SFV entschuldigt sich

13. Juli 2018 14:43; Akt: 13.07.2018 16:07 Print

«Wir bedauern ausserordentlich»

Peter Gilliéron, Präsident des Schweizer Fussballverbands, räumt nach der Doppelbürger-Debatte Fehler ein.

Der Auslöser der Debatte: Granit Xhaka jubelt und zeigt den Doppeladler. Video: SRF
Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Schweizerische Fussball-Verband (SFV) entschuldigt sich für eine Doppelbürger-Debatte, die er selber ausgelöst hatte. «Da sind Fehler passiert und wurde eine Aussenwirkung erzielt, die nie beabsichtigt war», erklärt SFV-Präsident Peter Gilliéron.

Seit der Rückreise nach dem WM-Achtelfinal-Out steht der Verband in der Kritik. Mit seinen brisanten Aussagen zum Doppelbürger-Status trat Generalsekretär Alex Miescher eine Lawine los. «Wollen wir Doppelbürger?», warf Miescher in einem Gespräch mit dem «Tages-Anzeiger» und der «NZZ» auf.

Die Replik aus den eigenen Reihen blieb nicht aus. «Unsinn!», schmetterte ihm Granit Xhaka in einem Interview entgegen. «Ich denke, Alex hat seine Steinzeit-Kommentare, die auf Schweizer Doppelbürger zielten, sicherlich hinterfragt.»

«Solchen Unsinn gibt es ab und zu»

Nicht nur der zentrale Mittelfeldspieler von Arsenal nahm die ungeschickte Wortmeldung Mieschers persönlich. Im Fall Xhakas ist indes nicht mit einem weiteren Nachbeben zu rechnen: «Solchen Unsinn gibt es ab und zu. Wir haben uns nun auf eine EM vorzubereiten und Wichtigeres zu tun.»

Beim Verband distanziert sich die Führung von Mieschers Solo ins Offside inzwischen dezidiert. «Wir bedauern ausserordentlich, dass sich Doppelbürgerinnen und Doppelbürger nach einem Interview des SFV-Generalsekretärs diskreditiert und desavouiert gefühlt haben», sagt Präsident Peter Gilliéron. Der SFV stelle sich als Dachverband hinter alle seine Fussballerinnen und Fussballer, unabhängig von allfälligen Mehrfachnationalitäten.

Die Integration und Förderung aller Sportler sei ein fundamentales Leitprinzip. Deshalb hat der Zentralvorstand die «Vorkommnisse» diskutiert und wird in den «kommenden Wochen eine gründliche Analyse in allen Bereichen vornehmen», so Gilliéron. Dabei werden auch «Rollenverteilungen und Zuständigkeiten überprüft».

WM-Center

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ace Vegas am 13.07.2018 14:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Präsident und Herr Sulser, zurücktreten

    Einfach nur erbärmlich, dieser Fussballverband mit seinen verwöhnten Nati- Buben

    einklappen einklappen
  • ho am 13.07.2018 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Xhaka co.

    Ich hätte eher eine entschuldigung von Xhaka, Shaqiri und Lichtsteiner erwartet. Ein Mann sollte für sein Fehlverhalten gerade stehen und sich entschuldigen, besonders von Xhaka!

    einklappen einklappen
  • B. Sorgt am 13.07.2018 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum entschuldigen?

    Ganz ehrlich, die Doppelbürger Diskussion ist selbstverständlich absolut berechtigt. Spätestens nach dieser WM müsste jedem klar geworden sein, dass sich hier nur Spieler auf dem Platz zu entschuldigen hätten. Das fehlende Engagement und der nicht vorhandene Wille, für einen Sieg alles zu tun, war im letzten Spiel bei einigen Spielern deutlich sichtbar.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Yolanda Hecht am 14.07.2018 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Thema

    Diese Diskussion geht doch völlig am Thema vorbei. Ein Pass ist ein Dokument. Loyalität, Heimatverbundenheit und Nationalstolz sind Gefühle, keine Papiere. Albaner, Tibeterin, Italiener sein oder Schweizer und Albaner, Schweizerin und Tibeterin, Schweizer und Italiener sein, ist ein Teil der kulturellen Identität, die ein Mensch besitzt. Diese fällt nicht ab, wenn man den entsprechenden Pass nicht hat, auch bei Schweizern nicht. Unsere Nationalspieler sind zum Glück von Beruf nicht Schweizer, sondern Fussballer, sonst hätten sie sich nicht mal für die WM qualifiziert.

  • Timmy am 14.07.2018 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr traurig

    Ich bin kein grosser Fussballfan. Aber die kroatische Nationalmannschaft ist für mich eine wahre und richtige Nationalmannschaft. Es sind alles Kroaten. Nicht so zusammengewürfelt. Man sieht es ihnen und ihrem zusammenhalt während dem Spiel an, dass sie Eins sind. So sollte es sein. Sie spielen zu sammen für ihre Nation. Das ist bei uns leider schon lange nicht mehr so. Schade

  • stolzer Schweizer am 13.07.2018 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Spiel der Nationen

    Beim Spiel der Nationen geht es halt nunmal um für die Nation/ein Land zuspielen. Da geht es um 1 Land das man vertritt und nicht zwei. Auch sollte sich der einzelne Spieler nicht so wichtig nehmen. Es geht um die Mannschaft und nicht und das Bedürfnis des einzelnen. Das wär dich ein Teamgeist.

  • CarpeDiem am 13.07.2018 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen in der Schweiz

    Willkommen in der Schweiz, wo die Bürger anhand von zwei Menschen Gesetze erlassen wollen für die es nur emotionale Gründe und Argumente gibt. Die Doppelbürgerschaft nutzt der Schweiz tausend mal mehr als dass sie ihr schadet. Aber nur weil zwei Nati Spieler eine Handgeste während einem Spiel gemacht haben, welche den innerlichen Albaner-Hass vieler geweckt hat, will man plötzlich Gesetze erlassen. Sehr guter und sehr verantwortungsvoller Umgang mit der direkten Demokratie. Und dan fragt man sich wieso man uns Rechte nicht ernst nimmt.

    • steven am 13.07.2018 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @CarpeDiem

      und ich behaupte (wie sie) dass die doppelbürgerschaft der schweiz mehr schadet als nützt.

    • Yolanda Hecht am 14.07.2018 19:49 Report Diesen Beitrag melden

      behaupten kann man

      Sie denken wohl, nur weil zwei Kosovaren-Schweizer einen Doppeladler anstatt eine Schwalbe gemacht haben, würden Doppelbürgerschaften der Schweiz schaden. 11% der Schweizer sind Mehrfachbürger. Die Mehrheit erhält zwei Staatsbürgerschaften bei der Geburt durch die Eltern und nicht durch Einbürgerung. Sie sind also echte Eingeborene (mit Ausnahme der Auslandschweizer natürlich). Weshalb das der Schweiz schaden soll, steht in den Sternen.

    einklappen einklappen
  • Sebastian am 13.07.2018 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Doppel-Moral

    Mein Gott, kann denn niemand mehr zu seiner Meinung stehen? Egal was man sagt, irgendwelche Gruppen sind immer beleidigt. Ich bin auch eingebürgert und habe meinen deutschen Pass abgegeben. Ich habe mich für die Schweiz entschieden und gut ist. Wer das nicht will, will auch nicht wirklich Schweizer sein.

    • Schweizerin am 14.07.2018 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sebastian

      Ich bin stolz auf Dich. Es sollte mehr solche Menschen geben wie Dich

    einklappen einklappen
WM 2018 aktuell