Master Distiller von Jack Daniel's«Unser Whiskey ist der wahre Rockstar»
An Jack Daniel's scheiden sich die Geister. 20 Minuten hat mit dem Master Distiller Jeff Arnett über Vorurteile gegenüber dem ikonischen Whiskey gesprochen.
In 152 Jahren kommen und gehen viele wichtige Persönlichkeiten. Zwölf Päpste zum Beispiel oder 28 US-Präsidenten. Im selben Zeitraum amteten aber gerade einmal sieben Master Distiller für die legendäre Whiskey-Brennerei Jack Daniel's in Lynchburg im US-Bundesstaat Tennessee. Der zurzeit oberste Hüter über die Qualität der bekanntesten Whiskey-Marke der Welt ist Jeff Arnett (51), ein freundlicher US-Amerikaner mit blonden Haaren und akurat getrimmtem Henriquatre-Bart.
20 Minuten traf ihn in einem Zürcher Hotel, um mit ihm über seinen Whiskey zu sprechen, ein Produkt, an dem sich die Geister scheiden. Für manche ist Jack Daniel's die Verkörperung von Stil und dem Lebensgefühl des Rock 'n' Roll, für andere einfach nur ein beliebiger, günstiger Schnaps. «Wenn man Jack Daniel's bereits mit negativen Gefühlen probiert, dann kann es keine gute Erfahrung werden», sagt Jeff Arnett. Verkoste man Jack jedoch blind, so fallen die Urteile oft komplett anders aus, sagt er und untermauert die Aussage mit Zahlen: «Pro Jahr produzieren wir ungefähr 80 Millionen Liter Whiskey und verkaufen um die 160 Millionen Flaschen in 170 Ländern.» Diese Mengen machen den Spirit zum erfolgreichsten Whiskey der Welt.
Frank Sinatra machte Jack Daniel's zur Weltmarke
«Der Aufstieg begann 1955 mit einem Auftritt», erzählt Arnett. Frank Sinatra kam mit einer Flasche Old No. 7 auf die Bühne und sagte: ‹Das ist Jack Daniel's, der Nektar der Götter.› Im folgenden Jahr verdoppelte sich die Nachfrage und es dauerte fast 25 Jahre, bis wir die Nachfrage bedienen konnten», schildert Arnett die Erfolgsgeschichte.
Heute sind es vor allem Rockstars, die Jack Daniel's feiern. Der verstorbene Musiker Lemmy Kilmister von Motörhead ernährte sich quasi von Jack mit Cola, Slash von Guns N' Roses trinkt seinen Jack Daniel's vorzugsweise direkt aus der Flasche. «Klar, Rockstars haben nicht unbedingt den verantwortungsvollsten Umgang mit Alkohol», sagt Jeff Arnett im Gespräch mit 20 Minuten. Die Firma habe ihnen aber viel zu verdanken. Letzte Frage: Ist man als Master Distiller von Jack Daniel's selber ein bisschen ein Rockstar? Arnetts Anwort: «Nein. Aber die Marke ist ganz bestimmt einer.»
