Super LeagueWinti hofft ganz kurz – Servette siegt erstmals seit Juli wieder
Am frühen Samstagabend spielten Winterthur und Lugano gegeneinander. Servette traf derweil auf Lausanne. Insgesamt fielen acht Tore.
Darum gehts
- In der Super League fanden am frühen Samstagabend zwei Spiele statt.
- Der FC Winterthur verlor mit 2:3 gegen Lugano.
- Servette siegte gegen Lausanne.
Die Szene des Spiels
Eigentlich die gesamte Schlussphase. In der 68. Minute war es Burkart, der für Winti zum 1:1 ausglich. Die Freude auf der Schützenwiese war riesig, Fans und Spieler lagen sich freudig in den Armen. Doch die Fröhlichkeit währte nicht lange an. Nur zwei Minuten später schoss Marques das 2:1 für den FC Lugano. Lugano stellte in der 73. Minute durch Mahmoud jedoch auf 3:1. Der Endstand? Nein. Buess schoss in der Nachspielzeit noch das 3:2 für den FCW. Es war der Endpunkt einer sehr unterhaltsamen Schlussphase.
Die Schlüsselfigur
Martim Marques. Der 19-jährige Portugiese traf am Samstagabend erstmals in der Super League für den FC Lugano. Und was war das für ein wichtiger Treffer! Nur Augenblicke nach dem Ausgleich war es nämlich, der die Nerven behielt und den Ball à la Van Basten ins Tor einnetzte. Es erinnerte nämlich an dessen Tor für die Niederlande an der Europameisterschaft im Jahr 1988.
Das bessere Team
Lugano. Die Winterthurer kämpften zwar, doch die Tessiner liessen sich davon nicht beirren. Auch dank der grossen Willensstärke war der Erfolg am Ende mehr als verdient. Das wusste auch Winterthur-Trainer Patrick Rahmen, der gegenüber dem SRF sagte: «Lugano war sehr abgezockt.» Für sein Team war das 3:2 die erste Niederlage seit dem 5:2 gegen die Young Boys am 5. August. Heisst: Winti war zuvor sieben Spiele (inklusive zwei Cup-Partien) ungeschlagen.
Das Tribünen-Gezwitscher
Der FC Winterthur war vor der Partie am Samstag die Mannschaft mit den meisten geschossenen Toren, 17 Mal jubelten die Eulachstädter. Gleichzeitig war der FCW auch das Team, das die meisten Gegentore kassierte, 17 an der Zahl. Nach dem Erfolg von Lugano haben die Winterthurer nun immer noch die Führung inne in dieser Statistik. Kein Team schoss mehr Tore und keines erhielt mehr – Zeitpunkt Samstagabend. Eine Tatsache, die aber wohl kaum einen Winterthurer freuen dürfte.
Die Tore
22’ | 0:1 | Turkes verlor den Ball, die Luganesi reagierten schnell. Am Ende war es Vladi, der aus 25 Metern abzog. Sein Schuss passte perfekt, es war die Führung gegen den FC Winterthur.
68’ | 1:1 | Burkart traf zum Ausgleich für den FC Winterthur. Er köpfelte den Ball aus wenigen Metern in die Maschen.
70’ | 1:2 | Lange hielt das 1:1 nicht. Marques war es, der nur zwei Minuten nach dem Burkart-Tor zur erneuten Tessiner Führung traf. Sein Tor war ein Kunstwerk.
73’ | 1:3 | Nati-Spieler Steffen, soeben eingewechselt, flankte, Mahmoud verlängerte den Ball ins weite Eck.
90+3’ | 2:3 | Buess brachte nochmals die Hoffnung zurück. Doch kurze Zeit nach dem Tor pfiff der Schiri die Partie ab.
Die Stimmen
Patrick Rahmen (Coach FCW): «Die vielen Unterbrüche in der ersten Hälfte ärgerten mich sehr. Wir hatten sehr viele Chancen, aber es gibt Tage, an denen nicht alle genutzt werden. Lugano war einfach sehr abgezockt. In den letzten Tagen habe ich so viel positive Dinge erlebt, heute leider nicht.» (SRF)
Shkelqim Vladi (Lugano): «Wir haben den Sieg verdient. Die drei Chancen, die wir hatten, nutzen wir eiskalt. Ich finde, wir haben gut verteidigt und sind als Team kompakt gestanden. Das Spiel in der Conference League war noch nicht in unseren Köpfen.» (SRF)
Matteo Di Giusto (Winterthur): «Wir können nicht zufrieden sein. Von uns hätte mehr kommen müssen. Eine Erklärung für unsere Leistung ist schwierig. Wenn wir einen besseren Tag gehabt hätten, hätten wir vermutlich ein Tor geschossen.» (SRF)
Der Ausblick
Der FC Winterthur trifft nächste Woche im Zürcher Derby auf den FC Zürich. Lugano muss unter der Woche in der Conference League gegen Besiktas Istanbul ran, am nächsten Wochenende wartet dann daheim Servette.

Das andere Spiel
Servette gewann erstmals seit dem 22. Juli wieder. Damals gab es für Servette zum Auftakt in die neue Meisterschaft einen 3:1-Erfolg gegen GC. Es folgte ein Abwärtsstrudel, aus dem der Club sich nicht mehr befreien konnte – bis am Samstag und dem 2:1-Erfolg über Lausanne. Dabei sah es lange Zeit nicht gut aus für die Genfer. Nach einem toll herausgespielten Kontertor von Sanches rannte das Weiler-Team lange einem Rückstand hinterher.
Dank zwei schnellen Toren in der zweiten Hälfte innert rund zwei Minuten von Stevanovic und Kutesa durfte Servette am Ende jedoch feiern. Servette-Torhüter Joël Mall war nach dem Erfolg glücklich. Dem SRF sagte er: «Der Sieg tut gut. In der Halbzeit wurde es laut, doch dann sind wir gut aus der Kabine gekommen. Das war extrem wichtig. Ich hoffe, wir haben jetzt den Bock umgestossen.»
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Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredakteur und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
