Steinbock mit Wander-Ausrüstung verletzt – so war die Rettung

Aktualisiert

Steigeisen im MaulAls das Steinbock-Mami so auftauchte, begann ein Wettlauf gegen die Zeit

Ein Steinbock-Weibchen musste von einem Steigeisen im Maul befreit werden. Die Rettungsaktion dauerte mehrere Tage.

Darum gehts

  • Im französischen Haute-Savoie entdeckten Wanderer einen verletzten Steinbock.
  • Das Tier hatte ein Steigeisen im Maul.
  • Für die Rettung musste es betäubt werden.

In den sozialen Medien machten wochenlang Videos von Wanderern die Runde, die einen Steinbock im Dent d'Oche-Massiv im französischen Haute-Savoie zeigten. Das Tier schien verletzt, in dessen Maul steckte ein Steigeisen, das wohl nach einer Bergtour zurückgelassen worden war. Die Clips wurden im Netz geteilt, doch helfen konnte man dem Steinbock wenig – das Tier liess sich nicht einfangen.

«Wir hörten kleine metallische Geräusche, es tönte wie Glocken», schilderte ein Wanderer die Situation nach einer Begegnung mit dem Steinbock. «Wir näherten uns. Zuerst dachte ich, es sei ein Grasbüschel, aber als ich es näher betrachtete, sah ich, dass es Stollen waren.» Der Mann benachrichtigte das örtliche Tierheim.

Wanderer meldeten den Behörden das verletzte Tier

Er war nicht der Einzige, der Alarm schlug: Weitere besorgte Menschen informierten die nächstgelegene Schutzhütte sowie Naturschutzverbände aus der Region über die dramatische Situation. Zudem wurde das französische Amt für Artenvielfalt (OFB) kontaktiert, wie «20 Minutes» berichtet. Die Verantwortlichen organisierten eine gemeinsame Aktion zur Rettung des Tieres.

Am Mittwoch vor einer Woche wurde ein erster Rettungsversuch gestartet. Ohne Erfolg. Das Steinbock-Weibchen sprang erschrocken von der Tierschutzgruppe davon. Sechs Tage später versuchten drei Mitarbeitende des französischen Amtes für Artenvielfalt in Begleitung einer Tierärztin einen zweiten Fangversuch.

Erst der zweite Versuch klappte

Nach einem mehrstündigen Fussmarsch entdeckte das Team das Weibchen, wie es zusammen mit seinem Zicklein auf einem Felsvorsprung ruhte. Die Retter näherten sich vorsichtig und betäubten das Tier mit einem Injektionspfeil. Als das Weibchen ruhiggestellt wurde, begann die Tierärztin, das Steigeisen herauszuziehen. Wie sich herausstellte, war ein Glied der Hochtouren-Ausrüstung in einem Zahn des Tieres eingeklemmt.

Sobald die Steinbock-Mutter aufwachte, rannte sie mit ihrem Jungen davon, das während des Eingriffs ferngeblieben war. 

Du weisst von einem Tier in Not?
Hier findest du Hilfe:
Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)
Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)
Tierrettungsdienst, Tel. 0800 211 222 (bei Notfällen) 
Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist
Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen
GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)
Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:
Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.

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