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17. Oktober 2019 15:19; Akt: 17.10.2019 15:24 Print

Geld sparen mit der «1, 2, 3»-Methode

Etwas Geld auf der Seite haben, ist ja nie schlecht. Die «1, 2, 3»-Sparmethode ist ein bisschen Marie Kondo, aber mit Geld.

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Ein bisschen mehr Geld auf der Seite haben: Das wünschen sich viele Menschen, denen Sparen nicht besonders liegt. Dabei wäre so ein Notpolster wirklich wichtig. Aber wo spart man am besten? Um das herauszufinden, hat die Finanzplanerin Shannah Compton Game eine Methode entwickelt, um gute von schlechten Ausgaben zu unterscheiden: Ähnlich wie bei Marie Kondo geht es darum, welche Ausgaben dich glücklich gemacht haben. Dafür machst du jede Woche eine Liste mit nicht zwingend nötigen Ausgaben. Fixe Kosten wie Miete, Krankenkasse, Handyabo etc. sind von dieser Liste natürlich ausgenommen: Es geht um jede andere zusätzliche Ausgabe. Anschliessend bekommt jede Ausgabe eine Nummer: 1, 2 oder 3. Ausgaben mit der Nummer haben dich nicht wirklich glücklich gemacht und liessen sich vermeiden. Compton Game sagt, bei ihr seien das meist Abo-Gebühren für Hefte, die sie nicht mehr lese, oder Dienste, die sie zu wenig benutze – wie beispielsweise Amazon Prime. Ausgabe mit der Kategorie 2 musst du nochmals überdenken, Ausgaben mit einer 3 haben dich glücklich gemacht, sind also ein Luxus, den du dir gern weiterhin gönnen willst – zum Beispiel richtig guten Kaffee. Dinge aus der Kategorie 2 kannst du versuchen günstiger zu machen oder einzuschränken. Wenn du beispielsweise oft auswärts isst (nicht genüsslich mit Freunden oder Familie, sondern aus Faulheit oder Zeitmangel zum Kochen), dann kannst du versuchen, dir da eine Limite zu setzen: nur ein- bis zweimal pro Woche zum Beispiel. So kannst du nach einiger Zeit die Ausgaben minimieren, die nicht nur unnötig sind, sondern dich auch nicht glücklich machen – und das Geld dafür sparen.

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Sparen ist wichtig: Dabei geht es nicht nur darum, dass man sich vielleicht grössere, teurere Dinge kaufen kann, sondern auch um ein Notpolster, falls unerwartet grössere Ausgaben anfallen.

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Sparen ist aber auch nicht ganz einfach, besonders für Menschen, die noch nie wirklich sparen mussten. Anfänger machen so viele Fehler, kaufen zum Beispiel teurere Markenprodukte, Essen oft auswärts etc. – und so bleibt am Ende des Monats einfach nie wirklich etwas übrig.

Ein bisschen Marie Kondo, aber mit Geld

Eine Methode, die sich gerade für Anfänger eignet, hat sich die amerikanische Finanzplanerin Shannah Compton Game einfallen lassen und in einem Podcast mit der Welt geteilt. Ihr Konzept: Falls du am Ende des Monats jeweils nichts mehr übrighast, musst du herausfinden, wie das ausgegebene Geld besser hätte investiert werden können.

Im Klartext: Welche Ausgabe hat dich wirklich glücklich gemacht? Natürlich ist Compton Game auch klar, dass das Bezahlen von Krankenkasse und Internet nichts ist, was einen glücklich macht. Zwingende Ausgaben wie beispielsweise Miete, Abonnemente/Benzin, Krankenkasse, TV und Internet und Grundnahrungsmittel sind nicht Teil des Sparkonzepts.

Wie glücklich macht dich eine Ausgabe?

Compton Game empfiehlt, jede Woche (oder sogar jeden Tag, falls du jemand bist, der schnell den Überblick verliert) eine Liste mit allen Ausgaben zu machen, die nicht zwingend waren. Anschliessend bekommt jede dieser Ausgaben eine Nummer:

1 bedeutet «diese Ausgabe hat mich nicht glücklich gemacht», 2 bedeutet «diese Ausgabe hatte keinen Einfluss auf meine Stimmung» und 3 bedeutet «diese Ausgabe würde ich sofort wieder machen». Dinge in der dritten Kategorie sind ihren Preis wert – die anderen beiden nicht.

Ausgaben überdenken

Anschliessend sollen die einzelnen Ausgaben überdacht werden, besonders die, die mit einer 1 markiert sind. Für Compton Game sind das beispielsweise Abos für Zeitungen oder Zeitschriften, die sie gar nicht mehr liest, oder Gebühren für Dienste, die sie kaum nutzt – zum Beispiel Amazon Prime. Zeit, diese Abos zu kündigen.

Als Nächstes gehst du zur zweiten Kategorie. Die Ausgaben hier sollten sich bei genauerer Betrachtung entweder in die erste oder in die dritte Kategorie einsortieren lassen und dir so bei der Entscheidung helfen, was damit passiert.

Nicht auf alles verzichten

Das Konzept bei Compton Game ist auch, dass man nicht auf alles verzichten musst. Angenommen, du kaufst regelmässig teuren Kaffee oder isst in einem nicht besonders preiswerten Restaurant dann ist das kein Problem – solange es dabei nicht um Gewohnheit, sondern tatsächlich um Genuss geht.

Du darfst dir Dinge gönnen, die dich glücklich machen. Mit dem Aufschreiben und Bewerten der Ausgaben soll dir besser klar werden, was dich wirklich glücklich macht – und was eigentlich nur lästige Gewohnheiten oder Dinge sind, die du nicht brauchst, etwa ein vergessenes Abo.

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manuela G. am 17.10.2019 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach zum heulen

    Alles wird teurer. Wo soll man denn noch sparen. Ich lebe sehr bescheiden. Am Schluss bleibt nichts übrig.

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  • R v N am 17.10.2019 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nix übrig

    Tolle Idee. Jetzt muss nach Miete, Krankenkassen, Steuern und Essen nur noch etwas übrig bleiben, und ich kann sofort damit anfangen... Ich habe einen 100%Job aber mit einer 4köpfigen Familie laufe ich auf den Zahnfleisch...

  • Heinz Walser am 17.10.2019 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter tip

    Kann ich nur empfelen. Mache ich schon seit Jahren und es funkzioniert. Auch meine Tochter hatt es so übernommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jasi am 18.10.2019 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur sparen, auch ausgeben

    Sparen für allfällige Notfälle oder für etwas Besonderes finde ich gut. Aber es ist wichtig, dass man Geld, das zur Verfügung steht (also nicht für jene, die am Existenzminimum leben), ausgibt. Da ist das Glücksprinzip keine schlechte Empfehlung. Wenn das Wellnesshotel Entspannung bringt, dann war es eine richtige Investition, wenn sie nur zum Angeben getätigt wurde, sinnlos.

  • Bleuer am 18.10.2019 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hartsparer

    Mein Mann und ich Arbeiten zusammen 160%.Ich verdiene deutlich weniger, da ich das 60% Pensum habe.Aber ich kann jeden Monat 600.- auf die Seite legen und den Rest des Lohnes, ist bis Ende Monat auch nicht Aufgebraucht.

  • Sie_30 am 18.10.2019 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie_30

    ich verdiene 4000 und schaffe davon 800 auf die seite zu legen...ich wohne alleine für 1350, bin raucherin, habe ein auto, kleider und essen...lege aber null wert auf markenprodukte, kaufe vieles occasion (handy, fernseh, no name kleider) oder discounter, ohne mich dadurch "eingeschränkt" zu fühlen, es geht also...alles einstellungssache, was jemanden wirklich "glücklich" macht..."freue ich mich mit einer guten freundin zu telefonieren?" oder "freue ich mich mit einem galaxy S10 pro zu telefonieren?"...

  • nicht lustig am 18.10.2019 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Luxusprobleme

    für Oberschicht geeignet. wenn man schon ab Mitte Monat jede Ausgabe zweimal überdenken muss, weil das Konto schon da anfängt, den Gürtel enger zu schnallen, ist diese Methode schlicht ein Luxusproblem...

  • Urs Realist am 18.10.2019 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Budget machen

    Wenn ihr wirklich Hilfe braucht, geht auf eine Beratungsstelle und erstellt ein Budget. Budgetvorlagen lassen sich auch herunterladen. Alle eintragen und nicht benötigte Sachen streichen (Abonnemets, Coffee to go etc. ). Schon geht es besser und das gesparte Geld mit Dauerauftrag auf ein separates Sparkonto (Notfallkonto ) überweisen, denn was ich nicht sehe gebe ich auch nicht auf. Im Beitrag hat es einige gute Ratschläge, befolgt auch diese wenn möglich.

    • Rentner am 18.10.2019 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Urs Realist

      Wenn man knapp am EM lebt gibt es nirgends mehr "Budgetberatung" und schon gar nichts zum runterladen.

    • Arbeiter am 18.10.2019 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rentner

      Man kann immer nur das negative sehen und jammern. Bin in armen Verhältnissen aufgewachsen und habe gelernt auch mit wenig auszukommen. Heute lebe ich sehr gut. Wie gesagt jeder ist selber seines Glückes Schmied!

    • fühl dich reich am 18.10.2019 19:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Rentner - mein Tipp für Sie

      fühl dich reich - bedeutet nicht gib mit vollen Händen aus was du nicht hast, sondern - schätze was du hast! War auch mal ein Jammeri bis mir jemand sagte "fühl dich reich, Du hast alles was du zum Lebe brauchst". Naklar hab ich gedacht und innerlich den MF gezeigt ABER es stimmt seit dem ich schätze was ich habe und mich reich beschenkt fühle, spare ich sogar jeden Monat ein wenig. Habe die grosse Wohnung gegen eine kleine getauscht, das Auto auch, neue Kleider brauch ich auch nicht monatlich. Versuchen Sie es mal (-;

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