Spanien – Russland

01. Juli 2018 15:34; Akt: 01.07.2018 20:26 Print

Spanien unterliegt im Penaltyschiessen

Ein Nervenkrimi mit dem besseren Ende für die Gastgeber. Russland setzt sich sensationell im Elfmeterschiessen gegen Spanien durch.

Russland bezwingt Spanien im Elfmeterschiessen. (Video: SRF)
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Nach einem 1:1 nach Verlängerung gewinnt Russland im WM-Achtelfinal im ausverkauften Moskauer Luschniki-Stadion gegen Spanien, den Weltmeister von 2010, mit 4:3 im Penaltyschiessen.

Das Achtelfinal zwischen Spanien und Gastgeber Russland.

In den 120 Minuten, die dem Penaltyschiessen vorausgingen, fielen zwei Tore, beide in der ersten Halbzeit der regulären Spielzeit. Spanien ging durch ein russisches Eigentor in Führung (12.); Russland glich 29 Minuten später mit einem Hands-Penalty aus.

«Märchen wahr werden lassen»

Am Ende war es wie immer. Immer, wenn es der WM-Ausrichter zuletzt in ein Penaltyschiessen geschafft hatte, gewann er das auch. 1998 siegte Frankreich gegen Italien, 2002 siegte Südkorea gegen Spanien, 2006 triumphierte Deutschland über Argentinien, und 2014 jubelte Brasilien am Ende gegen Chile - so wie jetzt die Russen.

Russland entdeckt jetzt den Fussball. «Ihr seid geboren, um unser Märchen wahr werden zu lassen», meinten die Fans vor dem Spiel auf einem riesigen Transparent. Das russische Sommermärchen geht zumindest sechs Tage lang weiter. In den Viertelfinals treffen die Russen auf Kroatien oder Dänemark.

Akinfejew macht sich zum Penalty-Killer

Spanien scheiterte im Penaltyschiessen zum fünften Mal an einer WM am Gastgeber. Noch nie gewannen die Iberer ein derartiges Spiel. Die Negativserie begann 1934 in Italien (0:1 im Viertelfinal/Wiederholungsspiel), ging 1950 in Brasilien weiter (1:6), ebenso 2002 in Südkorea (Niederlage im Penaltyschiessen nach einem 0:0 im Viertelfinal). Fernando Hierro, der als Sportdirektor Spaniens Coaching an dieser WM kurzfristig übernahm, war 2002 Captain Spaniens.


Das Eigentor von Ignaschewitsch in der 12. Minute. (Video: SRF)

Die Spanier scheiterten am russischen Goalie Igor Akinfejew. Akinfejew parierte in der regulären Spielzeit und der Verlängerung acht von neun Schüssen auf sein Tor. In der Verlängerung gelangen ihm Glanzparaden gegen Rodrigo und Carvajal (109.). Im Penaltyschiessen parierte er die Elfmeter von Koke und Iago Aspas. Die vier russischen Schützen - Fedor Smolow, Sergej Ignaschewitsch, der junge Alexander Golowin und der in Spanien aufgewachsene Demos Tscherischew - reüssierten alle.

74 % Ballbesitz Spaniens

Schon in der regulären Spielzeit und der Verlängerung wehrte sich Russland im wichtigsten Fussballspiel seiner Geschichte gegen den haushohen Favoriten Spanien clever. Die Spanier dominierten die Partie. Sie, die schon während der Vorrunde mehr Pässe spielten als alle übrigen Teams, kontrollierten das Geschehen. 74 Prozent Ballbesitz totalisierte Spanien. Möglichkeiten resultierten aus dieser Überlegenheit aber kaum. Iniesta, der erst nach 67 Minuten aufs Feld durfte, besass eine in der Schlussphase der regulären Spielzeit. Russlands Goalie Igor Akinfejew parierte aber souverän.


Dsjuba trifft kurz vor der Pause vom Punkt aus zum Ausgleich. (Video: SRF)

Ignaschewitsch ältester WM-Eigentorschütze

Bei den beiden Goals traf die Torhüter keine Schuld. Spanien ging nach zwölf Minuten durch ein Eigentor von Sergej Ignaschewitsch in Führung. Für Ignaschewitsch hätte es ein grosses Spiel werden sollen: Der bald 39-Jährige bestritt sein 17. WM- oder EM-Spiel für Russland. Er egalisierte die Bestmarke von Lew Jaschin. Wegen des Eigentors ist er nun mit 38 Jahren und 352 Tagen auch der älteste Akteur der WM-Geschichte, der ins eigene Netz traf. Er löste Noel Valladares aus Honduras ab, der vor vier Jahren beim 0:3 gegen Frankreich ein Eigentor produzierte und damals erst 37-jährig war.

Russland glich in der 41. Minute durch einen von Artem Dsjuba verwandelten Hands-Penalty aus. Gerard Piqué war der Ball nach einem (gegen Dsjuba) verlorenen Kopfballduell an die hoch über dem Kopf gehaltene Hand geflogen.

Spanien - Russland 1:1 (1:1, 1:1) n.V; 3:4 Penaltys.

Luschniki-Stadion, Moskau. 78'011 Zuschauer (ausverkauft).SR Kuipers (NED).

Tore: 12. Ignaschewitsch (Eigentor) 1:0. 41. Dsjuba (Handspenalty) 1:1.

Penaltyschiessen: Iniesta 1:0, Smolow 1:1; Piqué 2:1, Ignaschewitsch 2:2; Koke (gehalten), Golowin 2:3; Ramos 3:3, Tscheryschew 3:4; Aspas (gehalten).

Spanien: De Gea: Nacho (70. Carvajal), Piqué, Ramos, Alba; Koke, Busquets; Asensio (104. Rodrigo), Silva (67. Iniesta), Isco; Costa (80. Aspas).

Russland: Akinfejew; Kutepow, Ignaschewitsch, Kudrjaschow; Fernandes, Samedow (61. Tscheryschew), Kusjajew (97. Jerochin), Sobnin, Schirkow (46. Granat); Dsjuba (65. Smolow), Golowin.

Bemerkungen: Russland ohne Smolnikow (gesperrt).

Verwarnungen: 40. Piqué (Handspiel). 54. Kutepow (Foul). 71. Sobnin (Foul).

WM-Center

(var/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martina Bücherer am 01.07.2018 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Verdientes Gegentor

    Für das inaktive und todlangweilige Spiel der Spanier gibts jetzt das verdiente Gegentor.

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  • Leon am 01.07.2018 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Glückliche Führung

    Freue mich auf Kroatien heute Abend. Das spanische Spiel ist wie so oft zum Gähnen. Sie schieben sich drei Minuten lang den Ball zu, um ihn dann zu verlieren. Langweiliger gehts echt nicht mehr.

    einklappen einklappen
  • Wave Dancer am 01.07.2018 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Minimal ...

    Mit der Führung werden die Spanier werden ihren Minimalfussball aufziehen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andrej am 02.07.2018 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Macht

    Viele haben es versucht. Russcher Boden ist Heilig. Jetzt muss es auch der Fussball erfahren... V pered Rossija!!!

  • franz am 02.07.2018 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    beste stimmung ever

    Im TV war das sicher zumindest 100min lang langweilig. Ich war aber im stadion. HAMMERGEIL.

  • D. St am 02.07.2018 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aabbatschi

    obwohl ich Spanien Fan bin, bin ich froh das sie drausen sind. Denn das ewige hin und her geschiebe kann man ja nicht nehr anschauen. In den ganzen den 120 Minuten kein einziger Steilpass in die Tiefe. Die können was von Frankreich und Urugay lernen, wie man es macht. dasselbe gilt auch für Argentinien und teilweise Portugal, die sind auch nicht viel besser als die Spanier.

  • Catenaccio am 02.07.2018 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    das wars

    Eigentlich sollte man sich ja wirklich vom Fussball abwenden. Der gehasst Catenaccio ist wieder zurück. Ich erinnere mich an Griechenland 2004 hat sich zum EM gemauert, das war der absolute Tiefpunkt. Und jetzt? Sorry, Schweden, Uruguay und Russland in den ¼ Finals, Betonfussball vom Traurigsten. Wollt ihr das? Ich nicht. Tschau Fussball, das wars...

  • humpilumpi am 02.07.2018 03:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    karma ramos karma

    ramos' tor und doch nicht seins. raus gegen russland im achtelfinal. kleine genugtuung fürs cl finale. :)

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