Publiziert 18. Oktober 2026, 17:01
Es lief die 81. Minute, als das Brügglifeld Kopf stand. Daniel Afriyie fasste sich aus über 20 Metern ein Herz und zog ab. Sein flacher Schuss landete im Netz zum 2:0 für den FC Aarau. Silas Huber im FCZ-Kasten hat solche Bälle auch schon gehalten. Es war der Schlusspunkt in einer starken Partie der Aargauer und einem schwachen Auftritt des FC Zürich, der gleichbedeutend war mit dem Ausscheiden im Schweizer Cup.
Ausgerechnet Ex-FCZ-Spieler Daniel Afriyie. Aaraus Stürmer schoss den Stadtclub mit einem Doppelpack ab und kürte sich damit völlig zu Recht zum Mann des Spiels. Bemerkenswert: In seinen 50 Spielen für den FC Zürich gelangen dem 25-Jährigen aus Ghana lediglich vier Tore. Am Sonntag schoss er gleich halb so viele in einer Partie gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber.
Der Cupfight im Brügglifeld bot beste Unterhaltung. Der FC Aarau agierte nach etwas Startschwierigkeiten komplett auf Augenhöhe mit dem oberklassigen FC Zürich. Zunächst liessen die Gäste aus der Limmatstadt einige gute Chancen liegen. Je länger die erste Hälfte dauerte, desto mutiger wurden die Aarauer. Der Challenge-League-Club scheiterte aber immer wieder am Zürcher Schlussmann oder am eigenen Unvermögen.
Dem FCZ gelang es nach der Pause nicht, einen Gang hochzuschalten. Stattdessen machten die Hausherren genau dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Die logische Konsequenz folgte mit dem Führungstor für den Unterklassigen. Auch nach dem Gegentor fanden die Gäste nicht in die Spur. Dafür powerten die Aarauer weiter – mit Erfolg. Mit dem 2:0 in der Schlussphase und der Gelb-Roten Karte gegen den Zürcher Miguel Reichmuth war die Messe gelesen.
Der FC Zürich bestritt die Partie mit Trauerflor. Grund dafür ist ein Todesfall in der Familie eines Spielers. Der Bruder von Mohamed Bangoura kam bei einem Verkehrsunfall in Guinea ums Leben. Mit der schwarzen Armbinde gedachten die Zürcher des Verstorbenen. Vor dem Spiel stand die ganze Mannschaft zusammen und hielt das Trikot ihres trauernden Mitspielers hoch.
66' | 1:0 | Daniel Afriyie profitiert von der unsortierten FCZ-Abwehr und schiebt zur Führung für Aarau ein.
81’ | 2:0 | Daniel Afriyie trifft aus über 20 Metern mitten ins Herz des FC Zürich und baut den Vorsprung für Aarau aus.
Lindrit Kamberi (FCZ, gegenüber SRF): «Lange hat es auch so ausgesehen, dass wir wieder an Stabilität gewinnen. Wir waren am Pressen und haben in den Sechzehner gedrückt. Wir konnten aber nicht das nötige Glück aufbringen, um ein Tor zu schiessen. Besonders in der ersten Halbzeit. Schlussendlich sind wir draussen. Wir haben uns ein grosses Ziel gesetzt und jetzt ein grosses Ziel verpasst. Uns bleibt jetzt nur noch ein Wettbewerb, was bitter ist. So etwas tut weh. Dass uns die Fans jetzt wegschicken, das ist absolut berechtigt.»
Daniel Afriyie (FCA): «Es war wirklich ein spezielles Spiel für mich, gegen meinen ehemaligen Club zu spielen. Aus Respekt für den Club wollte ich die Tore nicht feiern. Die Zürcher Fans haben mich damals gut aufgenommen und waren sehr fair zu mir. Auch das Ehepaar Canepa hat immer gut zu mir geschaut. Ich werde aber in der Kabine sicherlich noch feiern – einfach nicht vor den FCZ-Fans.»
Der Schweizer Fussball kehrt nun zum Ligaalltag zurück. Die Cup-Achtelfinals werden am 1., 2. und 3. Dezember gespielt.
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