Abspülen?

29. Oktober 2019 16:38; Akt: 29.10.2019 16:38 Print

Darf man Teller so in die Maschine stellen?

Ein Geschirrspüler kann viel Arbeit im Haushalt abnehmen. Aber nicht alles gehört in die Abwaschmaschine.

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Geschirrspüler gehören vermutlich zu den beliebtesten Geräten überhaupt: Sie nehmen einem viel Arbeit ab ... ... und verhindern stapelweise Geschirr im Lavabo. Damit der Geschirrspüler aber auch optimal läuft, muss er richtig gewartet werden – und richtig befüllt. Um gleich einen Irrtum aus der Welt zu räumen: Es ist nicht nötig, die Teller vorher gründlich abzuwaschen. Zwar müssen gröbere Essensreste entfernt werden, damit sie den Abfluss nicht verstopfen, einen Rest Schmutz braucht es aber, damit das Spülmittel richtig greift. Kommen wir nun zu den Dingen, die im Geschirrspüler nichts verloren haben: Messer. Besonders sehr scharfe Messer sind an der Schneide extrem dünn. Im Besteckkorb kann anderes Besteck diese Klinge beschädigen. Auch das Spülmittel (und das darin enthaltene Soda) beschädigt die Schneide und lässt das Messer auf Dauer stumpf werden. Ausserdem tut es den Messern nicht gut, wenn sie benutzt länger in der Maschine stehen bleiben – besonders wenn damit säurehaltige Lebensmittel geschnitten wurden. Die Fruchtsäure greift die Schneide stärker an, je länger sie sich auf der Klinge befindet. Wenn du an Geschirr mit Goldverzierungen lange Freude haben willst, dann gehören auch die nicht in die Maschine. Dasselbe gilt für Geschirr mit Dekorationen über der Glasur (meist sehr alt). Während Silber umstritten ist (Silberhersteller Jenzler bezeichnet sein Besteck als spülmaschinengeeignet), gehören Messing, Bronze, Kupfer- und Zinnteile nicht in die Maschine. Sie könnten dort schwarz anlaufen oder matt werden. Ebenfalls meist nicht spülmaschinentauglich: Thermoskannen. Hier kommt es aber sehr auf die Angaben des Herstellers an – und darauf, wie gut man die Kanne auseinandernehmen kann. Nun gibt es noch einige Dinge, die zwar eigentlich nicht in den Geschirrspüler gehören, gelegentliche Waschgänge aber vertragen: Dazu gehört Holz. Holz lebt bekanntlich, und wenn es nass wird, dann kann es Risse bekommen und sich verformen. Gerade aus hygienischen Gründen werden aber hölzerne Schneidebrettchen und Kochlöffel in vielen Haushalten hin und wieder in der Maschine gewaschen. Auch Töpfe und Pfannen haben in der Abwaschmaschine eigentlich nichts zu suchen, gehen aber auch nicht beim ersten Versuch kaputt. Ausnahme: Die Gusseisenpfanne, die darf man nicht mal von Hand richtig abwaschen, sonst geht sie kaputt. Umstritten sind auch Plastikbehälter. Das war früher, als die Geschirrspüler noch Heizstäbe eingebaut hatten, tatsächlich ein Problem. Heute sind die meisten Plastikbehälter (und Schneidebrettchen) spülmaschinenfest.

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Von all den Geräten, die in einer Küche benutzt werden, ist der Geschirrspüler wohl nicht nur das beliebteste Gerät, sondern auch der Herd vieler Konflikte mit Familienmitgliedern und Mitbewohnern: Die Maschine wurde wieder nicht richtig eingeräumt, nicht laufen gelassen, nicht ausgeräumt.

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Damit der Geschirrspüler aber die optimale Leistung bringen kann, muss er richtig befüllt werden – und gewartet. Hier sind vier Tipps, mit denen dein Geschirrspüler länger und besser läuft. In der Bildstrecke zeigen wir dir ausserdem Dinge, die wirklich nichts im Geschirrspüler verloren haben.

1. Das Geschirr muss vorher nicht sauber abgespült werden

Klar, Essensreste musst du entfernen, bevor du Teller und Ähnliches in die Maschine stellst, die können sonst den Ablauf verstopfen. Aber: Laut den Herstellern, zum Beispiel Finish, ist Geschirrspülmittel so konzipiert, dass es sich auf Schmutz festsetzt und dort wirkt. Gibt es keinen Schmutz, an dem sich die Seife festsetzen kann, ist sie weniger effizient.

2. Es gibt eine «richtige» Art, den Geschirrspüler zu füllen

Grundsätzlich gilt: Teller unten, Tassen, Töpfe und Gläser oben. Damit die Maschine aber die optimale Leistung abliefern kann, darf zum Beispiel der Sprüharm (wie ein Ventilator, meist ganz oben oder unter der oberen Schublade befestigt) nicht blockiert werden. Das passiert, wenn zu grosse Dinge in den Geschirrspüler gepackt werden.

3. Auch ein Geschirrspüler muss gereinigt werden

Reinigungsgeräte zu putzen erscheint vielen absurd, ist aber wichtig: Falls sich am Ablauf Essensreste sammeln, läuft nicht nur das Wasser nicht mehr richtig ab, die Maschine beginnt auch zu stinken. Mindestens zwei- bis dreimal pro Jahr solltest du einen Maschinenreiniger benutzen, damit das Gerät möglichst lange hält.

4. Manche Dinge haben nichts im Geschirrspüler verloren

Mittlerweile gibt es viele Pfannen und Messer, die mit einem «Dishwasher safe»-Symbol (geschirrspülertauglich) versehen sind. Grundsätzlich gilt aber immer noch die alte Regel: In den Geschirrspüler gehören in erster Linie Teller, Tassen, Gläser und Besteck. Pfannen und Messer sollten von Hand abgewaschen werden, da sie so tendenziell länger halten und die Messer länger scharf bleiben. In der Bildstrecke siehst du eine Liste von Dingen, die in einem Geschirrspüler nichts verloren haben – oder zumindest nicht regelmässig da hineingehören.

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinz am 29.10.2019 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Leider wohl notwendig

    Ah der sprühende Dreharm muss ich auch drehen können, das war mir jetzt neu...nicht. Scheinbar ist das wirklich notwendig so etwas zu erklären. Ebenfalls, das der Geschirrspüler kein Abfallschlucker ist. Dachte immer das sei selbstverständlich aber man lernt jeden Tag etwas kleines dazu.

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  • Ultragrüner Weltenretter am 29.10.2019 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahrer Umweltschutz geht anders

    Alles dummes Zeugs! - Wer wirklich umweltbewusst ist, der stellt das Geschirr einfach nach draussen und wartet bis es gereinigt ist. Zuerst picken die Krähen und Elstern die Resten weg, dann schlecken die Nachbarskatzen und Hunde alles blank. Mit dem nächsten Regen wird gespült und die Sonne bringt dann den Glanz zurück. Am nächsten So ist der Tisch im Garten dann schon wieder gedeckt.

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  • Möpmöp am 29.10.2019 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Simpel

    Ist der Schmutz nicht weg sollte man vorspülen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel Sauber am 03.11.2019 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Hausmann

    Seit Jahren wasche ich alles mit "Potz"ab der der Slogan heisst Potz putzt alles ausser die Schwiegermutter.

  • Roger Campos am 01.11.2019 04:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Küchenhexe am 31.10.2019 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Übereinander gestapeltes Geschirr ..

    ... wird im Geschirrspüler NICHT sauber, auch nicht zu nahe aneinanderliegende Teller und Brettli!

  • Gastro Einrichter am 31.10.2019 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Noch ein paar Tipps vom Fachmann

    Küchenutensilien aus Holz sind wieder in und werden gelobt. Komisch, in der Gastronomie sind sie per Gesetz verboten! Kunststoffe können viel heisser gereinigt werden als Holz und vertragen Chemikalien. In Kratzern im Holz können Bakterien locker überleben, der Geschirrspüler mit Lauge und Hitze entfernen aber auch die natürlichen Stoffe im Holz, die eben Bakterien und anderes zerstören. Und viele Hölzer verformen sich. Milch!! Geschirr mit Milch daran muss vorgereinigt werden, sonst haben sie einen Milchfilm auf den Gläsern. Restaurants haben daher immer eine separate Maschine für Gläser.

    • Schlaui am 31.10.2019 14:03 Report Diesen Beitrag melden

      milchige Gläser

      Der milchige Anblick von Gläsern kommt nicht von der Milch, sondern von zu grosser Hitze. Darum Glas nur im oberen Teil der Maschine waschen

    • Gastro Einrichter am 31.10.2019 19:10 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ganz so schlau!

      Es gibt die sogenannte Glaserosion. Da werden Glasbestandteile u.a. durch die Chemie des Waschmittels ausgespült. Und auch die Zeit hilft, wie Wasser auch Steine schleift. Dann werden die Gläser blind und nie mehr klar. Milchfett legt sich als Film auf die Gläser. Den bekommt man aber wieder ab! Glas wird mit sehr hohen Temperaturen gegossen, geformt oder geblasen. Da sind die Temperaturen eines GS läppisch, zumal meistens nicht mit mehr als 60 Grad gewaschen wird. Und in separaten Maschinen haben sie kein Risiko, dass Gläser nach Essen riechen. Übrigens, Hitze steigt, so wegen oben waschen.

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  • Giovanni Schu Weiss am 30.10.2019 03:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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