Kosten

29. September 2019 08:55; Akt: 29.09.2019 08:59 Print

So viel kostet dich deine erste eigene Wohnung

Bestimmt willst auch du nicht für immer im Hotel Mama bleiben. Das solltest du wissen, bevor du dir eine eigene Bleibe suchst.

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Ziehst du bald in deine erste eigene Wohnung? Dabei gibt es einiges zu beachten. Zuerst das offensichtliche: Du musst dir die Miete leisten können. Die sollte maximal ein Drittel deines monatlichen Einkommens sein, im besten Fall weniger. Das sind aber nicht die einzigen Kosten, die auf dich zukommen: Neben der Miete verlangen die meisten Mieter eine Kaution, also bis zu drei Monatsmieten als Sicherheit. Je nach Preis deiner Wohnung kann das ganz schön teuer werden. Falls du es nicht sofort zahlen kannst, gibt es die Möglichkeit einer Kautionsversicherung – die ist aber umstritten ... ... und wird nicht von jedem Vermieter akzeptiert. Besser: Frag deine Eltern, ob sie dir das Geld für die Kaution vorschiessen, wenn du es wirklich nicht zusammenkratzen kannst. Weisst du, was auch noch kostet? TV, Streaminggebühren und Internet. Und dabei zahlst du nicht nur Abogebühren, sondern auch Billag – unabhängig davon, ob du die gebührenfinanzierten Programme schaust oder nicht. Ausserdem brauchst du eine Privathaftpflichtversicherung, falls du etwas kaputt machst. So ein paar Kratzer im Parkett können schnell sehr teuer werden, wenn ein Grossteil des Bodens entfernt werden muss, um die kaputte Stelle zu ersetzen. Wer zum ersten Mal in eine eigene Wohnung zieht, der hat meist auch nicht besonders viele Möbel. Hier musst du es nicht übertreiben: Mache eine Liste mit Dingen, die du so bald wie möglich brauchst – und solche, die nicht so dringend sind. Um Geld zu sparen, kannst du statt auf Möbelmärkten auch in Brockenhäusern oder im Internet (zum Beispiel auf Tutti.ch oder Facebook Marketplace) nach Schnäppchen suchen. In Wohnungsinseraten werden Schwächen gern schöngeredet. So kann beispielsweise ein «Liebhaberobjekt» ganz einfach eine Bruchbude sein. Und die «zentrale Lage» bedeutet vor allem viel Lärm. Bevor du dich also bewirbst und womöglich stundenlang für eine Besichtigung anstehst – bleib kritisch. Falls du dich aber bewerben willst, hast du am besten beim Besichtigungstermin schon alles dabei – je nach Verwaltung kannst du dich direkt vor Ort bewerben. Was du auf jeden Fall brauchst: Einen Betreibungsregisterauszug. Die Kosten für diesen Zettel variieren von Kanton zu Kanton. Und wenns hapert, bei der Wohnungssuche? Dann ist es meistens kein Problem: Die wenigsten Eltern stellen den Nachwuchs auf die Strasse. Alles klar? Dann steht deiner eigenen Bleibe und der Freiheit, die sie mit sich bringt, ja nichts mehr im Weg.

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Mammoni» nennt man in Italien die Nesthocker, die einfach nicht ausziehen wollen. Eine Studie einer internationalen Online-Partneragentur ergab, dass 83 Prozent der Italienerinnen und Italiener ohne Lebensgefährten im Alter zwischen 25 und 34 noch bei den Eltern wohnen.

Umfrage
Wie alt warst du, als du von zu Hause ausgezogen bist?

Ganz anders sieht es in der Schweiz aus: Schon die Hälfte der 21-Jährigen ist aus dem Hotel Mama ausgezogen. Denn so schön es beim Mami mit der feinen Küche und den stets frisch gewaschenen T-Shirts ist, selbstständig wohnen hat auch seinen Reiz – egal ob in einem Zimmer in einer WG oder in einer eigenen Wohnung. Sieben Tipps für deine erste Wohnungssuche.

Miete

Budgetberatungsstellen empfehlen, für die Miete inklusive Nebenkosten nicht mehr als ein Drittel des Netto-Einkommens zu veranschlagen.

Mietzinsdepot

Der Vermieter kann ein Mietzinsdepot von bis zu drei Monatsmietzinsen verlangen. Wer dieses Geld nicht hat, schliesst häufig eine sogenannte Mietkautionsversicherungen ab. Davon ist allerdings wegen der hohen Kosten abzuraten. Besser also, man bittet beispielsweise die Eltern, das Depot zu übernehmen.

Weitere Kosten

Was man auch gern verdrängt, sind die Radio- und TV-Gebühren, die auch anfallen, wenn du kein einziges Mal Schweizer Fernsehen guckst. Ausserdem benötigst du eine Privathaftpflichtversicherung für den Fall, dass du was kaputt machst. Und nicht zuletzt muss du als Mieter kleinere Reparaturen und den Unterhalt in der Wohnung selber berappen.

Einrichtung

Erst mal eine Checkliste erstellen: Was braucht es überhaupt? Wo bekommst du das Notwendigste möglichst günstig? Es ist nicht nötig, dass du bereits in der ersten Woche perfekt eingerichtet bist.

Immobilien-Code

In Wohnungsinseraten werden Schwächen gern schöngeredet. So kann beispielsweise ein «Liebhaberobjekt» ganz einfach eine Bruchbude sein. Und die «zentrale Lage» bedeutet vor allem viel Lärm. Bevor du dich also bewirbst und womöglich stundenlang für eine Besichtigung anstehst – bleib kritisch.

Wohnungsbewerbung

Dass du bei der Besichtigung einen guten Eindruck machst, indem du pünktlich und gepflegt erscheinst, ist klar. Wenn du dich dann für die Wohnung bewirbst, reichst du alle verlangten Unterlagen ein, und zwar so rasch als möglich. Den Betreibungsregisterauszug – ohne diesen geht gar nichts – solltest du deshalb schon vorher beim zuständigen Betreibungsamt bestellen.

Immer mit der Ruhe

Die meisten Eltern legen bei ihren Kindern keinen festen Auszugstermin fest, allenfalls eine Frist. Du hast also Zeit, dich in Ruhe um deine neue Bleibe zu kümmern. Diese soll ja nicht nur bezahlbar sein, du sollst dich darin auch wohlfühlen.

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vanessa am 29.09.2019 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da fehlt noch was..

    Also eeeeigentlich kommen dann ja noch Sachen wie Geschirr, Medikamente (so das nötigste?), der erste Einkauf an Esse. etc., Badezimmer-Utensilien wie Handtücher, Putzmittel, Stau sauger und sowas dazu? Das läppert sich dann auch noch schnell. Vor allem zu beginn merkt man sehr schnell was einem noch fehlt.. deshalb sollte man vielleicht schon einen kleinen Bazen parat haben. :-)

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  • Jacqueline am 29.09.2019 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohnung

    Ja es sind ja viele Wohnungen leer wie man aus den Zeitungen erfährt, nur sollten die Vermieter auch einen angemessen Preis dafür verlangen. Die Preise sind manchmal überissen für das wo angeboten wird.

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  • Dan Wesson am 29.09.2019 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klimajünger

    Bald kommen die heute demonstrierenden auf die Welt, wenn aufgrund der Panik das Wohnen noch teurer wird und für junge Singles vielerorts unbezahlbar.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • René am 02.10.2019 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnfreier Artikel

    Das wichtigste fehlt in diesem Artikel - was kostet denn nun die erste eigene Wihnung wirklich????

    • Tim T. am 02.10.2019 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @René

      Genau. Da der Artikel vermutlich irgendwo aus dem Ausland stammt und ein bisschen "schweizerisch" gemacht wurde, konnte man die Preise nicht einfach übernehmen. Und eine eigene Preisrecherche wäre dann doch zu viel des Guten gewesen.

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  • S. Berger am 30.09.2019 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebhaberobjekt?

    Suche Liebhaber zum Liebhaben, ohne Bruchbude.

  • PROLLTRASH am 30.09.2019 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    für nichts

    dank den klimawandelanhänger wird es in zukunft noch teurer als es ohnehin schon ist. danke dafür...

  • die Ritterin am 30.09.2019 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausbeutung durch Eltern

    Würden Jugendliche nicht schon während der Lehre von ihren eigenen Eltern mittels übertriebenen Lohnabgaben ausgebeutet, müssten sie beim Auszug nicht die Mietzinskaution zusammenbetteln. Ein gutes finanzielles Polster ist das A und O zur Selbstständigkeit.

    • PROLLTRASH am 30.09.2019 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @die Ritterin

      das ging auch mit abgaben ganz gut. aber es war auch noch nicht so teuer. da damals der klimawandel noch kein thema war. der klimawandel wird alles in diesen jahren teurer machen.

    • Schule fürs Leben am 30.09.2019 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      So ein Quatsch

      Wo bitte ist es übertrieben einen kleinen Teil der Unkosten mitzutragen, wenn man sein eigenes Geld verdient? Ist ja (normalerweise) nicht so, dass der Nachwuchs den ganzen Lohn abgeben muss, Kost und Logie ist also immer noch fast gratis und dann liegt auch Sparen noch locker drin. Die sollen ruhig lernen, dass man nicht immer das neuste Smartphone braucht und eben nicht jede Woche Ausgang drin liegt. Ich habe heute sogar weniger Sackgeld als im Vergleich zur Lehre, reicht mir aber völlig.

    • die Ritterin am 30.09.2019 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schule fürs Leben

      Wenn Jugendliche mit einem Lohn von 700-800.- zuhause über die Hälfte abgeben müssen und zusätzlich noch GA, auswärts Mittagesen, Kleider, Handy, Schulmaterial usw selber bezahlen müssen, hätten die Eltern besser auf Kinder verzichtet. Gerade solche, welche als Kinder/Jugendliche kurz gehalten wurden und nicht sparen können, ziehen früh aus, um dem elterlichenGängelband zu entkommen und verschulden sich, weil sie sich endlich etwas gönnen wollen. Wir haben ein sehr bescheidenes Einkommen. Trotzdem ist es uns wichtig, dass meine Kinder sparen können, bevor sie ausziehen. Wir geniessen unser Familienleben.

    • Sanna am 02.10.2019 09:45 Report Diesen Beitrag melden

      @die Ritterin

      Warum nehmen Sie an, dass andere Eltern ihre Kinder ausnehmen und sie nicht genauso verwöhnen, wie Sie es tun?

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  • L/B am 30.09.2019 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    23 Jähriger

    Als ich mit 21J vor einem Jahr auszog, hatte ich nur eine Playstation 4, Mein TV und das Bett drin. Gym lag nicht drin, Ausgang zu teuer. So machte ich Sport im Wald, Vitaparcour. War am Wochenenede immer Zuhause am Zocken. Nur Wasser getrunken zum Sparen.. Jetzt nach zwei Jahren, Wohnung komplett eingerichtet, auf der Seite ca. 30k, ab märz das studium (selbstfinanziert) . Es muss nicht jeden Tag Kaviar sein, ein Apfel tuts auch (-;