Publiziert 28. Juli 2026, 22:45
Hinspiel:




Dinamo Zagreb
Thun
B. Labeau
-4
M. Bürki
-22
D. Beljo
-74
L. Kačavenda
-78
M. Valinčić
-112
Eigentlich läuft für den FC Thun beim Rückspiel des Zweitrunden-Qualispiels zur Champions League alles perfekt, da bricht die 64. Minute an. Nach einem Foul von Marco Bürki an der Strafraumkante entscheidet der Unparteiische zunächst auf Freistoss und Gelb. Dann wird der Unparteiische aber vom VAR an den Spielfeld ran zitiert und entscheidet nach Konsultation der Bilder auf direkt Rot gegen Thuns Captain wegen der Verhinderung einer klaren Torchance. Das Kuriose daran: Offenbar gibts nach massiven Problemen mit der Bild- und Tonleitung in Zagreb bloss eine einzige Kameraeinstellung, die dem VAR und dem Schiedsrichter zur Verfügung steht.

In der Verlängerung halten die Thuner stark dagegen, doch in der 112. Minute fällt der Gegentreffer doch noch. Dinamos Aussenverteidiger Moris Valincic marschiert durchs halbe Mittelfeld und knallt die Kugel dann mit Wucht in die Maschen. Thuns Goalie Niklas Steffen ist machtlos und muss mit seinen Teamkollegen zusehen, wie wie der Traum von der Champions League jäh platzt.
Marco Bürki. Der Thuner Captain zeigt wie das ganze Thuner Team eine äussert abgeklärte Leistung und belohnt sich mit seinem Tor zum 2:0 gleich selbst. Am Schluss ist Bürki aber nicht der Held, sondern die tragische Figur, weil die Rote Karte gegen ihn die Thuner Niederlage einleitet.

In der ersten Halbzeit zeigt sich Thun gnadenlos effizient und nutzt zwei Chancen eiskalt. Hinten lässt der Schweizer Meister gegen die Kroaten kaum etwas zu. Nach dem Seitenwechsel gehts im ähnlichen Stil weiter, ehe der Platzverweis gegen Bürki die Dynamik der Partie auf den Kopf stellt. Dinamo zeigt keine grossartige Leistung, ist aber in Überzahl drückend genug, um Thun aus dem Wettbewerb zu kegeln.
Eine Zeit lang hatte das Stadion Maksimir in Zagreb eine Kapazität von 35.000 Plätzen, wurde aber durch das Erdbeben von 2020 beschädigt und hat seitdem nur noch eine Kapazität von 20.000 Plätzen. Am Dienstag ist die Heimstätte von Dinamo auf den zur Verfügung stehenden Plätzen ausverkauft, auch einige hundert Thun-Anhänger haben die Reise nach Kroatiens Hauptstadt mitgemacht.
In der Schweiz verfolgen die Partie derweil viel Fussballinteressierte das Spiel auf SRF, welches das Spiel mit Kommentar aus Zürich live überträgt. Anfangs der zweiten Halbzeit gucken die TV-Zuschauenden dann aber plötzlich in die Röhre. Denn wie SRF schreibt, ist die Bild- und Tonleitung nach Zagreb unterbrochen. Statt der Thuner Sensation gibts für die Schweizer Fernsehkonsumenten etwa eine Viertelstunde nur die Walliser Sängerin Stefanie Heinzmann mit ein paar Geigenspielern zu sehen, welche der Sender notgedrungen über den Sänger flimmern lässt. Offenbar liegt der Fehler aber nicht im Leutschenbach. Wie SRF-Kommentator Calvin Stettler während der Partie erzählt, hätten auch die anderen TV-Stationen die gleichen Probleme gehabt.

4’ I 0:1 I Reichmuth sieht Zoukit, welcher den Ball flach in den Strafraum bringt. Am zweiten Pfosten steht Labeau goldrichtig und muss nur noch einschieben.
22’ I 0:2 I Fehr bringt einen Freistoss von rechts auf den zweiten Pfosten, wo Bürki goldrichtig steht und dann mit perfektem Timing den Kopfball im Tor versenkt.
74’ I 1:2 I Zagrebs Beljo kommt einmal mehr zum Kopfball, doch diesmal setzt er sich durch und verwandelt den Ball in der unteren linken Ecke.
78’ I 2:2 I Nach einem Corner kommt Dinamos Kacavenda zum Kopfball und setzt das Leder an Steffen vorbei ins Netz.
112’ I 3:2 I Valincic schiesst Zagreb mit einem Solo-Lauf erstmals an diesem Abend in Front.
Für Thun steht am Samstag bereits die nächste grosse Aufgabe bevor. Am 1. August empfängt der Schweizer Meister im Kantonsderby die Young Boys im Visana Stadion. Thun wird nach dem Out gegen Zagreb nun in der Qualifikation zur Europa League ran müssen gegen den Verlierer des Duells Vikingur Reykjavik (Island) / Hapoel Beer Sheva (Israel). Der nächste Gegner von Dinamo Zagreb wird in der Quali zur Champions League erst am Mittwoch ermittelt im Duell zwischen Kauno Zalgiris (Litauen) und Klaksvik (Faröer).
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