Airline bleibt hartEin falscher Klick auf der Swiss-Website kostet Familienvater 6700 Franken
Ein falscher Klick kostet einen Familienvater eine Stange Geld. Er hatte auf der Swiss-Website seine Flüge unabsichtlich storniert, statt sie umzubuchen.
Darum gehts
- Ein Familienvater wollte Flüge nach Los Angeles umbuchen.
- Durch einen falschen Klick auf der Swiss-Website hatte er die Flüge jedoch storniert.
- Weil die Tickets jedoch nicht rückerstattbar sind, ist das Geld verloren.
Ein Mann wollte vergangenen Juli mit seiner Familie die USA bereisen. Dazu buchte er bei Swiss Hin- und Rückflüge von der Schweiz nach Los Angeles für vier Personen. Ende Mai habe die Familie die Reise jedoch «aus persönlichen Gründen» absagen müssen, wie der «Beobachter» schreibt.
Das Problem: Die Tickets waren nicht mehr rückerstattbar, eine Umbuchung dafür noch möglich. Dies hätte 115 Franken pro Flug plus die Differenz der Flugpreise gekostet, wie es weiter heisst. «Besser, als 6700 Franken zu verlieren», habe sich der Familienvater gedacht und sich an die Arbeit gemacht. Er habe dann zum Telefon gegriffen, sei bei der Swiss jedoch immer wieder in der Warteschleife gelandet.
Verhängnisvoller Klick auf einen Button
Laut eigener Aussage habe der Mann die Plätze für andere Passagiere freigeben wollen, als er auf der Website über den Button «refund request» gestolpert sei. «Ich dachte, durch den Klick starte ich eine harmlose Anfrage», so der Mann. Im Monat darauf habe Funkstille geherrscht.
Am 4. Juli sei dann ein automatisches E-Mail eingegangen. Dort sei ihm mitgeteilt worden, dass 223.60 Franken rückerstattet werden. Beim Betrag habe es sich jedoch um die Flughafentaxen gehandelt. Angesichts der Gesamtsumme von 6700 Franken ein Tropfen auf den heissen Stein.
Klick storniert die Flüge
Der Mann habe sich sofort beim Swiss-Kundendienst gemeldet. Dieser habe erst drei Wochen später geantwortet. Durch den Klick habe der Familienvater die Flüge storniert. Eine Erstattung oder Umbuchung sei nun nicht mehr möglich.
Der Swiss-Kunde habe sich über Wochen weiter gewehrt, jedoch stets die gleiche Antwort erhalten. Er habe bei der Stornierung «den Bedingungen zugestimmt». Auch der Ombudsmann der Reisebranche äussert sich in die gleiche Richtung. Der Mann habe durch das Freigeben der Plätze «den Lauf der Dinge» in Gang gesetzt. An dieser Situation könne man nichts mehr ändern.
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6700 Franken sind verloren
Das Beratungszentrum des «Beobachters» sieht das anders und spricht von einem «klassischen Erklärungsirrtum». Als der Mann auf den verhängnisvollen Button geklickt habe, habe er einen anderen Willen erklärt, als er eigentlich gewollt habe. «Er kann den Klick zurücknehmen und den Flug umbuchen», findet Rechtsexpertin Nicole Müller.
Swiss habe jedoch auf ihrem Standpunkt beharrt, dann jedoch zugesichert, den Fall erneut prüfen zu wollen. Später habe es dann geheissen, dass man «im Sinne der Gleichbehandlung aller Kundinnen» keine Ausnahme machen werde. Die 6700 Franken sind futsch.
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Jonas Bucher ist Blattmacher stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
