Ivan Rakitic

13. Juli 2018 08:38; Akt: 13.07.2018 08:38 Print

Der erste Schweizer WM-Finalist

von Fabian Ruch, Moskau - Ivan Rakitic steht mit Kroatien im WM-Final gegen Frankreich. Der 30-Jährige will damit seine grossartige Karriere krönen.

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Im Mai 2005 spielte Ivan Rakitic noch Seite an Seite mit Daniel Pavlovic im Dress der Schweizer an der U17-EM gegen die Kroaten (hier gegen Milan Badelj). Nationaltrainer Slaven Bilic warf früh ein Auge auf den schweizerisch-kroatischen Doppelbürger und hatte grossen Anteil daran, dass Rakitic sich im Juni 2007 für die kroatische Nationalmannschaft entschied. Sein Debüt gab er im Herbst 2008. Seither hat Rakitic 59 Länderspiele (9 Tore) absolviert. Am Mittwoch qualifizierte sich der in Rheinfelden AG geborene Mittelfeldspieler nach zwei EM-Endrunden erstmals für eine Weltmeisterschaft (hier im Duell gegen Spaniens Andres Iniesta). Rakitics Karriere entwickelte sich rasch: 2005 holte FCB-Trainer Christian Gross den Mittelfeldspieler von den Junioren in die erste Mannschaft. Im Fanionteam der Basler erspielte er sich bald einen Stammplatz und bildete mit Mladen Petric ein äusserst kreatives und erfolgreiches Duo. Auch wenn sich ihre Wege bald trennten, sind Petric und Rakitic Freunde geblieben. Im Mai 2007 durfte er an der «Nacht des Schweizer Fussballs» in Bern von TV-Moderator Rainer Maria Salzgeber den Preis für den besten Nachwuchsspieler entgegennehmen. Und verliess kurz darauf die Schweiz. Im Sommer 2007 wechselte er für 5 Millionen Franken vom FCB zu Schalke 04 in die Bundesliga. Ab Januar 2011 spielte Rakitic beim FC Sevilla (hier im Duell mit Malagas Camacho) in der Primera División und war seit Sommer 2013 Captain der Andalusier. Im Sommer 2014 erfolgte der Wechsel zum FC Barcelona. Der Mittelfeldspieler gewann mit den Katalanen diverse Titel, unter anderem die Champions League 2014/2015. Nun will er seine Karriere mit dem WM-Titel für Kroatien krönen.

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Die Fussballschweiz erlebt am Sonntag einen historischen Moment. Es ist wie ein Dessert in der Doppelbürger-Debatte, die in den letzten Wochen mal wieder losgetreten wurde. Erstmals steht ein Schweizer in einem WM-Final.

Ivan Rakitic ist kroatisch-schweizerischer Doppelbürger: in Möhlin AG aufgewachsen, beim FC Basel ausgebildet, über Schalke und den FC Sevilla 2014 beim grossen FC Barcelona gelandet. Dort gewann der Mittelfeldspieler viele Titel, unter anderem die Champions League, und wurde dreimal spanischer Meister, zuletzt vor ein paar Wochen.

Für den WM-Sieg würde er alle Titel eintauschen

Nun kann er seine grossartige Karriere krönen. «Das wird unser Spiel des Lebens», sagte Rakitic nach dem 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen England im WM-Halbfinal. Und: «Wir würden alle unsere Titel, auch jene in der Champions League, gegen den Gewinn der Weltmeisterschaft eintauschen. Wir erleben gerade die schönsten Tage unserer Karriere», so Rakitic, «das soll immer so weitergehen.»

Rakitic hatte sich 2007 in der U-21 entschieden, für sein Heimatland und nicht für die Schweiz zu spielen. Im kommenden Endspiel gegen Frankreich bestreitet er sein 99. Länderspiel. 2015 wurde er zum kroatischen Fussballer und Sportler des Jahres gewählt. Mit Luka Modric (Real Madrid) bildet er seit Jahren ein geniales Mittelfeldzentrum im Nationalteam.

Marathon-Mann: Der Final ist sein 71. Pflichtspiel

«Wir müssen uns im Final von der Euphorie tragen lassen», sagt Rakitic, «dann laufen wir von allein.» So wie am Mittwoch gegen England, nachdem er einen Tag vorher noch mit 39 Grad Fieber im Bett gelegen hatte. Für Rakitic ist der Final der Schlusspunkt einer langen Saison. Es ist sein 71. Pflichtspiel (55 für Barcelona, 16 für Kroatien). Öfter stand weltweit kein Profi auf dem Platz.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Moritz von der Mühle am 13.07.2018 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Ja, ja, zuerst gegen die Doppelbürger eine Schlammschlacht lostretten und jetzt wo einer von diesen im WMFinale steht, ist er SCHWEIZER. Wie heuchlerisch ist das denn.

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  • Doppel Moral am 13.07.2018 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Seconda

    Und plötzlich ist er Schweizer. Nein liebes Volk, er hat sich DAGEGEN entschieden, was sein gutes Recht ist. Lasst jetzt mal diese ganze Doppelmoral sein, würde er für die Schweiz spielen, könntet ihr euch immer noch nicht mit der Nati identifizieren da ein -ic hinter seinem Namen steckt! Dieser Sieg hat NICHTS mit der Schweiz zu tun.

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  • David880 am 13.07.2018 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer die Schweizer

    Er ist Kroate. Punkt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Der gute schlechte Mann am 13.07.2018 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    okey okey

    nehmen wir an er würde für die schweiz spielen und sogar die hymne singen.. sind dann alle zufrieden?

  • Werner Basler am 13.07.2018 20:40 Report Diesen Beitrag melden

    Föhn

    All das Geplänkel, mag es nicht mehr hören ... CH ist CH und alles andere ist alles andere. Punkt.

  • Peter am 13.07.2018 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppelbürger, Doppelmoral

    Was regte man sich in der Schweiz auf, als man in Deutschland nach Wawrinkas Australian Open Sieg in Artikeln erwähnte, dass er auch noch einen Deutschen Pass hätte. Die Doppelmoral in der Doppelbürgerdebatte ist nicht zu überbieten.

  • Raketi C. am 13.07.2018 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ivan Raketic

    Raketic ist jetzt trotz Doppelbürgerschaft in 1.Linie Kroate, denn er spielt jetzt eben nicht für die Schweiz. Er hat sich ja freiwillig für Kroatien entschieden.

  • HR-CH am 13.07.2018 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    doppelpass

    er ist genau viel schweizer wie ich.

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