NahtoderfahrungFedez gesteht: Er wollte im Spital sterben vor Schmerzen
Der italienische Rapper Fedez musste wegen Blutungen im Verdauungstrakt notfallmässig operiert werden. Körperlich hat er sich schnell erholt, nicht aber psychisch, wie er erzählt.
Darum gehts
- Der Rapper Fedez litt an schwarzem Stuhl aufgrund von Blutungen im Verdauungstrakt. Nur dank zweier Bluttransfusionen im Spital überlebte er.
- In einem Interview erzählt er nun, dass die Schmerzen so stark gewesen sind, dass er an Suizid dachte.
- Weiter spricht er über seine Bekanntheit, die Beziehung zu Chiara Ferragni und die Gründe, die ihn zum weitermachen motivieren.
Im Oktober kämpften Ärzte in Mailand um das Leben des italienischen Superstars Fedez (34). In einem Interview bei Rai erzählt er nun erstmals, dass er ans Aufgeben dachte. Die Schmerzen durch die Geschwüre in seinem Bauch seien so stark gewesen, dass er sterben wollte. Weiter spricht er darüber, warum er trotzdem durchgehalten hat und was seine Beziehung zu Super-Influencerin Chiara Ferragni (36) ausmacht. Zum Schluss muss er die Journalistin gar trösten.
Die Beziehung mit Chiara Ferragni
«In der Nacht vor dem Heiratsantrag hatten wir einen grossen Streit. Ich hatte also ein wenig Zweifel, wie sie antworten würde», erzählt Fedez. Gleichzeitig habe er bereits beim ersten Treffen mit Chiara Ferragni gewusst: «Das ist der Mensch meines Lebens.» Die beiden seien sehr unterschiedliche Menschen, in manchen Dingen das genaue Gegenteil voneinander. «Sie hat eine völlig andere Einstellung zum Leben als ich, aber wir haben uns in den wichtigen Dingen gefunden», erzählt Fedez.
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Fedez’ Bekanntheit
Chiara Ferragni und Fedez treten gemeinsam unter dem Namen «Ferragnez» auf. In den sozialen Medien folgt ihnen halb Italien, alleine auf Instagram zählt das Paar 36 Millionen Follower – und die beiden nutzen diese Reichweite. Sie setzen sich etwa für LGBTQ-Rechte ein oder werben für Blutspenden. Manche Beiträge führen zu Diskussionen im nationalen Parlament. Italienische Kommentatoren fragen sich deshalb: «Sind die Ferragnez eine Gefahr für unsere Demokratie?» Ein anderes Mal musste sich der Musiker Kritik anhören, weil er zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung im Lamborghini erschien. Die öffentlichen Verrisse beschäftigen Fedez. «Was mich stört, sind die Zweifel an meinen Absichten. Wenn ich etwas Wohltätiges tue, akzeptiere ich nicht, dass man mir vorwirft, das nur für Zustimmung zu tun», meint er und führt aus: «Ich bin lieber derjenige, der etwas tut und dafür kritisiert wird, als derjenige, der kritisiert und nichts tut.»
Fedez’ Krankheit und die Depression
Dann spricht Fedez über seine Nahtoderfahrung im Mailänder Spital: «Ich musste mit der Angst vor dem Sterben klarkommen.» Dass er heute noch lebe, liege an seiner Familie. «Im Spital war der Schmerz manchmal so stark, dass ich über extreme Handlungen nachdachte», erzählt Fedez. Doch der Gedanke, den Kindern und den Menschen, die ihm am Herzen liegen, so grossen Schmerz zuzufügen, habe ihn davon abgehalten.
Das Erlebte habe ihm psychisch stark zugesetzt. «Selbst, nachdem ich körperlich geheilt war, trug ich die Nachwirkungen mit mir herum. Ich wollte mich dem Leben hingeben, nahm aber gleichzeitig sieben verschiedene Psychopharmaka ein. Ich konnte Träume nicht von der Realität unterscheiden und war nicht klar im Kopf», erzählt Fedez. Nur Dank Hilfe von Spezialisten fand er einen Umgang mit seiner Depression. Nun träume er davon, ein Gemeindezentrum zu eröffnen für Jungs und Mädchen mit psychischen Problemen.
Am Ende des Interviews bricht die Journalistin in Tränen aus. Sie gestand Fedez, dass sie wegen Depressionen im Krankenhaus gewesen sei. Daraufhin nahm der Rapper die Journalistin in den Arm, um sie zu trösten.
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Dario Aeberli (dae), Jahrgang 1995, arbeitet seit Oktober 2023 als People-Redaktor bei 20 Minuten. Zuvor war er Lokaljournalist und beim «Migros-Magazin».
