen gebaut werden, muss ich doch schreiben: Gelungen! Da konnten sich die Architekten richtig austoben. Aber eben - das ist nur der ästhetische Aspekt.

  • Daniel am 15.06.2018 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Russland

    Ich freue mich für Russland und die Architektonisch schönen Stadien. Der Westen hat viele Jahre einfach ein falsches Bild, von den Westlichen Medien übermittelt bekommen. Habe eine Freundin aus Minsk und als sie mir das erste mal die Stadt gezeigt hat, war ich selber überrascht wie schön es dort ist. Zum Teil Moderner als bei uns. Lohnt sich mal nach Russland zu Reisen und sich selber ein Bild und eine Meinung über das Land zu holen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel am 15.06.2018 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Russland

    Ich freue mich für Russland und die Architektonisch schönen Stadien. Der Westen hat viele Jahre einfach ein falsches Bild, von den Westlichen Medien übermittelt bekommen. Habe eine Freundin aus Minsk und als sie mir das erste mal die Stadt gezeigt hat, war ich selber überrascht wie schön es dort ist. Zum Teil Moderner als bei uns. Lohnt sich mal nach Russland zu Reisen und sich selber ein Bild und eine Meinung über das Land zu holen.

  • marko 33 am 15.06.2018 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut aussehen

    Die sehen gut aus

  • SZ am 15.06.2018 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld nur nicht dort wo es gebraucht wird

    Unglaublich da wird Geld reingebuttert, aber für das Elend gewisser Menschen auf diesem Planet,da gibts nichts. Traurige Welt,aber das Echo darauf wird kommen,garantiert

  • Dave74 am 15.06.2018 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Gelungen!

    Auch wenn ich Mühe damit habe, dass für solche Grossanlässe immer wieder neue Anlagen gebaut werden, muss ich doch schreiben: Gelungen! Da konnten sich die Architekten richtig austoben. Aber eben - das ist nur der ästhetische Aspekt.

  • Maler50 am 15.06.2018 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht angebracht

    Na,danach sind wie so oft in der Vergangenheit ein Teil der neuen Stadien zu gross für einen Club y alleine der Unterhalt verschliegt Millionen.Am Ende wenn's gar böse kommt verlottern die Stadien. Die Schwärmerei finde ich nicht angebracht.

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