Publiziert 06. Oktober 2026, 21:58


Schweiz
Nordmazedonien
F. Rieder
-43
J. Manzambi
-73
D. Ndoye
-81
Lange ist es äusserst dürftige Kost, die den über 15’000 Fans in der Luzerner Thermoplan Arena geboten wird. Kurz vor der Pause fällt dann aber der Schweizer Dosenöffner, bei dem Zeki Amdouni entscheidenden Anteil hat. Der formstarke Burnley-Angreifer setzt den Lugano-Nordmazedonier Ezgjan Alioski nahe der Eckfahne so fest unter Druck, dass ein Schweizer Ballgewinn resultiert. Fabian Rieder macht gedankenschnell mit und nutzt den Lapsus in der gegnerischen Hintermannschaft effizient zum 1:0.
Fabian Rieder. In den vorherigen Spielen der Nations League meist noch etwas hinter den Erwartungen, zeigt der Augsburg-Profi gegen Nordmazedonien einen couragierten Auftritt. Mit seinem zweiten Länderspieltor kurz vor der Pause tankt Rieder frischen Mut und hat nach der Pause einmal sogar die Chance, einen Doppelpack zu schnüren. Ein Nordmazedonier kann das zweite Rieder-Tor in letzter Sekunde noch vereiteln.
In der ersten Halbzeit ist es ein echter Grottenkick, bei dem die Schweizer zumindest resultatmässig mit dem 1:0 noch das Optimum rausholen. Nach der Pause und dank den Einwechslungen Johan Manzambis und Ardon Jasharis dreht die Nati dann deutlich auf und verdient sich den vierten Sieg im vierten Spiel dieser Nations-League-Kampagne
In der vollen Thermoplan Arena mischen sich auch einige bekannte Gesichter aus der Super League unter die Zuschauer auf der Haupttribüne. Luzerns Leonardo Bertone schaut sich das Spiel ebenso vor Ort an wie etwa Sion-Sportchef Barth Constantin. Letzterer fiebert natürlich besonders mit Winsley Boteli mit, der spät eingewechselt wird.
Möglich das die illustren Gesichter auf der Tribüne dabei gar nicht richtig mitbekommen, was sich auf der nordmazedonischen Bank in der zweiten Hälfte abspielt. Etwas vor der 60. Spielminute will Nationalcoach Goce Sedloski Hristijan Maleski einwechseln, doch dann wehrt sich der vierte Offizielle dagegen. Maleski steht (offenbar versehentlich) nicht auf dem Matchblatt und hat deswegen keine Erlaubnis, reinzukommen. Etwas irritiert sitzt der Nordmazedonier wieder auf die Bank und verpasst somit einen Einsatz gegen die Schweiz.
42’ I 1:0 I Alioski spielt einen viel zu unsauberen Ball in den eigenen Strafraum, der Musliu erreichen soll. Rieder schaltet aber sofort, ist vor dem Verteidiger am Ball und haut die Kugel in die Maschen.
74’ I 2:0 I Manzambi zieht aus der Ferne ab und sieht dann wie der gegnerische Goalie mit einem katastrophalen Patzer den Schuss ins Tor zischen lässt.
81’ I 3:0 I Manzambi setzt die nordmazedonische Abwehr entscheidend unter Druck, dann netzt Ndoye zum dritten Schweizer Tor ein.
Murat Yakin: «Die Punkte stimmen, die Art und Weise des Spiels auch, bis auf die erste Halbzeit. Das war eine zum Vergessen. Wir waren zu passiv und zu pomadig. Wir hatten keinen Zugriff und haben zu viele Fehler gemacht. Es war wichtig, dass wir in der zweiten Hälfte mit Jashari defensiv mehr Kontrolle hatten und offensiv Manzambi Bewegung und Tordrang gebracht hat.»
«Es war eine wichtige Phase für die jungen Spieler. Aber natürlich können wir Xhaka und Embolo nicht ersetzen. Die besten Spieler müssen dabei sein und ich hoffe wir werden sie im November wieder sehen. Es war gut zu sehen, wie es ohne sie ist, aber wir brauchen sie.»
«In der Vergangenheit hatten wir ein bisschen mit dem Tore schiessen Mühe. Defensiv haben wir konsequent gearbeitet und intensiv gegen den Ball gearbeitet. Die jungen Spieler haben das auch hervorragend gemacht. Die Art und Weise des Nations-League-Start war speziell und ein bisschen unruhig, aber das Team hat sich davon nicht beeinflussen lassen.»
Manuel Akanji: «Es war heute nicht so ein gutes Spiel von uns. Aber das gibt es manchmal und schlussendlich haben wir trotzdem 3:0 gewonnen, auch wenn etwas mit Hilfe vom Gegner. Wir hatten viele Ungenauigkeiten im Spiel. Aber die Jungen haben sich gut eingebracht, ich bin sehr zufrieden.»
«In Abwesenheit von Xhaka habe ich natürlich versucht, seine Rolle als Kapitän so gut es geht einzunehmen. Ich bin natürlich ein wenig ein anderer Typ als er. Wir lieben ihn alle in der Mannschaft und ich versuche einfach das Beste zu machen, aber ich bin froh, wenn er im November wieder da ist und die Kapitänsbinde wieder übernimmt. Ich hoffe, dass auch die anderen Spieler, die gefehlt haben, dann wieder da sind.»
Fabian Rieder: «In der ersten Hälfte waren wir einige Male einen Schritt zu spät und fanden nicht immer die richtigen Lösungen. Ab dem 1:0 waren wir dann viel besser im Spiel. Ich bin glücklich, konnte ich den ersten Schritt in die richtige Richtung einleiten. Wir haben vor jedem Spiel angesprochen, dass wir über die defensive Arbeit ins Spiel reinfinden müssen. Heute gelang das weniger gut, wurde aber besser, je länger das Spiel dauerte. Heute hat man aber gesehen, dass Jeder für Jeden geht. Ich bin zwar weniger auffällig als ein Manzambi oder auch Ndoye, aber ich glaube, dass ich viel Input geben kann.»
Johan Manzambi: «Ich kenne Boteli, seitdem ich ein Kind bin, und jetzt ist er neben mir, wenn ich ein Tor schiesse. Ich hoffe, ich kann ihm irgendwann für ein Tor assistieren. Der Auftrag vom Trainer in der Pause an uns war einfach, dass wir unser Spiel spielen sollen und unseren Job besser machen sollen. Ich denke, dass ist uns gelungen.»
(gegenüber SRF)
Für die Nati geht es in der Nations League im November weiter. 13. November folgt erst das Auswärtsspiel in Slowenien, ehe man Schottland am 16. November zuhause empfängt.
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