Donald Trump gründet Friedensrat: Wer beteiligt sich und wer lehnt ab?

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Länderübersicht«Eine Ehre» oder «Nein, danke»: Wer mitmacht und wer ablehnt

Donald Trumps neuer Friedensrat sorgt international für Stirnrunzeln. Rund 60 Staaten sind eingeladen, einige sagen zu, andere zögern oder lehnen ab. Eine Übersicht.

Darum gehts

  • Donald Trump gründet einen Friedensrat «für globale Stabilität» als Ersatz für die UNO.
  • Rund 60 Staaten sind eingeladen, darunter die Schweiz, Ukraine und Russland.
  • Argentinien und Ungarn haben ihre Teilnahme zugesagt.
  • Frankreich und Aserbaidschan lehnen eine Beteiligung ab.

US-Präsident Donald Trump treibt sein Projekt eines internationalen Friedensrats (Board of Peace) voran. Das neue Gremium sollte ursprünglich den Wiederaufbau und die Übergangsverwaltung im Gazastreifen begleiten, ist laut der von «The Times of Israel» veröffentlichten Charta aber deutlich breiter angelegt.

Was ist der Friedensrat?

Das «Board of Peace» ist eine US-geführte zwischenstaatliche Organisation, deren Ziel es laut Charta ist, «Stabilität zu fördern, verlässliche Regierungsführung wiederherzustellen und dauerhaften Frieden in Konfliktregionen zu sichern».

Trump kündigte den Rat im September 2025 an, offiziell gegründet am 15. Januar 2026. Vorsitzender ist Donald Trump selbst.

Rechtsgrundlage ist die UNO-Sicherheitsratsresolution 2803, die den Rat mit der Unterstützung von Verwaltung, Wiederaufbau und wirtschaftlicher Erholung des Gazastreifens beauftragt. Politologen wie Manfred Elsig sprechen dennoch von einem US-dominierten Prestigeprojekt und einem Machtinstrument von Trump. Warum er der Schweiz von einem Beitritt abrät, liest du in diesem Artikel.

Wie können Länder am Friedensrat teilnehmen?

Laut der Charta sollen Staaten für einen unbefristeten Sitz eine Milliarde Dollar in bar zahlen. Ohne Zahlung ist die Mitgliedschaft demnach auf drei Jahre befristet. Zudem können nur Staaten, die von Donald Trump persönlich eingeladen werden, überhaupt Mitglied des Friedensrats werden.

Schweiz, Ukraine und Russland auf Einladungsliste

Zu den eingeladenen Staaten gehören auch Russland und die Ukraine – obwohl beide Länder im Krieg stehen. Auch die Schweiz erhielt eine Einladung von Trump. Das EDA erklärte gegenüber 20 Minuten, man prüfe derzeit, «ob und in welcher Form» sich die Schweiz beteiligen könnte. Ob Bern bereit wäre, die geforderte Milliardengebühr zu zahlen, liess das EDA offen.

Donald Trump will auch Russland – hier mit Wladimir Putin im Bild – in seinem Rat haben.
Donald Trump will auch Russland – hier mit Wladimir Putin im Bild – in seinem Rat haben.AFP

Zusicherung von Argentinien und Israel

Staatsführer von Ungarn, Argentinien, Albanien und Vietnam haben ihre Teilnahme bereits signalisiert. Argentiniens Präsident Javier Milei bezeichnete die Einladung als Ehre und erklärte, Argentinien sei bereit, als Gründungsmitglied mitzuwirken. Auch der Israelische Premierminister Netanyahu habe zugesagt, dem Board of Peace beizutreten, nachdem zuvor Kritik am Gremium geäussert worden war. Grossbritanniens Keir Starmer erklärte sich in Teilen dazu bereit, eine Rolle in einer späteren Phase des Waffenstillstands in Gaza zu spielen.

Frankreich, Schweden und Norwegen mit Absage

Aserbaidschan, Schweden und Frankreich lehnen eine Teilnahme ab. Macron begründete den Entscheid mit Bedenken gegenüber der Charta des Friedensrats und möglichen Konflikten mit UNO-Prinzipien. Trump reagierte darauf mit der Drohung hoher Strafzölle auf Champagner. Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson sagte anlässlich des WEF am Mittwoch, dass Schweden die Einladung nicht unterzeichnen wird. Auch Norwegen hat ausdrücklich abgelehnt.

Wer sitzt im Führungsgremium?

Am 17. Januar gab das Weisse Haus die Zusammensetzung des Executive Board bekannt. Dazu gehören:

  • Ajay Banga, Präsident der Weltbank
  • Marco Rubio, US-Aussenminister
  • Tony Blair, ehemaliger britischer Premierminister
  • Steve Witkoff, US-Sondergesandter für den Nahen Osten
  • Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn
  • Nickolay Mladenov, ehemaliger Aussenminister Bulgariens, hoher Repräsentant für Gaza
  • Marc Rowan, CEO von Apollo Global Management
  • Robert Gabriel Jr., politischer Berater

Zusätzlich gibt es ein Gaza Executive Board, das die Übergangsverwaltung im Gazastreifen steuern soll – unter Beteiligung von Vertretern aus den USA, Katar, der Türkei, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie der UNO.

Was erwartest du von einem internationalen «Friedensrat» unter Donald Trumps Führung?

Thomas Sennhauser (ths), arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er begann als Videojournalist und wechselte nach zwei Jahren ins Ressort News & Gesellschaft, wo er über gesellschaftliche Themen und Analysen zu Geschehnissen im Ausland schreibt.

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