Publiziert 24. Oktober 2026, 22:28
11. Spieltag


Young Boys
St.Gallen
S. Essende
-59
B. Guirassy
-64
Der Dosenöffner von YB. Nach einer Stunde Gruselkick erlöst Essende das Berner Publikum mit dem Führungstor – aber erst im zweiten Anlauf. Der YB-Eckball kommt präzise in die Box. Essende schlägt ein Luftloch. Das Heimteam bleibt aber dran. Von der anderen Seite kommt die nächste Flanke haargenau auf den Kopf von Essende, der unten rechts einnickt – Ekstase im Wankdorf.
Bahereba Guirassy macht den Sack zu. Denn keine fünf Minuten nach dem Führungstor zappelt der Ball erneut im Netz von FCSG-Goalie Zigi. Wieder ist ein Standard der Ursprung: Ein YB-Freistoss fliegt in die Box der Espen und löst ein kleines Chaos aus. Guirassy behält die Übersicht und netzt wuchtig ein. Der 20-jährige Franzose schraubt damit seinen Score auf ein Dutzend Treffer und führt die Torschützenliste souverän an.
YB ist klar das bessere Team. Nach einer sehr harzigen ersten Halbzeit löst sich der Knopf nach der Pause mit einem Doppelschlag. Die Berner kontrollieren danach die Partie, erspielen sich auch nach der ungerechtfertigten roten Karte gegen Edimilson (reguläre Grätsche) mehr Chancen und gewinnen verdient 2:0. St. Gallen bleibt offensiv lange harmlos und kommt erst spät zu zwei gefährlichen Möglichkeiten.
YB musste gegen St. Gallen ohne Trainer Gerry Seoane antreten. Der 47-Jährige war wegen Schwindelgefühlen und Unwohlseins im Spital behandelt worden; die Diagnose lautete Entzündung des Gleichgewichtsnervs im Innenohr. Seoane konnte das Spital inzwischen verlassen und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Die Berner rechnen mit seiner Rückkehr im Verlauf der kommenden Woche.
59’ | 1:0 | Samuel Essende belohnt seine Hartnäckigkeit und nutzt das Chaos vor dem FCSG-Tor im zweiten Anlauf eiskalt aus.
64’ | 2:0 | Bahereba Guirassy steht nach einem Gewusel im St.-Galler-Strafraum goldrichtig und reagiert blitzschnell.
Blue-Experte Admir Mehmedi: «Wenn du mit der offenen Sohle in den Zweikampf gehst, ist es Rot. Er trifft ja den Ball. Für mich ist die Rote Karte zu hart. Da darf der VAR nicht eingreifen. Das ist keine Rote Karte. Ausserdem steht der Schiedsrichter zwei Meter daneben. Dazu kommt: Görtler hat fertiggespielt. Ich verstehe nicht, weshalb der VAR gekommen ist und der Unparteiische auf Rot entschied.»
Blue-Experte Vero Salatic: «Es geht immer um die Gesundheit der Spieler. Aber ab und zu ist es doch too much.»
Lukas Görtler: «Für mich hat es sich angefühlt, als wäre er mir bei der Grätsche unglücklich auf den Knöchel gefallen. Es hat etwas wehgetan. Er hat sich sofort bei mir entschuldigt. Für mich hätte Gelb gereicht. Ich bin kein Fan vom VAR. Ich kann an der Roten Karte jetzt auch nichts ändern. Defensiv haben wir es trotz YB-Druck gut gemacht. Wir haben wenig klare Torchancen zugelassen. Wir sind viel zu spät mit dem Ball aktiv geworden. Es war ein gutes Spiel von uns, aber erst nach dem 2:0.» (gegenüber Blue)
Cédric Zesiger: «Meine Meinung kennen alle. Man muss unterdessen aufpassen beim Grätschen. Der VAR zeigt genau das Standbild, das wir gesehen haben. Für mich ist es eine harte Rote Karte. Ich glaube, wir haben sehr grossen Charakter gezeigt als Team. Heute haben wir auch mal gezeigt, wie wir verteidigen können. Ich finde es einfach toll, wie ich heute der Mannschaft helfen konnte.» (gegenüber Blue)
YB muss am 1. November gegen den FC Zürich ran. Einen Tag zuvor empfängt der FCSG Servette Genf.
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