Publiziert 24. Juni 2026, 23:02
3. Spieltag


Schweiz
Kanada
R. Vargas
-46
J. Manzambi
-57
P. David
-76
Keine 40 Sekunden ist die zweite Halbzeit alt, dann klingelt es im kanadischen Kasten. Jaquez lanciert Manzambi auf der rechten Seite, der gleich zwei kanadische Gegenspieler abschüttelt und mit viel Übersicht auf den zweiten Pfosten flankt. Dort steht Rubén Vargas goldrichtig. Der Sevilla-Flügel behält die Ruhe und trifft zum 1:0 für die Schweiz. Am Ende siegt die Nati mit 2:1 und feiert damit den Gruppensieg.
Johan Manzambi und Luca Jaquez rücken (neben Rubén Vargas und Djibril Sow) neu in Yakins Startelf und rechtfertigen ihre Nomination vollends. Manzambi liefert den starken Assist zum 1:0 und ist für das 2:0 gleich selbst zuständig. Jaquez steht bei den ersten beiden Schweizer Toren mit klugen Pässen jeweils am Ursprung und ist hinten meist souverän.

Die Schweiz ist von Beginn weg die dominantere Mannschaft, lässt es in der ersten Halbzeit aber noch an der nötigen Kaltschnäuzigkeit vermissen. Nach der Pause belohnt sich die Nati mit frühen Toren für den Aufwand, ehe man nach dem kanadischen Anschlusstreffer in der Schluss doch noch ziemlich ins Zittern gerät.
Vor über 50’000 Fans geht das dritte Schweizer Gruppenspiel im BC-Stadium über die Bühne. Da beide Nationen dieselben Farben vertreten, erstrahlt das Stadion in einem rot-weissen Meer an Anhängern in den jeweiligen Trikots. Wie bereits in den vorherigen Spielen gegen Katar und Bosnien-Herzegowina weilt kein Mitglied des Bundesrates vor Ort. Dies könnte sich in der K.o.-Phase aber ändern. Gemäss Informationen von 20 Minuten soll Bundespräsident Guy Parmelin mit einem WM-Abstecher zum nächsten Schweizer Spiel liebäugeln.
46’ | 1:0 | Vargas versenkt die Kugel nach herrlicher Vorarbeit Manzambis eiskalt im kanadischen Kasten.
57’ | 2:0 | Jaquez lanciert Embolo, der dann eigentlich den Ball etwas unsauber verarbeitet, letztlich aber Übersicht beweist. Embolos Pässchen nutzt Manzambi mit gütiger Mithilfe des kanadischen Goalies zum 2:0
76’ | 2:1 | Akanji und Elvedi stehen im Schilf. Promise David sagt Danke und verkürzt für Kanada.
Ruben Vargas: «Wir wussten, es würde ein hartes Auswärtsspiel. Wir haben es aber gut gemacht. So ist der Fussball manchmal. Chancen können direkt in der ersten Sekunde kommen. Ich bin überglücklich, dass es geklappt hat. Die Vorgabe des Trainers war, im Sechzehner präsent zu sein. Gut, hat es funktioniert. Nun wird die Erholung wichtig sein. Das Ziel war der Gruppensieg.» (gegenüber SRF)
Luca Jaquez: «Ich habe es recht positiv empfunden heute. Es ist nicht meine übliche Position, ist aber gut gegangen. Es ist auch eine ganz andere Bühne. Mit so einem Team findet man sich schnell zurecht. Kanada ist auch keine schlechte Mannschaft. Dazu kommt der Heimvorteil. Sie haben sicher nochmal Antrieb erhalten. Wir haben es aber gut gemacht und sicher verdient gewonnen. Es ist natürlich positiv für mich. Was noch mehr zählt, ist der Teamerfolg. Das Etappenziel ist erreicht. Nun können wir nach vorne schauen.» (gegenüber SRF)
Gregor Kobel: «Ab und zu kamen die Hydration Breaks gar nicht so ungelegen für uns. Wir wussten um den Spielstil der Kanadier. Trotz des Gegentreffers haben wir noch sauber zu Ende gespielt. Es ist normal. Das sind so Phasen im Spiel. Kanada hatte nichts mehr zu verlieren und konnte alles riskieren. So wurde es ein ganz anderes Spiel. Klar, hätten wir die Räume hinter der Kette besser nutzen können. Es war ein normaler Spielverlauf vor ihrem Publikum.
Als Goalie musst du immer versuchen, im Spiel zu sein. Das ist nicht immer leicht. Es sind die kleinen Sachen, die vielleicht nicht so auffallen, die helfen. So müssen wir ready sein, wenn etwas kommt. Es war beim Gegentor ein unglaublicher Kontakt vor dem Assist. Wenn wir nur solche Gegentore kassieren, muss man es akzeptieren. Ich kann nicht rumjammern, sonst kriege ich daheim Probleme.» (gegenüber SRF)
Liam Millar: «Wir hatten das Ziel, heute zu gewinnen. Leider ist es nicht aufgegangen. Die Schweiz hat sehr gut gespielt. Es ist grossartig, Kanada so zu sehen. Es ist schade, dass wir die nächsten Runden nicht mehr zu Hause spielen werden. Dan und ich sind gute Freunde. Es war schön, ihn auf dem Platz zu sehen. Das kam seit Basel nicht mehr vor. So war das Spiel heute besonders speziell für mich. Er ist sehr schnell.» (gegenüber SRF)
Murat Yakin: «So haben wir es erwartet, uns aber auch das Leben selber schwer gemacht. Wir haben erst nicht durchgezogen, nach der Halbzeit aber den Unterschied gemacht. Mit den langen Einwürfen weisst du nie. Am Ende ist der Sieg gut für das Selbstvertrauen. Die Fans haben sie in der Schlussphase noch gepusht.
Wir haben uns zeitweise von ihrem Druck lösen können, aber viele Bälle hergegeben. Jetzt tanken wir Selbstvertrauen, wollen uns erholen. Es ist immer gut, etwas Zeit zu haben, besonders auch bei den Distanzen. Es sind unterschiedliche Gegner mit unterschiedlichen Prinzipien. Wir haben an unser Spiel anknüpfen können. Wir wussten um die Intensität des Gegners, haben diese auch gut kontrollieren können. Die rechte Seite wird wichtig sein. Es gab eine schwächere Phase vor der Halbzeit. Das haben wir korrigiert. Wir sind zu Überzahlsituationen gekommen mit Akzenten nach vorne. Es ist vieles aufgegangen, wie erhofft. Lucas Profil war heute genau richtig - Tempo und Zweikampfstärke. Gut, habe ich solche Optionen. Das war nicht immer der Fall. Der vierte Offizielle kam zu mir. So musste ich mich kurz umziehen.» (gegenüber SRF)
Johan Manzambi: «Es ist immer noch ein Traum. Es ist sehr schön, für die ganze Mannschaft. Breel weiss, wann er passen muss und wann nicht. Ich bin froh, mit ihm zu spielen. Ich gebe auf dem Platz einfach alles, was ich kann. Ich bin einfach bereit, wenn ich muss. Wir wollen immer spielen. Es ist aber eine WM. So müssen wir auch Zeit haben, um die Gegner vorzubereiten.» (gegenüber SRF)
Parallel zur Partie zwischen der Schweiz und Kanada stehen sich Bosnien und Katar gegenüber. Die erste Halbzeit im nahegelegenen Seattle bietet deutlich mehr Spektakel als das Nati-Spiel. In der 29. Minute trifft Kerim Alajbegovic mit einem herrlichen Distanzschuss zur bosnischen Führung. Fünf Minuten später jubelt die Nation vom Balkan erneut. Der Katari Sultan Al-Brake lenkt den Ball ins eigene Tor ab. Doch der Wüstenstaat kommt kurz vor der Pause mit dem Anschlusstreffer durch Hassan Al Haydos wieder zurück. In der zweiten Hälfte passiert lange nichts. Dann macht Ermin Mahmic in der 80. Minute den Deckel drauf für die Bosnier. Sie schliessen die Gruppenphase auf dem dritten Platz ab, punktgleich mit Kanada, jedoch mit einem schlechteren Torverhältnis.
Die Nati verbringt noch eine Nacht in Vancouver, ehe sie tags darauf zurück nach San Diego reist. Den 1/16-Final wird man dann wiederum in Vancouver gegen einen noch zu bestimmenden Gruppendritten bestreiten. Kickoff wird am 2. Juli 2026 um 20:00 Uhr kanadischer Ortszeit sein (Fr., 3. Juli um 5:00 Uhr MESZ).
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