«Wenn es Lob geben muss, dann gibt es auch Lob von meiner Seite. Wenn es schlecht ist, dann probiere ich auch zu kritisieren. Aber ich glaube, es war heute genau die Schweiz, die uns stark gemacht hat. Die Einheit, das Engagement mit und ohne Ball. Manchmal muss man auch dreckige Läufe für den anderen machen. Die gewissen individuellen Zweikämpfe zu gewinnen. Fussball ist nicht nur mit Ball, sondern auch ohne Ball. Und ich glaube, man hat heute über 90 Minuten hinweg wirklich ein ganz gutes Spiel gemacht.»
«Was heisst Thema gewesen? Wir wussten, dass wir hier nur als Einheit auftreten können. Natürlich haben wir individuelle Klasse in der Mannschaft, aber im modernen Fussball von heute muss man als Mannschaft auftreten. Danach kommen auch die individuellen Leistungen heraus und sprechen für jeden. Am Schluss profitiert jeder. Uns war bewusst, dass wir einfach als Einheit besser sein müssen, mehr machen und vor allem Mentalität, Willen und Rhythmus ins Spiel bringen müssen. Ich glaube, das haben wir wirklich sehr gut gemacht.»
«Es gibt so viele schöne Geschichten im Fussball, das ist klar. Natürlich ist man enttäuscht, wenn man nicht von Anfang an spielt. Aber wenn man so einen Kader mit so viel Qualität hat, dann braucht es halt etwas Geduld. Dann musst du bereit sein, wenn der Trainer dich einwechseln will. Heute haben die Spieler, die mit dem Manzambi, dem Vargas und dem Sow reingekommen sind, den Unterschied gemacht. Man braucht jeden einzelnen Spieler. Das hat man gegen Katar gesehen, das haben wir heute gesehen, und es ist extrem wichtig, dass man wirklich bereit ist, dass man weiss: Okay, wenn man nicht von Anfang an spielt, bekommt man die Chance und kann den Unterschied machen. Umso schöner ist es, dass sie den Unterschied gemacht haben und wir gewonnen haben.»
«Ich glaube, die Leute wissen, wer ich bin. Natürlich gibt es vielleicht einige Menschen, die mit Kritik nicht umgehen können. Ich bin einer, der sich selbst kritisiert, bevor ich jemanden anderen kritisiere. Und ich glaube, es kommt immer anders rüber, wenn ich etwas sage. Aber es ist okay. Ich kenne es nicht anders. Ich glaube, mittlerweile kann die Schweiz wirklich stolz sein, dass sie einen Spieler mit 148 Spielen für die Schweiz haben. Für diese Farben, für die Nation, purer Stolz dahinter. Aber vielleicht brauche ich das persönlich. Ich provoziere auch noch ein bisschen. Am Schluss ist für mich wichtig, dass die Mannschaft hinter mir steht, dass wir gemeinsam auftreten, wie wir es heute gemacht haben, und alles andere hat mich noch nie interessiert. Entsprechend zählt nur das, was auf dem Platz passiert.»
«Natürlich ist es nicht immer einfach. Ich würde lügen, wenn ich sage, es geht einfach hier rein und raus. Natürlich tut es weh, weil es Dinge gibt, die ich ab und zu nicht verstehe. Es ist viel geschrieben worden, vor allem gestern und vorgestern. Da war ein grosser Artikel, der nicht einfach so an einem vorbeigeht. Aber wie gesagt, für mich ist es ganz wichtig, auf dem Platz zu sein. Das kann ich beeinflussen. Alles andere von aussen kann ich nicht beeinflussen. Ich kann nicht das Gefühl haben, dass nicht jemand hinter mir steht oder ich hinter jemandem, sondern ich bin für den Erfolg hier. Solange ich hier bin, werde ich den Erfolg suchen, pushen und wenn es sein muss, auch kritisieren. Loben, wenn wir auch wie heute eine gute Balance finden.»
(SRF)