Antilia in Mumbai

06. Oktober 2019 15:30; Akt: 06.10.2019 15:30 Print

Dieses Einfamilienhaus kostet 2 Milliarden Dollar

Das teuerste Einfamilienhaus der Welt steht in der indischen Metropole Mumbai und wirft nicht nur wegen seiner krassen Eckdaten einige Fragen auf.

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Die Visualisierung des Architekturbüros Perkins and Will aus Chicago zeigt das teuerste Einfamilienhaus der Welt. Das Antilia soll einen Wert von 2 Milliarden Dollar haben, es ist 173 Meter hoch und umfasst 27 Stockwerke und 35'000 Quadratmeter Wohnfläche. Bewohnt wird es lediglich von sechs Personen. Die Hausherren sind der indische Multimilliardär Mukesh Ambani (62) und seine Ehefrau Nita Ambani (55). Sie bewohnen das Haus zusammen mit Mukeshs Mutter und ihren drei Kindern. Der Ambani-Clan ist die vermögendste Familie Indiens, ihren Reichtum verstecken sie nicht. Im Februar 2019 schmissen sie zur Hochzeit von Sohn Akash Ambani eine Party in St. Moritz für 850 geladene Gäste, für die sie extra eine Chilbi aufbauen liessen. Auch beim Bau ihres Hauses hat die Familie nicht gespart und sich eines der höchsten Häuser Mumbais aufstellen lassen. Die Antilia-Residenz steht in einem der teuersten Gegenden Mumbais und hätte eigentlich gar nicht gebaut werden dürfen. Das Grundstück gehörte ursprünglich einer Stiftung für Waisenkinder und war unverkäuflich. Irgendwie konnten sich die Ambanis das Land aber trotzdem sichern. Nita Ambani posiert in einem der Wohnräume ihres Hauses. Von den 27 Stockwerken werden nur die obersten vier von der Familie bewohnt. Diese Foto zeigt die massive Raumhöhe im Hochhaus. Ein Gebäude von 173 Metern hat normalerweise 40 bis 50 Stockwerke, im Antilia sind es 27. Welchen Raum diese Visualisierung zeigt, ist nicht klar. Auf 37'000 Quadratmetern wird es einige solche Räume geben. Auf den unteren Etagen hat sich die Familie nebst einem Kino, einem Spa, Ballsälen und einer Garage für 168 Autos einen Hindutempel einbauen lassen. Hier, mit bester Aussicht auf Skyline und das Meer, wird gebetet.

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Was für ein Haus baut man sich, wenn man 50 Milliarden Dollar auf dem Konto hat und auf der «The World's Billionaires»-Liste des «Forbes»-Magazins auf Platz 13 steht? Im Fall des Ölmagnaten Mukesh Ambani (62) lautet die Antwort: Ein Hochhaus von 173 Metern Höhe mit 27 Stockwerken an der teuersten Lage Mumbais mit Platz für sechs Familienmitglieder und 600 Angestellte. Der Wert des Hauses mit dem Namen Antilia beträgt unglaubliche 2 Milliarden Dollar.

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Das teuerste Einfamilienhaus der Welt wurde 2010 fertiggestellt, die Idee zum gigantischen Bau hatte Ambanis Frau Nita aber bereits fünf Jahre früher in New York, als die beiden in der Sauna des Mandarin Oriental Hotels im 35. Stock schwitzten und die Aussicht über den Central Park bewunderten. Kurz entschlossen engagierte Nita die Architekten des New Yorker Hotels und erteilte ihnen den Auftrag zum Bau ihres Eigenheims in Mumbai.

600 Mitarbeiter für sechs Bewohner

Laut einem Sprecher der Familie hat der Bau in fünf Jahren 50 bis 70 Millionen Dollar verschlungen, der Wert des Hauses wird heute auf ungefähr 2 Milliarden Dollar geschätzt. Einige zweifeln diesen Betrag jedoch an und vermuten, dass bei der Schätzung indische Rupien mit Dollar verwechselt wurden. 2 Milliarden Rupien entsprechen ungefähr 27 Millionen Schweizer Franken – dieser Betrag ist wiederum zu niedrig für ein Gebäude dieser Dimension.

Egal, welcher Betrag nun stimmt – die Eckdaten der Residenz sind so oder so extrem. Das Haus mit 37'000 Quadratmetern Wohnfläche wird nur von sechs Personen bewohnt. Nebst Mukesh Ambani, seiner Frau und seiner Mutter wohnen nur noch die drei Kinder im Haus. Versorgt wird die Familie von nicht weniger als 600 Hausangestellten.

Das Haus hat eine eigene Flugverkehrszone

Bewohnt werden nur die obersten vier Etagen des Hauses, darunter liegen Gesundheitsetagen mit einem Spa von 1600 Quadratmetern, ein Tanz- und Yogastudio, ein Ballsaal und ein Kino für 50 Personen. Ein Tempel und sechs Stockwerke sind für die 168 Autos der Familie reserviert. Praktischerweise wurde eine hauseigene Servicewerkstatt eingeplant, damit die Karossen immer gut im Schuss sind.

Mukesh Ambani hat sich laut verschiedenen Medienberichten beim Bau über einige Gesetze hinweggesetzt. So sind auf dem Hausdach drei Helikopterlandeplätze gebaut worden, obwohl das laut Gesetz gar nicht erlaubt wäre. Bis heute habe sich aber noch niemand beklagt – im Gegenteil. Die Stadt hat sogar eine eigene Flugverkehrszone für die Helikopter der Familie Ambani eingerichtet. Ausserdem steht das Gebäude auf einem Grundstück, das einer Stiftung für Waisenkinder gehörte und eigentlich unverkäuflich war. Trotzdem hatte Ambani offenbar kein Problem, das Land zu erwerben.

Grösstes Haus der Welt in der Stadt mit dem grössten Slum der Welt

Der grösste Kritikpunkt am Haus der Familie Ambani ist sozialer Natur. Mit Antilia hat sich der vermögende Clan nämlich das grösste Einfamilienhaus in einer Stadt gebaut, die mit Dharavi auch den grössten Slum der Welt beherbergt.

(lme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bravo am 06.10.2019 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Tolles indisches Multimilliardärs-Paar

    Es grüssen Euch alle hungernden, bettelden, kranken, leidedenden und ausgebeuteten armen Mitmenschen aus dem schönen Indien.

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  • Esteban am 06.10.2019 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Und aus der CH fliessen sicher noch immer Entwicklungshilfegelder nach Indien.

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  • Sensation.white am 06.10.2019 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wenn man nicht weiss wohin mit dem Geld

    ernsthaft 600 Angestellte???? na gut wenn die ordentlich bezahlt werden ist es ja gut. allerdings hätte der Herr lieber das Geld an die Bedürftigen seines Landes spenden können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • CorneliaW am 07.10.2019 23:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    grausame Welt

    Ich denke ab einem gewissen Vermögen bleibt der Verstand auf der Strecke. Dass das Masslose, in einem derart Armen Land, so zur Schau gestellt wird, ist für mich schlicht nicht Fassbar.

  • Anna am 07.10.2019 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kulturen

    Schön für diese Familie. Das sind so die kleinen Unterschiede in unseren verschiedenen Kulturen. Platz wäre für eine Waisenhaus gedacht? Da muss man sich ja fremd schämen für diese Familie.

  • Rainer B. Trug am 07.10.2019 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deisgnated

    Haha da können sie den Duft der Fäkalien, die rund um sie herum auf die Strasse defäkiert werden, besonders gut riechen.

  • ein schelm am 07.10.2019 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wololo

    Die Frage ist. Wurde das Grundstück "geklaut" oder haben sie anderorts einen Ersatz dafür organisiert. Mit dem Karma ist nicht zu spassen, insbesondere nicht wenn es um die schwächsten der Gesellschaft geht.

  • Small Blind am 07.10.2019 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäre nichts für mich

    Ich bin kein Neider und auch kein Sozialist - ich finde jeder soll sein Geld ausgeben, wie es ihm beliebt. Mir persönlich wäre es aber peinlich, in einem derart armen Land wie Indien so extrem dekadent zu leben... Die Diener, die ihn täglich umsorgen, leben bestimmt erbärmlich. Nein, für mich geht wohlfühlen anders.