Unwürdige TierhaltungPetition fordert Verbot von Chaindon-Tiermarkt
Die Missstände auf dem Tiermarkt Foire de Chaindon bewegten de Gemüter der 20-Minuten-Leser. Eine Petition will dem traditionellen Tiermarkt nun den Stecker ziehen.
Zusammengepfercht in winzigen Käfigen und Kartons, ohne Rückzugsmöglichkeit oder gar ohne Wasser: Die Bilder vom Chaindon-Markt im bernjurassischen Reconvilier, auf dem Katzen, Kaninchen und andere Kleintiere unter teils haarsträubenden Bedingungen feilgeboten werden, schockierten die 20-Minuten-Leser – und haben nun erste Bestrebungen in Gang gesetzt.
Tierschutz will Präsenz markieren
So will der Tierschutzverein Biel-Seeland-Berner Jura in den nächsten Jahren auf dem Tiermarkt präsent sein. «Gemeinsam mit dem Veterinäramt werden wir für strengere Kontrollen sorgen», sagt Tierberaterin Elsbeth Hofer. Nur so könnten Verstösse gegen die Tierschutzverordnung konsequent geahndet werden.
Eine kürzlich lancierte Petition des Vereins «Brennpunkt Schweiz» geht noch weiter: Sie will den Chaindon-Markt gleich ganz verbieten. «Die Organisatoren sind offensichtlich ob der schieren Grösse des Marktes nicht in der Lage, entsprechende Kontrollen zu gewährleisten und durchzuführen, um fehlbare Halter zu verzeigen und des Platzes zu verweisen», heisst es in der Begründung.
5000 Unterschriften als Minimalziel
Die Versprechungen des Veranstalters, die Missstände in Zukunft beheben zu wollen, kämen zu spät und «können nicht mehr abwenden, dass dieser Markt in seiner heutigen Form und Grösse nicht weiterbestehen darf».
Rund 400 Leute haben die Petition nach der ersten Woche unterzeichnet. «Die Resonanz ist noch nicht so gross, wie wir uns das erhofft haben», sagt Markus Holzer, Präsident von Brennpunkt Schweiz. Das Minimalziel wurde auf 5000 Unterschriften festgelegt, die Sammelfrist beträgt drei Monate. Holzer: «Nur wenn wir dieses Ziel erreichen, werden wir die Petition dem Berner Regierungsrat übergeben.»