Streitpunkte

27. Mai 2019 17:02; Akt: 27.05.2019 17:02 Print

Darauf musst du dich in einer WG gefasst machen

Weg vom Mami, rein in die erste eigene Wohnung. Die ist häufig ein Zimmer in einer WG. Da ändert sich doch einiges.

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Du hast also bisher im Hotel Mama gewohnt. Schön! Nun wird es aber Zeit für die erste eigene Wohnung. Bei jungen Menschen ist die erste eigene Wohnung oft eine, die mit Freunden geteilt wird. In einer WG zu wohnen, bringt aber Herausforderungen mit sich. Auf den folgenden Bildern zeigen wir dir, worauf du dich in einer WG gefasst machen musst – und wie du und deine Mitbewohner möglichst harmonisch zusammenleben. Theoretisch ist alles wunderbar: Gemeinsam wohnen, gemeinsam kochen, ... ... fröhliche Partys und es ist immer einer da, der einem zuhört. Irgendwann, meist schneller, als du denkst, kommt aber der Alltag. Das dreckige Geschirr türmt sich, fremde Haare verstopfen den Abfluss, ... ... und nach der Party will niemand aufräumen. Jetzt ist es Zeit, mit den WG-Kollegen zu reden – und allenfalls zu machen, selbst wenn du das total uncool findest. Auch wenn man schon lange befreundet ist und sich sehr gut kennt – sobald man zusammen wohnt, verbringt man sehr viel mehr Zeit zusammen als das vorher der Fall war. Da kann es schon mal sein, dass dich sogar der beste Freund und Seelenverwandte so richtig nervt. Wichtig ist hier ein respektvoller und toleranter Umgang, damit das Zusammenleben klappt. Deine WG-Kollegen bekommen früher oder später alles mit: Seien es Geldprobleme, eine neue Flamme, eine gescheiterte Beziehung oder Ärger im Job – die ganze WG weiss, was läuft. Und das beruht natürlich auf Gegenseitigkeit. Ganz klar, dass du sehr persönliche Dinge für dich behältst. Schliesslich zählst du ja auch auf die Verschwiegenheit der anderen. Bei Mami war vermutlich der Kühlschrank immer schön gefüllt und es fehlte weder an Klopapier noch an Duschgel. In der WG musst du dich selbst darum kümmern. Da ist man schon versucht, sich einfach am Bier oder am Shampoo des WG-Gspänlis zu bedienen. Aber wenn alle so handeln, ist der Ärger vorprogrammiert. Ob Geld, Ordnung, Dreck oder Lärm – es gibt in einer WG jede Menge Konfliktherde. Idealerweise räumt man die schon aus, bevor sie ausbrechen, indem beispielsweise zum Vornherein verbindliche Abmachungen getroffen werden oder allfällige Streitpunkte wie vergammelte Lebensmittel im Kühlschrank sofort angesprochen werden. Trotzdem wird es wohl früher oder später zu hitzigen Diskussionen oder gar Streit kommen. Hier helfen Tipps aus der Mediation: Man setzt sich zusammen, und in der ersten Runde darf jeder das Problem in einem Satz aus seiner Sicht schildern, ohne dass jemand widerspricht. In der zweiten Runde trägt jeder seinen Wunsch für die Lösung vor. Dritte Runde: Jeder erklärt, was er genau zur Lösung beitragen kann. Mit der richtigen Kommunikation, viel Verständnis und Kompromissbereitschaft kann eine WG eine wunderbare Heimat sein – und genau die richtige Mischung aus Freiheit, Freunden und Klassenlager.

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Gerade in der Stadt, wo der Wohnraum knapp ist, ist eine Wohngemeinschaft eine praktische Lösung. So lebten denn auch in der Stadt Zürich in den Jahren 2013 bis 2016 zwischen 12,4 und 13,5 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung in einer WG. Über drei Viertel von ihnen wohnen mit zwei oder drei Mitbewohnerinnen oder Mitbewohnern zusammen.

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Das WG-Leben kann ganz lustig sein, ohne Zoff geht es aber meistens nicht. Und wie zu Hause bei den Eltern ist es schon gar nicht. In der Bildstrecke siehst du, worauf du dich in einer WG gefasst machen musst.

(mst)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ralle am 27.05.2019 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts für mich

    Weil ich mit 20 Jahren schon wusste das ich definitiv keine Lust habe mir all solche Probleme anzutun, habe ich sehr bewusst für mich alleine eine Wohnung gesucht. Das halte ich auch im Nachhinein für eine sehr weise Entscheidung. Mag schon auch ab und zu eine lustige Zeit in einer WG zu sein, mir reichte aber stehts der Besuch bei den Kollegen und ihrer Gemeinschaftswohnung.

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  • Minnie_A am 27.05.2019 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie in der Familie

    Kann genauso auf jede Beziehung/ Ehe/ Haushalt mit Kindern angewandt werden. Klare Absprachen & Zuverlässigkeit.

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  • Silvan am 27.05.2019 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Einige Vorteile...

    Man hat eine grosse Stube (da grosse Wohnung) Man kann an guter Lage wohnen, da Preis durch 3 oder 4 geteilt wird Putzfrau ebenfalls durch 3 oder 4. Also ich wohne mit 2 Kollegen nähe Bahnhof Enge, schöne Wohnung mit Ballkon und alle zahlen je 1100 inkl internet Putzfrau etc. Für dieses Geld könnte ich mir nichtmal in der Agglo eine anständige 1.5 zimmer whg mieten... Das gesparte Geld wird für das spätere Eigenheim auf die Seite gelegt. Da nehme ich die 2-3 Nachteile gerne hin.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • die Ritterin am 30.05.2019 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bünzliger Putzteufel

    Ein WG Leben wäre wohl auch als jung nichts für mich gewesen. Ich bin sehr pingelig und ich stelle es mir schwierig vor, einen WG Partner zu finden, wenn man in die Anzeige schreibt: " suche Putzteufel als WG Partner". Wahrscheinlich würde sich niemand melden, da zu bünzlig ;-) s

  • Riichä Richi am 30.05.2019 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nehmen und für Nachschub sorgen

    In meiner ehemaligen WG war es kein Problem wenn man sich am Bier oder Essen des Mitbewohners bedient hat, man hat am nächsten Tag einfach eingekauft.

  • Ange Lo am 30.05.2019 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    WG mit bestem Freund

    Mein bester Freund und ich sind gleich nach der Lehre zusammengezogen. Wir haben uns in der Lehre kennengelernt und gingen in die gleiche Klasse und waren auch schnell als BFFs bekannt. Die WG war der Hit, wir hatten keine Streitpunkte sondern sprachen Probleme sofort an. Wir haben zusammen mit lauter Musik geputzt, zusammen gekocht, Freundinnen des anderen rein raus laufen sehen. Wir haben einen wichtigen Lebensabschnitt geteilt welcher ich heute nicht mehr missen will. Ich vermisse es mit ihm zusammen zu wohnen. Danke für die geilste Zeit meines Lebens O.W. Gruss A.M

  • CaMau am 30.05.2019 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    Das ist nichts für mich. Aber ich freue mich, wenn meine Kinder in eine WG ziehen und dort sehen, dass sie sich nicht verweigern können und Verantwortung übernehmen müssen.

  • Ehemalige WG Bewohnerin am 29.05.2019 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Kommunizieren

    wir hatten eine 3 Mäderl- WG. Jeder machte das, wo er damals einigermassen gern machte :))) und so ging die Rechnung auf. Wir hatten Glück, da wir 3 es gerne Ordentlich und saubet wollten. Ansonsten "Putzplan" erstellen. Vorab Kommunizieren wie es in der WG abläuft, dann funktionierts schon.