Polen: 14-Jährige erfriert vor Supermarkt

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PolenNiemand half: 14-Jährige erfriert vor Supermarkt in Stadtzentrum

In Polen soll eine Schülerin stundenlang neben einem Supermarkt in der Kälte gesessen haben. Niemand half ihr, jetzt ist sie tot.

Darum gehts

  • Der Erfrierungstod einer 14-Jährigen in Polen schockiert auch über die Landesgrenzen hinaus.
  • Obwohl der Supermarkt zentral gelegen war, kümmerte sich über Stunden niemand um das Mädchen.
  • Bei der Einlieferung ins Spital betrug ihre Körpertemperatur nur noch 22 Grad.

Der tragische Tod eines 14-jährigen Mädchens im südpolnischen Andrychów hat Fassungslosigkeit und Bestürzung weit über die Grenzen des Landes hinaus ausgelöst. «Wir sind alle schockiert», sagte Bürgermeister Tomasz Zak gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur PAP. Ihre Meldung über den erschütternden Vorfall geht jetzt um die Welt, in Deutschland etwa berichtete der «Spiegel» darüber.

Schülerin fühlte sich nicht gut

Demnach hatte sich die Jugendliche am Dienstag alleine auf den Weg in die Schule gemacht. Dabei solle sie sich plötzlich nicht gut gefühlt und deshalb gegen acht Uhr morgens ihren Vater angerufen haben. Diesem sagte die 14-Jährige aber nicht, wo sie genau war. Danach sei sie telefonisch nicht mehr zu erreichen gewesen. Die Schülerin hatte sich offenbar neben einem Supermarkt auf den Boden gesetzt – und dort ausgeharrt. Stundenlang.

Obwohl das Geschäft mitten im Herzen der Stadt und noch dazu an der Hauptstrasse lag, kam ihr niemand zu Hilfe. Erst gegen 13 Uhr wurde das Mädchen von einem Freund ihres besorgten Vaters gefunden. Dieser hatte wegen der klirrenden Kälte – auch tagsüber liegen die Temperaturen aktuell unter null – schon nach dem Anruf seiner Tochter alle Angehörigen mobilisiert, um zehn Uhr wurde auch die Polizei verständigt und eine offizielle Suchaktion ausgelöst.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Beim Auffinden war die 14-Jährige aber schon so stark unterkühlt, dass sie in ein Krankenhaus in Krakau gebracht werden musste. Ihre Körpertemperatur soll bereits auf 22 Grad gefallen gewesen sein. Am Mittwochabend starb sie dort an den Folgen der Kälte, meldet PAP unter Berufung auf die Polizei. Eine Obduktion soll nun die Todesumstände eindeutig dokumentieren, die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen.

Alle Veranstaltungen zum Andreastag an den Schulen der stark christlich geprägten 20’000-Seelen-Gemeinde wurden abgesagt. Die Bürger würden das Geschehene gemeinsam bewältigen, so Stadtchef Zak. Schon am Mittwoch wurden am Fundort des Mädchens die ersten Gedenkkerzen angezündet, sie sollen auch jetzt noch dort brennen. 

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(heute.at/bho)

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