Granit Xhaka

07. Juli 2018 21:26; Akt: 08.07.2018 10:15 Print

«Er hat Doppelbürger wie mich enttäuscht»

Der Schweizer Mittelfeldspieler äussert sich zu den Aussagen von SFV-Generalsekretär Alex Miescher. Er verbirgt seine Wut nicht.

Am Tag nach dem Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri nahm der Verband Stellung. Video: SDA
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«Wollen wir Doppelbürger?», fragte sich Alex Miescher in Interviews mit dem «Tages-Anzeiger» und der «NZZ». Der SFV-Generalsekretär verschärfte mit seinen brisanten Aussagen und Überlegungen unmittelbar nach dem Schweizer WM-Out die ewige Migrationsdebatte. Der Verband könne sagen, dass die Förderprogramme nur jenen Nachwuchsspielern offen stünden, die auf eine Doppelbürgerschaft verzichten. Mit seinen politisch heiklen Statements irritierte der Funktionär viele. Granit Xhaka, im Nationalteam eine unverzichtbare Schlüsselfigur, reagiert im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA: «Er hat künftige und aktuelle Doppelbürger wie mich enttäuscht.»

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Doppelbürger: Sollen Nati-Spieler auf den zweiten Pass verzichten müssen?

Ist Ihnen bereits während der WM aufgefallen, dass das Klima um das Nationalteam abkühlte?
Der Fussball war oft Nebensache. Nach dem Serbien-Spiel ging es nur noch um den Doppeladler. Dann kam das nächste Thema: Zuber oder Embolo? Dann: Wer spielt vorne? Dann gings darum, dass Djourou nicht mehr genüge für dieses Niveau.

Sie waren aber nicht der Grund fürs Scheitern im Achtelfinal.
Nein. Schauen Sie sich unsere Werte der Qualifikation an. Wir hatten kaum mehr Gegentore zugelassen, aber fast immer getroffen. Gegen die Schweden begingen wir defensive Fehler und machten offensiv ganz einfach zu wenig - deswegen hatten wir es nicht verdient, ein Viertelfinalist zu sein.

Der SFV-Generalsekretär Alex Miescher denkt laut über die Abschaffung des Doppelbürger-Status nach. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie von seinem Interview hörten?
Das Interview machte bei den Nationalspielern schnell einmal die Runde.

Und?
«Noch während der WM und nach meiner Doppeladler-Geste kam Alex (Miescher) auf uns zu und versicherte, dass er alles unternehmen werde, um uns zu schützen - und dann kommen drei Tage nach unserem Ausscheiden solche Aussagen von ihm.»

Sie wirken irritiert?
Definitiv.

Was ärgert Sie?
Ich höre aus seinen Zeilen heraus, dass er Doppelbürgern nicht zutraut, für die Schweiz an die Grenzen zu gehen. Das geht direkt an die Adresse von mir und ein paar anderen mit zwei Nationalitäten. Es klingt für mich wie gesagt so, als ob ich und meine Kollegen im Schweizer Dress nicht ans Limit gehen würden.

Kommt für Sie der Zeitpunkt seiner Botschaft überraschend?
Drei Tage, nachdem wir in Russland eine bittere Niederlage kassiert haben, macht man so etwas einfach nicht.

Wie fühlt sich seine Message für einen Direktbetroffenen an?
Für mich und mit Sicherheit auch für betroffene Teamkollegen ist es befremdend, solche Kommentare von Alex Miescher zu hören. Wir sind alle Schweizer und geben alles für die Schweizer Nati - jeder von uns-, weil wir alle wissen und dankbar sind, für das, was unsere Schweiz für uns und unsere Familien getan hat. Meine Familienwurzeln liegen im Kosovo - wie sie für Breel Embolo in Kamerun, Manuel Akanji in Nigeria und Ricardo Rodriguez in Chile und in Spanien sind. Die Schweizer Nationalmannschaft besteht heute ohnehin aus 50 bis 60 Prozent Doppelbürgern oder Secondos. Sogar unser Chef (Vladimir Petkovic) ist Doppelbürger und gibt Blut und Schweiss für die Nationalmannschaft. Mit diesem unnötigen Vorstoss hat Alex Miescher viel Stirnrunzeln hervorgerufen, aber auch viele enttäuscht.

Was löst Miescher nun weiter aus?
Ich denke, Alex hat seine Steinzeit-Kommentare, die auf die Schweizer Doppelbürger zielten, sicherlich hinterfragt.

Könnte es zur nachhaltigen Beeinträchtigung des A-Nationalteam-Spirits kommen?
Ach, überhaupt nicht. Solchen Unsinn gibt es ab und zu. Wir haben uns nun auf eine EM vorzubereiten und Wichtigeres zu tun. Fussball wird auf dem Rasen gespielt, und wir haben ein Team, das 2020 richtig Gas geben muss.

WM-Center

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • peter s. am 07.07.2018 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum?

    warum landen denn die Xhaka- Brüder und auch Shquiri immer wieden in den Schlagzeilen? Rodriguez, Akanji und andere aus anderen Sportarten tun das nicht...

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  • René am 07.07.2018 22:27 Report Diesen Beitrag melden

    nur Pfui

    Das diese politische Geste mit dem Doppeladler nichts im Sport zu suchen hat, erwähnt er mit keinem Wort.

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  • ich bins am 07.07.2018 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verständnis

    Habe weder mit Xhaka noch anderen Doppelbürgern ein Problem und unterstütze die Nati, so wie sie ist. Aber als Spieler der Nati vertreten sie alle Schweizer, welcher Herkunft auch immer und da hat der Doppeladler nichst zu suchen. Zudem gibt es immer noch viele Schweizer ohne ausländische Herkunft und für deren Vorbehalte erwarte ich auch Verständnis ohne sie gleich in die rechte Ecke zu stellen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf am 08.07.2018 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur bei uns

    Die einen Fußballer schenken t-Shirts an Erdogan ! Und die andern machen Doppeladler ich glaube Deutschland hat das selbe Problem wie wir!

  • Ivan am 08.07.2018 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsument

    Das alles ist eine Frage der guten Sitte und der Intelligenz. Solche Leute sollten keine sponsorenverträge von der Industrie mehr erhalten. Ich werde keine Ware konsumieren die von solchen Leuten beworben wird. Eigentor.

  • Köbi M am 08.07.2018 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Xhaka und. O

    Wenn dieseKerle nicht für unserLand einstehen, geht doch bitte einfach wieder in eure alte Heimat zurück.

  • Teutates am 08.07.2018 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Der absolute XHAKA-Hammer!

    Zitat: «Er hat künftige und aktuelle Doppelbürger wie mich enttäuscht.» Er hat also nichts verstanden, nichts begriffen und sieht nur seine eigene, egoistisiche Position! Er hat mich auch enttäuscht.

  • Geri am 08.07.2018 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    @Xhake

    "Wir haben uns nun auf eine EM vorzubereiten und Wichtigeres zu tun." Für viele Schweizer Fussballfans wäre es wichtig, dass du und dein Landsmann nicht mehr für die Schweiz spielt. Macht Platz für Fussballer, die für die Schweiz spielen. Danke.

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