Publiziert 14. Juni 2026, 02:15
1. Spieltag


Brasilien
Marokko
I. Saibari
-21
Vinícius Júnior
-32
Ein Traumtor von Vinícius Júnior hat Rekordtitelträger Brasilien vor einem Fehlstart in die Weltmeisterschaft bewahrt. Der Offensivstar von Real Madrid schaffte beim 1:1 gegen Marokko in East Rutherford in der 32. Minute den Ausgleich. Der vom FC Bayern umworbene Ismael Saibari hatte Afrikameister Marokko zuvor in Führung gebracht (21.).
Brasilien, das den bislang letzten seiner insgesamt fünf WM-Titel vor 24 Jahren gewonnen hat, gehört beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko nicht zu den großen Favoriten. Den kniffligen Auftakt vor 80'663 Zuschauern hat die Seleção aber immerhin schon mal ohne grösseren Schaden überstanden. Der WM-Vierte von 2022 dürfte der schwierigste Gegner in der Gruppe C gewesen sein.

In ihrem zweiten Vorrundenspiel treffen die Brasilianer auf Aussenseiter Haiti, die hoch gehandelten Marokkaner bekommen es mit Schottland zu tun.
Marokko forsch, Brasilien fahrig: So sah das Spiel in der ersten halben Stunde aus. Die Nordafrikaner traten wie erwartet selbstbewusst auf und ergriffen die Initiative, die Südamerikaner leisteten sich viele Ungenauigkeiten und boten den Gegnern mitunter erstaunlich große Räume an. Das konnte weder Brasiliens Trainer Carlo Ancelotti gefallen noch seinem verletzten Altstar Neymar, der zwar nicht zum Kader gehörte, aber in einem Trainingsshirt auf der Bank sass.

Die Führung der Marokkaner war nicht nur verdient, sondern auch blitzsauber herausgespielt. Real-Star Brahim Díaz bediente Saibari mit einem herrlichen Steilpass – und der traf mit einem Lupfer über Keeper Alisson hinweg zum 1:0. Der FC Bayern München wird den 25 Jahre alten Offensivmann des PSV Eindhoven bestätigen. In dieser Szene wurde einmal mehr deutlich, warum.
Die Seleção war nun umso mehr gefordert, allen voran Vinícius Júnior – und der lieferte. Das 1:1 durch den polarisierenden Edeltechniker kam zwar mehr oder weniger aus dem Nichts, war aber ein Traumtor. Wuchtig versenkte er die Kugel nach einer feinen Einzelaktion auf der linken Seite im rechten Eck.
Brasiliens Fans, in der imposanten Arena vor den Toren New Yorks klar in der Überzahl, waren nun wieder voll da – und Vinícius Júnior heizte sie mit seinen Gesten weiter an. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte liess sie Lucas Paquetá mit einem Seitfallzieher staunen, doch Marokkos Torwart Bono parierte.
Nach dem Seitenwechsel traten die Brasilianer deutlich kontrollierter auf als noch im ersten Durchgang. Igor Thiago scheiterte an Bono (52.), Raphinha verpasste eine scharfe Hereingabe am Fünfmeterraum nur knapp (67.). Und Marokko? Liess sich vorn nur noch überraschend selten anschauen.

Auch in der Schlussphase war der Rekordweltmeister, inzwischen mit dem früheren Bundesligaprofi Matheus Cunha im Sturm, näher am Siegtreffer als der Afrika-Champion. Raphinha tauchte noch zweimal gefährlich vor Marokkos Tor auf, letztlich musste sich Brasilien mit dem einen Punkt aber beginnen. (dpa/nih)
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