FloridaHurrikan Idalia – Enorme Sturmschäden und ein Todesopfer
Nachdem Hurrikan Idalia an der Küste Floridas eine Schneise der Verwüstung hinterlässt, schwächte er sich auf dem Weg nach Georgia zum Tropensturm ab.
Darum gehts
- Am Mittwochmorgen fegte der Hurrikan Idalia über Florida.
- Der ehemals mit der Kategorie 4 von 5 klassifizierte Hurrikan schwächte sich auf dem Weg ins Landesinnere zum Tropensturm ab.
- Erste Meldungen zufolge kam es zu starken, aber weniger schlimmen Schäden, wie befürchtet wurden.
- In Georgia kam es zu einem Todesopfer, ein Mann wurde bei den Aufräumarbeiten von einem Baum erschlagen.
Die Südostküste der USA hat mit den Auswirkungen des Sturmes «Idalia» zu kämpfen. Dieser war am Mittwoch als Hurrikan der Kategorie drei von fünf auf die Küste des Bundesstaates Florida getroffen, hatte über Land schnell an Kraft verloren und war danach weiter gezogen Richtung Georgia und South Carolina. Noch im Laufe des Mittwochs (Ortszeit) verlor er Hurrikan-Stärke und wurde zu einem Tropensturm herabgestuft.
Im US-Staat Georgia hat Idalia einem Menschen das Leben gekostet. Ein Mann sei bei Aufräumarbeiten im Freien von einem herabfallenden Baum erschlagen worden, meldete der Sheriff von Lowndes County, Ashley Paulk, am Mittwoch. Das Opfer habe versucht, einen umgeknickten Baum von einer Strasse zu schaffen. Ein heftiger Windstoss habe dann einen anderen Baum umknicken und auf ihn fallen lassen. Er sei sofort tot gewesen. Eine weitere Person sei durch denselben Baum schwer verletzt worden, sagte der Sheriff der Nachrichtenagentur AP weiter.
Situation sei weiterhin gefährlich
Floridas Gouverneur Ron DeSantis und die Katastrophenschutzbehörde Fema warnten vor grossen Gefahren auch nach dem Sturm, etwa durch Überschwemmungen oder defekte Stromleitungen. Fema-Chefin Deanne Criswell betonte ausserdem, das Ausmass der Sturmschäden sei noch nicht abzuschätzen.
Das Nationale Hurrikan-Zentrum NHC hatte «Idalia» vorab als «extrem gefährlich» bewertet. Über mehrere Tage hatten sich die Behörden in Florida und angrenzenden Bundesstaaten auf den Sturm vorbereitet und die Menschen vor möglicherweise dramatischen Auswirkungen gewarnt. An vielen Schulen in Florida fiel der Unterricht aus, mehrere Flughäfen wurden vorübergehend geschlossen, und in etlichen Bezirken Floridas wurden Menschen aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen und zeitweise bei Verwandten, Freunden oder in Hotels Schutz zu suchen.
Der stärkste Sturm seit mehr als 100 Jahren
«Idalia» war vor der US-Küste kurzzeitig sogar als Hurrikan der Kategorie vier bewertet, dann aber wieder heruntergestuft worden. Mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von knapp mehr als 200 Kilometern pro Stunde traf der Sturm am Mittwoch schliesslich in der Region Big Bend südlich der Hauptstadt Tallahassee auf die Küste Floridas. Fema-Chefin Criswell sagte, «Idalia» sei der stärkste Sturm, der seit mehr als 100 Jahren in diesem Teil Floridas auf Land getroffen sei. Danach schwächte sich der Sturm schnell ab zu einem Hurrikan der Kategorie eins von fünf – und schliesslich zu einem Tropensturm.
Der Sturm brachte nicht nur starke Winde, sondern auch heftige Regenfälle mit sich. Strassen wurden überschwemmt, Häuser beschädigt, Bäume entwurzelt, Stromleitungen zu Boden gerissen. Criswell sagte, in der Region rund um Big Bend, wo der Sturm auf Land getroffen sei, seien vermutlich die grössten Schäden zu erwarten. Fundierte Aussagen über die Auswirkungen seien aber erst in den kommenden Tagen möglich.
In Florida und Georgia waren am Mittwoch mehrere Hunderttausend Haushalte ohne Strom. Mehrere Zehntausend Monteure sollten bei der Wiederherstellung der Stromversorgung helfen.
(Vorläufig) wohl weniger Schäden als befürchtet
Mehrere Flughäfen in Florida nahmen bereits im Laufe des Mittwochs wieder ihren Betrieb auf, nachdem der Sturm über den Bundesstaat hinweggezogen war. DeSantis sagte, auch die Strassen in Florida seien in besserem Zustand als zunächst befürchtet. «Wir haben noch keine bestätigten Todesfälle», betonte er. «Aber das kann sich sehr wohl ändern.» Auch Criswell warnte Bewohner betroffener Gegenden, sie sollten sich weder zu Fuss noch mit dem Auto in überschwemmte Areale begeben. Leider gebe es oft viele Todesfälle nach einem Sturm. US-Präsident Joe Biden rief ebenfalls dazu auf, wachsam zu bleiben.
In den sozialen werden zahlreiche Videos von zerstörten Häusern und umgeworfenen Hauses geteilt. Zudem wurde in Tampa Bay offenbar ein Hai in den überfluteten Strassen gesichtet.
Die Saison tropischer Wirbelstürme in Zeiten des Klimawandels
Vergleich mit Hurrikan «Ian»
Im vergangenen Herbst hatte Hurrikan «Ian» in Florida gewaltige Schäden angerichtet, mehr als 100 Menschen kamen ums Leben. Damals befand sich das Zentrum des Sturms im Südwesten des Bundesstaates in einem dichter besiedelten Gebiet. «Ian» fegte damals mit Windgeschwindigkeiten von rund 240 Kilometern pro Stunde über Küstenstädte wie Naples hinweg und überflutete ganze Stadtteile. «Idalia» traf nun eine Region, die schon seit vielen Jahren keinen schweren Hurrikan mehr erlebt hat.
DeSantis sagte, dem ersten Anschein nach seien die Auswirkungen von «Idalia» deutlich geringer als jene von «Ian». Damals seien sofort in grosser Zahl verzweifelte Notrufe bei den Behörden eingegangen. Das sei diesmal nicht der Fall gewesen.
Das passiert bei einem Hurrikan der Stufe vier:
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