Publiziert 15. Juni 2026, 20:03

In der 39. Minute hatte Spanien die beste Torchance in diesem Spiel. Cucurella legte den Ball von der Grundlinie zurück auf Torres, dieser knallte den Ball aus fünf Metern an die Latte. Das Spielgerät flog zurück in den Strafraum auf den Kopf von Oyarzabal, dieser scheiterte am überragenden Vozinha zwischen den Pfosten. Diese Szene steht sinnbildlich für die miserable Chancenverwertung der Spanier in ihrem WM-Auftaktspiel gegen den WM-Neuling.
Der kapverdische Goalie Vozinha dürfte gegen Spanien das Spiel seines Lebens gemacht haben. Der 40 (!) Jahre alte Torhüter hielt seinen Kasten 90 Minuten lang sauber. Regelmässig brachte er die Stars in den gegnerischen Reihen mit starken Paraden zum Verzweifeln. Zurecht wurde er zum Mann des Spiels gewählt.

Spanien dominierte diese Partie – trotzdem schienen die Iberer überrascht davon, wie stark sich der WM-Debütant wehrte. Das 0:0 ist für Kap Verde als riesiger Erfolg zu werten. Spanien schafft es lange nicht, gefährlich zu werden. Erst kurz vor der Pause erspielte man sich einige gute Möglichkeiten, die man allerdings allesamt versiebte. In der zweiten Halbzeit bot sich dasselbe Bild. Spanien ackerte sich ab, Kap Verde verteidigte mit Mann und Maus. Fast 75 Prozent Ballbesitz und ein xG-Wert von 2.15 reichten für Spanien nicht aus, um den afrikanischen Inselstaat zu bezwingen.
Die beiden spanischen Juwele Lamine Yamal und Nico Williams mussten zu Beginn auf der Bank Platz nehmen. Beide schlugen sich zuletzt noch mit einer muskulären Verletzung herum und wurden darum gegen Kap Verde noch geschont. Dass Yamal und Williams auf dem Platz zunächst fehlten, merkte man. Das kreative Element im spanischen Spiel fehlte komplett. In der 71. Minute hatte Nationaltrainer Luis de la Fuente genug gesehen und wechselte Barça-Star Yamal ein. Der 18-Jährige brachte direkt frischen Wind in die Partie, konnte allerdings nicht für einen Torerfolg sorgen. Williams betrat erst in den Schlussminuten das Feld.

Spanien steht am Sonntag wieder im Einsatz. Um 18 Uhr (Schweizer Zeit) steht das Duell gegen Saudiarabien in Atlanta an. Vier Stunden später kickt Kap Verde in Miami gegen Uruguay.
Luis de la Fuente
«Es war einfach nicht genug. Wir haben Torchancen kreiert, aber gegen einen so tief stehenden Gegner müssen wir viel besser spielen, auch auf den Flügeln. Kap Verde hat nichts gemacht.»
(SRF)
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