Schweizer Nati

27. Juni 2018 22:57; Akt: 28.06.2018 00:15 Print

Der Achtelfinal – und eine wichtige Lektion

von Florian Raz, Nischni Nowgorod - Die Schweiz zeigt beim 2:2 gegen Costa Rica ihre schlechteste Leistung seit langem. Aber sie wird mit dem Achtelfinal belohnt.

Riesenpech für Yann Sommer beim 2:2 (Video: SRF)
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Es ist so ungerecht. Da ist Yann Sommer mit Abstand der einzige Schweizer, der an diesem Abend eine starke Leistung zeigt. Und dann fliegt ihm kurz vor Schluss dieser Penalty von Bryan Ruiz von der Latte an den Rücken – und zum 2:2 Endstand ins Tor.

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Aber für das Gesamtbild ist es passender, dass die Schweizer nicht als Sieger vom Platz gehen. Sie werden ja schon mit dem Achtelfinaleinzug belohnt für ihren schlechtesten Auftritt an dieser WM. Kein Wunder, sagt Valon Behrami danach: «Ich bin überhaupt nicht zufrieden. So eine Leistung darf uns in Zukunft nicht mehr passieren.»

Was haben die Schweizer davon geredet, dass sie den Anfang dieses Mal nicht verschlafen würden. Dass sie da seien, wenn es darum geht, das Ticket für den Achtelfinal abzuholen. Und dann dieser Start.

Kein organisiertes Chaos, nur Chaos

Vladimir Petkovic steht bald so weit vorne am Feld, wie er nur darf. Er spürt: Nein, sein Team ist nicht bereit. Nicht für diese Costa Ricaner, die um die Ehre spielen. In der Heimat sind sie schwer beleidigt worden. Trainer Oscar Ramirez wurde als fett und ungebildet verlacht. Aber jetzt spielen sie die Schweizer an die Wand.

Petkovic hat vor dem Spiel «organisiertes Chaos» angekündigt. Was er von seinem Team bekommt, ist viel Chaos. Und keine Organisation. Nur Sommer ist es zu verdanken, dass die Nati nach 15 Minuten nicht mit zwei oder drei Toren zurück liegt.

Stark, wie er in der 6. Minute Joel Campbells Weitschuss entschärft. Grossartig gar, wie er nur wenige Sekunden darauf einen eigentlich gut platzierten Kopfball von Celso Borges noch aus der rechten, unteren Ecke kratzt. Dass er in derselben Minute noch einmal einen Weitschuss halten muss, sagt alles über den Auftritt der in diesen Startminuten.

Sommer – und alles Glück der Welt

Nach neun Minuten ist dann sogar Sommer geschlagen. Xherdan Shaqiri wehrt sich nicht gross gegen das Pressing der Ticos, er spielt einen Alibipass, der abgefangen wird. Glück für ihn, Glück für die Schweiz, fliegt der Schuss von Daniel Colindres danach an die Latte.

Es sind solche Szenen, über die Petkovic später sagen wird: «Wir haben in einigen Situation versucht, das Spiel zu verlieren.» Sind die Schweizer durch die gute Ausgangslage blockiert, sind sie schlicht überheblich? Petkovic meint: «Es war eine Mischung aus verschiedenen Dingen. Wichtig ist, dass wir erkennen, dass es so nicht geht.»

Vielleicht bemerken das die Schweizer schon während des Spiels gegen Costa Rica. Aber sie schaffen es nicht, etwas daran zu ändern. Sogar als ihr mit dem einzigen zielgerichteten Angriff vor der Pause das 1:0 durch Blerim Dzemaili gelingt, wird es nicht viel besser.

Die Schweizer sind auch nach der Pause nicht gut. Ja, sie bringen nicht einmal das 2:1 aus der 88. Minute durch den eingewechselten Josip Drmic über die Zeit.

«Wir wollen viel, wir wollen mehr»

Aber sie haben trotz alldem die Qualität, aus drei Chancen zwei Tore zu erzielen. Und sie scheinen an dieser WM auch das Glück zu haben, das es braucht, um Grosses zu schaffen. «Es ist sehr schwierig für uns, ein Spiel zu verlieren», sagt Petkovic zu dieser Mischung aus eigener Qualität und äusseren Umständen.

Der Nationaltrainer sagt auch noch: «Die Achtelfinals waren unser Minimalziel.» Und: «Wir wollen viel, wir wollen immer mehr. Ich habe keinen Zweifel, dass wir das gegen Schweden zeigen werden.»

Zwei werden das nicht tun können: Captain Stephan Lichtsteiner und Innenverteidiger Fabian Schär verpassen den Achtelfinal mit Gelbsperren. Sie sehen sie für unnötige Fouls fern des eigenen Strafraums. Lichtsteiner mag danach nicht mit den Medien sprechen. Er wirkt angefasst. Petkovic sagt: «Es tut mir leid für die zwei. Aber unsere Mannschaft kann das verkraften.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Wachrüttler am 27.06.2018 23:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klingelingklingeling

    Hei Ihr Helden. so kann es denn nicht weitergehen Ihr Schlafmützen. Wie hat Herr Ruefer gesagt: Klingelingklingeling aufwachen. Da muss dann schon noch was nachgelegt werden. Sonst ist nach dem Achtelfinal wie Flasche leer auf Platz. Ich habe fertig.

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  • Anton am 27.06.2018 23:22 Report Diesen Beitrag melden

    Schweden sind stark

    Wer Weltmeister werden will, muss auch gegen Schweden gewinnen.

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  • Sidonie am 28.06.2018 06:41 Report Diesen Beitrag melden

    Gleiche Land

    Jetzt weiss es dann die ganze Welt, dass Suisse und Sweden nicht das gleiche Land sind

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tanzlehrer am 28.06.2018 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Nussknacker

    Wenn die Schweden und die Schweizer so spielen wie bis her wird die schwedische Nuss eine zu harte Nuss zum knacken sein für die Schweizer. Die Schweden sind viel stärker und schneller. Aber warten wir mal ab.

  • FJFJ am 28.06.2018 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Sommer

    Da ich den noch nirgends gelesen habe... Sommer hat an dieser WM bereits mehr Tore geschossen als Seferovic.

    • Boris am 28.06.2018 15:35 Report Diesen Beitrag melden

      Das gab es schon früher

      Hat nicht früher der coole Schreihals Goali Kahn etwa 4 Tore vom Tor aus geschossen ?

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  • Alex am 28.06.2018 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp

    Bitte liebe Nati rächt euch für unsere Eishockey-Nationalmannschaft Viel Glück

  • Andreas am 28.06.2018 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ticos haben überzeugt

    Die Ticos haben ein schönes, gelöstes Spiel geliefert und wunderbare Chancen kreiert. Die hätten den Sieg verdient. Die Schweiz zeigte sich in der Abwehr sträflich als Anfänger, gingen zu zweit auf den Ballbesitzer und liessen die Ticos ungedeckt vor dem Tor stehen. Kein Wunder wurden sie dermassen überrannt! #17 spielt kein Schweizer Fussball, sollte nicht spielen. Auch Embolo enttäuscht damit dass er immer genau das Gegenteil tut was der Mitspieler erwartet. Präzises und schnelles Passspiel aus der eigenen Hälfte oder auch mal in die Tiefe, genau wie die Ticos. Schneidet euch was ab!

    • Elmar Sperger am 28.06.2018 13:31 Report Diesen Beitrag melden

      Andreas bleib auf der Erde

      Andreas bleib auf der Erde jetzt geht es zum Achtels Final. das was sie erreicht haben das ist viel. Ich würde mich auch freuen. Ich sehe die Mache in Thailand.

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  • Aurel am 28.06.2018 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist wie es ist

    Obwohl sehr gefreut, bin ich auch froh, wenn die wm vorbei ist. Merke, dass trotz globalisierung immernoch eine grosse agreßion gegenüber anderen ländern herrscht und durch die wm hat sich das herauskristallisiert. Stimmt mich nachdenklich. Und einwenig traurig . Reisen öffnet und hilft. Wm: Der beste mit dem meisten glück gewinnt.

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