Argentinien gegen Kap Verde: Warum der Weltmeister so lange zittern musste

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ARG - CPV 3:2

Publiziert 04. Juli 2026, 03:05

Tiefschlag für Kap Verde: Argentinien trifft in Minute 111

Sechzehntelfinale

Argentinien
3 – 2
Kapverden

Argentinien

Spielende

Kapverden

L. Messi

-

29

10
11

Deroy Duarte

-

59

Lisandro Martínez

-

92

21
22

Sidny Cabral

-

103

Diney Borges

-

111

(ET)
32
Messi und seine Argentinier retten sich.
Messi und seine Argentinier retten sich. Getty Images via AFP

Fussball-Weltmeister Argentinien hat das WM-Märchen von Kap Verde nur mit grossem Zittern beendet. Der Titelverteidiger benötigte seinen Superstar Lionel Messi, eine 30-minütige Extrazeit und zwei überraschende Rückschläge, um den krassen Aussenseiter in einem packenden und denkwürdigen Sechzehntelfinale mit 3:2 (1:1, 1:0) nach Verlängerung niederzuringen.

Vor 64'478 Zuschauern in seiner Wahlheimat Miami schoss Messi in der 29. Minute bereits sein siebtes Tor bei diesem Turnier und sein 20. insgesamt bei einer WM. Nach der Pause bestrafte Deroy Duarte (59.) das erste Mal die argentinische Passivität.

Was ein Tor von Sidny Lopes Cabral.
Was ein Tor von Sidny Lopes Cabral. Getty Images via AFP

Auch in der Verlängerung kam der kleine Inselstaat nach dem 1:2 durch Lisandro Martinez (93.) noch einmal zurück. Denn der frühere Rot-Weiss-Erfurt- und Viktoria-Köln-Spieler Sidny Lopes Cabral gelang in der 103. Minute ein Traumtor. Argentiniens Treffer zum 3:2 wurde von der Fifa als Eigentor von Diney Borges gewertet in der 111. Minute – nach einem Eckball von Messi.

Der Aussenseiter Kap Verde wuchs auch in dieser Partie über sich hinaus. Genau so, wie das Team des kleinen Inselstaats in der Vorrunde schon die Ex-Weltmeister Spanien (0:0) und Uruguay (2:2) getriezt hatte, spielte es auch diesmal: mit einem massiven Verteidigungsring vor dem eigenen Strafraum.

Kap-Verde-Keeper mit Dribbling

Häufig konnte sich Messi dem nur entziehen, in dem er sich regelmässig auf die rechte Seite oder ins Mittelfeld fallen liess. Doch selbst wenn er da an den Ball kam, stürzten sich sofort zwei «Blaue Haie» auf ihn.

Wie gross das Selbstvertrauen Kap Verdes nach einer Gruppenphase ohne Niederlage war, demonstrierte Torwart Vozinha in der 7. Minute: Da ging der 40-Jährige im eigenen Strafraum erfolgreich gegen Lautaro Martinez ins Dribbling.

Doch gegen Messi verflog auch dieser Zauber irgendwann – zumindest zunächst. In der ersten Aktion nach der ersten Trinkpause traf der 39-Jährige in einer sehenswerten Abfolge von Ballannahme und Abschluss. Lisandro Martinez hatte Kap Verdes Abwehr zuvor mit einem langen Ball in den Strafraum überspielt.

Argentinien wird zu passiv

Was danach passierte, kannte man im bisherigen Turnierverlauf noch nicht: Denn das sehr erfahrene und sehr eingespielte argentinische Team liess die Spielkontrolle zunehmend schleifen. Eigentlich haben Messi und Co. ein sehr gutes Gefühl für den Rhythmus einer Partie. Doch diesmal übertrieb man es mit der Zurückhaltung.

Es dauerte zwar etwas, bis Kap Verde das auch wirklich ausnutzen konnte. Die erste halbwegs gefährliche Chance gab es in der 53. Minute durch einen Fernschuss von Deroy Duarte. Doch der Aussenseiter schaffte es bis zum Ausgleich, das Spiel Meter für Meter in die argentinische Hälfte zu verschieben.

Der Weltmeister reagierte sofort auf diesen Schock. Die fast 50.000 argentinischen Fans wurden wieder lauter. Trainer Lionel Scaloni wechselte sofort die beiden Offensivspieler Julian Alvarez und Nicolas Gonzalez ein.

Privatduell Messi – Vozinha

Und dann begann so etwas wie ein Privatduell zwischen dem 39-jährigen Messi und dem 40-jährigen Vozinha: In der 63. Minute scheiterte Argentiniens Kapitän völlig frei vor Kap Verdes Torwart. Zehn Minuten später parierte der auch einen Freistoss des Superstars (73.) – und in der Nachspielzeit gleich den nächsten (90.+5).

Argentiniens Druck wurde immer grösser. Doch Kap Verdes Abwehr bekam auch immer wieder noch ein Bein dazwischen. Pico Lopes hätte so beinahe ein Eigentor erzielt (81.).

Zittern bis zum Schlusspfiff

In der Verlängerung passierte dann das, was aus Sicht des Aussenseiters eigentlich nicht passieren durfte: ein frühes Gegentor. Man-United-Profi Martinez jagte den Ball nach einem Eckball von Messi und einer Kopfballverlängerung von Alexis Mac Allister unter die Torlatte.

Der erneute Ausgleich war noch sehenswerter: Der 23-jährige Sidny von Benfica Lissabon schlenzte den Ball in den oberen rechten Torwinkel – und lief danach zum Jubeln bis auf die Tribüne.

Argentinien drängte, das Elfmeterschiessen schon vor den Augen, ehe Messi Eckball durch Borges im eigenen Tor landete. Das Zittern ging aber noch weiter, auf der Gegenseite rettete Weltmeister-Keeper Emiliano Martínez die Führung – und den Sieg (117.).

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