Publiziert 29. September 2026, 23:56


Schottland
Schweiz
R. Rodríguez
-12
N. Elvedi
-55
Z. Amdouni
-82
In der achten Minute lanciert Michel Aebischer den pfeilschnellen Dan Ndoye schön in die Tiefe. Der Nottingham-Angreifer eilt der schottischen Abwehr davon und wird von Jack Hendry kurz vor dem Strafraum zu Boden gerissen. Der serbische Schiedsrichter entscheidet erst auf Penalty und Gelb, revidiert nach VAR-Intervention aber seinen Entscheid auf Freistoss und eine Rote Karte gegen den schottischen Übeltäter. Den fälligen Freistoss zirkelt dann Ricardo Rodriguez mit einem wuchtigen Schuss in die gegnerische Goalie-Ecke ins Tor zur 1:0-Führung. In Überzahl lässt die Schweiz nichts mehr anbrennen und siegt am Ende mit 3:0.
Ricardo Rodriguez bringt mit seinem Tor die Nati auf die Siegesstrasse, doch der Titel «Mann des Spiels» verdient sich in Glasgow Nico Elvedi. Der Leeds-Verteidiger knüpft nahtlos an seine Gala-Form von der WM an. Schon in Skopje gegen Nordmazedonien war an ihm kein Vorbeikommen, nun setzt er noch einen drauf. Neben zahlreichen, tollen öffnenden Pässen nach vorne glänzt Elvedi gegen die Schotten sogar noch als Torschütze. In der 58. Minute stürmt er in den gegnerischen Strafraum und versenkt eine Vorlage Athekames im Stile eines Klasse-Stürmers zum vorentscheidenden 2:0 in die Maschen.
Die Schweiz ist von Beginn weg die dominantere Mannschaft. Die spielerisch sehr bescheidenen Schotten versuchen mit teils grenzwertiger Härte dagegenzuhalten, können offensiv aber wenig kreieren – in Unterzahl umso weniger. Nach dem Führungstor spielt es die Nati dann lange Zeit solide, aber nicht berauschend. Das 2:0 von Elvedi zieht den Schotten den Stecker definitiv gegen souveräne Schweizer, die in der zweiten Halbzeit nochmals eine Spur bestimmter auftreten.
Johan Manzambis Stern ging an der WM so richtig auf. Kein Wunder also, wird der Aston-Villa-Neuzugang auch von gegnerischen Spielern eng gedeckt. Gegen Schottland ist das extrem augenfällig. Manzambi wird von Anfang an wenig Raum gelassen. Zuweilen wird er – und auch andere Schweizer – auch etwas überhart angegangen.
12’ I 0:1 I Rodriguez läuft an und zirkelt den Ball links an der Mauer vorbei und erwischt Schotten-Goalie Gunn in der Torhüterecke!
55’ I 0:2 I Athekame spielt rechts raus auf Ndoye, der den Ball flach vors Tor bringt, wo der eingelaufene Elvedi eiskalt einschiebt.
82’ I 0:3 I Amdouni macht den Deckel drauf. Eine kurz ausgeführte Ecke landet am hinteren Pfosten bei Ndoye. Dieser sieht Amdouni, der den Ball per Direktabnahme trocken in die Maschen haut.
Murat Yakin: «Die Mannschaft spielt da weiter wo sie aufgehört hat. Es war eine reife Leistung und defensiv waren wir konzentriert und haben wenig zugelassen. Mir gefällt, wie wir ins Spiel gekommen sind und wie wir nach der roten Karte die Ruhe bewahrt haben. Wir wollen diese Gruppe gewinnen und sind auf einem guten Weg.»
«Bei Amdouni wussten wir schon immer, dass er eigentlich alle Positionen da vorne spielen kann. Das macht das ganze auch gefährlich für den Gegner. Er weiss wie man Tore erzielt, aber auch, wie man Mannschaftsdienlich ist.»
«Jetzt geht es erst einmal um eine gute Erholung und eine gute Heimreise und Zwischenlandung (lacht). Wir kennen Slowenien aus der Vergangenheit. Wir nehmen den Schwung mit und haben viel Selbstvertrauen. Wir freuen uns auch auf das eigene Publikum.» (SRF)
Manuel Akanji: «Ricardos Tor direkt nach der roten Karte war wichtig, es hat etwas den Druck von uns genommen. Es ist auch wichtig zu sehen, dass Zeki Amdouni wieder fit ist, wir sehen alle seine Qualitäten. Natürlich vermissen wir auch die Spieler, die fehlen und wir sind froh wenn wir sie wieder zurück haben. Es sind gute Gegner, die uns aber den Ballbesitz überlassen, sodass wir das Spiel machen müssen. Aber ich glaube das ist etwas, das wir gerne machen und im Moment spielen wir uns genügen Chancen heraus. Wenn wir hinten gut verteidigen, kommt es gut.» (SRF)
Ricardo Rodriguez: «Ich bin überglücklich dass wir gewonnen haben und ich ein Tor erzielen konnte. Den Freistoss habe ich super getroffen. Auch Amdounis Tor war schön, es ist nicht einfach den Ball so zu treffen. So kann es weitergehen. Die Eckbälle können wir aber noch etwas besser machen.» (SRF)
Nico Elvedi: «Wir haben ein sehr geiles Spiel gemacht! Klar hat die rote Karte geholfen, aber danach haben wir es souverän gemacht. Zwischendurch kamen sie durch Standards zu Chancen, aber wir haben nichts zugelassen und wir haben verdient gewonnen. Es ist auch schön, dass wir wieder einmal ein Freistosstor erzielen konnten. Das Tor von Rodriguez war auch ein Dosenöffner. Wir wussten, dass er einen guten Fuss hat. Früher hatten wir Mühe, wenn der Gegner tief stand. Wir haben sie aber gut laufen lassen. Ich persönlich fühle mich sehr gut und das Selbstvertrauen ist da und ich bin sehr froh, dass ich meiner Mannschaft mit einem Tor helfen konnte.» (SRF)
Am Samstag trifft die Nati in Luzern auf Slowenien – Anpfiff wie gewohnt um 20.45 Uhr.
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