Publiziert 07. Juli 2026, 04:04
Achtelfinale


USA
Belgien
C. De Ketelaere
-9
M. Tillman
-31
C. De Ketelaere
-33
H. Vanaken
-57
R. Lukaku
-93

Die von Präsident Donald Trump befeuerte Pathos-Party der USA hat bei der Fussball-WM ein jähes Ende gefunden. Das Team um Stürmer Folarin Balogun, der nach einer Roten Karte im vorausgehenden Spiel seine Sperre vom Weltverband Fifa überraschend erlassen bekommen hatte, verlor im Achtelfinale von Seattle verdient mit 1:4 (1:2) gegen Belgien und muss den Traum vom ersten Triumph bei einer WM früher als erhofft abhaken.
Vor 66'925 Zuschauern – darunter auch der schwer in der Kritik stehende FIFA-Präsident Gianni Infantino – zeigte der letzte verbleibende Co-Gastgeber seinen mit Abstand schwächsten Turnierauftritt. Zuvor waren auch Kanada (0:3 gegen Marokko) und Mexiko (2:3 gegen England) ausgeschieden.
Weil der Entscheidung zum Aussetzen der Sperre auf Bewährung für Stürmer Balogun ein Telefonat zwischen Präsident Trump und Verbandsboss Infantino vorausging, entwickelte sich der Fall in den vergangenen eineinhalb Tagen zu einem der grössten Fussball-Skandale in der WM-Historie. Infantino sah am Montag (Ortszeit) aus einer Loge zu, wurde aber anders als bei den meisten weiteren Partien nicht gross auf den Stadionleinwänden eingeblendet.
Balogun selbst lief wie erwartet auf und holte den Freistoss zum 1:1-Ausgleich der USA durch Bayer Leverkusens Malik Tillman (31. Minute) heraus. Doch Belgien zeigte seine beste Leistung im Turnier und bekommt es nach zwei Toren von Stürmer Charles De Ketelaere (9./33.) sowie Treffern von Hans Vanaken (57.) und Romelu Lukaku (90.+3) im Viertelfinale am Freitag (21.00 Uhr/MESZ) in Inglewood bei Los Angeles mit Europameister Spanien zu tun.

Das WM-Achtelfinal durch den in der WM-Geschichte beispiellosen Fall Balogun zu weit mehr als einem normalen Fussballspiel avanciert. Und die USA liessen es sich nicht nehmen, das Spiel mit noch mehr Pathos aufzuladen und ihren Stürmer im Lumen Field besonders frenetisch zu feiern. Schon beim Aufwärmen erhielt der 25-Jährige, der beim 2:0 gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen hatte, lautstarken Applaus.
Auf dem Rasen tauchte Balogun zunächst ab. Nach 25 Minuten waren gerade einmal zwei Ballkontakte für den Stossstürmer der USA notiert. Belgien führte zu diesem Zeitpunkt bereits mit 1:0, nachdem De Ketelaere auf Zuspiel von Nicolas Raskin zur frühen Führung verwandelt hatte. Belgiens Trainer Rudi Garcia hatte eine mutige Aufstellung ohne die Routiniers Romelu Lukaku und Kevin De Bruyne sowie ohne Shootingstar Jeremy Doku gewählt.
Kurz nach der ersten Trinkpause war Balogun erstmals richtig in Aktion und holte nach einem Foul von Maxim De Cuyper einen Freistoss in gefährlicher Position heraus. Der vom späteren Torschützen Vanaken abgefälschte Versuch von Tillman landete unhaltbar für Thibaut Courtois im Tor zum Ausgleich.
Den Torhüter der Belgier buhten die US-Fans in Seattle besonders kräftig und ausdauernd aus. «Seattle is loud», hiess es auf einigen Transparenten. Und so war es, besonders von der Nationalhymne bis zum ersten Gegentor.
Denn auch der Ausgleich hielt nicht lange: Schon 61 Sekunden später war es erneut De Ketelaere, der eine präzise Flanke von Leandro Trossard aus kürzester Distanz einköpfte. Unmittelbar vor der Halbzeit hatte Balogun dann die riesige Chance, erneut auszugleichen. Doch der Stürmer schoss aus kürzester Distanz über das Tor. In den bisherigen WM-Partien waren ihm drei Treffer gelungen.
Die USA kamen nie mehr richtig zurück ins Spiel und erschienen seltsam fahrig. Die Profis um Kapitän Tim Ream wirkten so, als sei dieses Spiel eine Nummer zu gross und zu sehr aufgeladen für sie. Der beste Beleg dafür war das dritte Gegentor, als der zuvor bei der WM solide Torhüter Matt Freese böse patzte und Vanaken so einen Schuss ins leere Tor ermöglichte. Lukaku machte dann den Deckel drauf.
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