«Eskalation»: USA verurteilen russischen Oreschnik-Angriff

Livetickeraktualisiert am Dienstag, 13. Januar, 2026

Ukraine-Krieg
«Eskalation»: USA verurteilen russischen Oreschnik-Angriff

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Alle Entwicklungen im Land und in der europäischen Sicherheitslage findest du hier im Ticker.

Kurze Zusammenfassung der vergangenen Ereignisse:

  • Seit dem 24. Februar 2022 führt die russische Armee einen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
  • Die Ukraine hat im August 2024 eine Gegenoffensive in der russischen Grenzregion Kursk gestartet.
  • Vielversprechenden Friedensverhandlungen kamen wieder zum Erliegen und die russischen Angriffe haben deutlich zugenommen.

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13.01.2026

Di 21:37

Selenski räumt schwere Lage in der Ukraine ein

Nach fast vier Jahren Krieg spitzt sich die Lage in der Ukraine nach Darstellung von Präsident Wolodimir Selenski immer weiter zu – sowohl an der Front als auch im Hinterland. Erneut sei die Ukraine von Russland beschossen worden. «Allein an ballistischen Raketen waren es 18 Stück», sagte Selenski in seiner täglichen Videoansprache. Hinzu kämen Kampfdrohnen und Marschflugkörper.

Die Elektriker seien seit Wochen im Einsatz, um das Stromnetz einigermassen am Laufen zu halten, sagte Selenski. «Das Wetter stellt zusätzliche Herausforderungen – ausserordentliche Herausforderungen», fügte er mit Blick auf die zweistelligen Minustemperaturen hinzu.

Das Stromnetz der Ukraine ist nach den systematischen und zuletzt noch einmal verschärften russischen Angriffen stark beschädigt. Netzabschaltungen sind an der Tagesordnung. Täglich müssen die Ukrainer stundenlang ohne Strom- und Wärmeversorgung auskommen.

Probleme gebe es aber auch an der Front, räumte Selenskyj ein: «Überall ist es jetzt schwer – an der Front am schwersten», sagte er. Trotz des Frosts greife Russland weiter an. Immerhin hält seinen Angaben nach auch die Verteidigung weiter stand. Die Ukraine ist seit Monaten in der Defensive und musste im Osten und Süden des Landes zuletzt weitere Positionen aufgeben. (DPA)

13.01.2026

Di 04:17

Regionalgouverneur: Mindestens zwei Tote bei russischem Angriff in Charkiw

Bei einem russischen Angriff am Stadtrand von Charkiw im Nordosten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Bei dem Angriff seien zudem drei weitere Menschen verletzt worden, erklärte der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synehubow, am Dienstagmorgen im Onlinedienst Telegram.

Der Bürgermeister von Charkiw, Igor Terechow, meldete einen weiteren Angriff in der Stadt, bei dem eine russische Langstreckendrohne eine medizinische Einrichtung für Kinder getroffen und ein Feuer ausgelöst habe. Bei der Attacke sei ersten Erkenntnissen zufolge niemand verletzt worden.

In der südöstlichen Region Saporischschja waren bei russischen Angriffen Explosionen zu hören, wie der Regionalgouverneur Iwan Fedorow im Onlinedienst Telegram mitteilte. In der Hauptstadt Kiew rief der Leiter der dortigen Militärverwaltung, Timur Tkatschenko, die Einwohner angesichts laufender russischer Angriffe mit ballistischen Raketen zu Vorsicht auf. (AFP)

12.01.2026

Mo 22:28

USA verurteilen russischen Angriff mit Oreschnik-Rakete als «unerklärliche Eskalation»

Die USA haben den Angriff Russlands auf die Ukraine mit der modernen Mittelstreckenrakete Oreschnik verurteilt. «Dies ist eine weitere gefährliche und unerklärliche Eskalation, während die Vereinigten Staaten mit Kiew, anderen Partnern und Moskau zusammenarbeiten, um den Krieg durch eine Verhandlungslösung zu beenden», sagte die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Tammy Bruce, am Montag bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zum Ukraine-Krieg.

Die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Tammy Bruce, verurteilte den russischen Angriff mit einer Oreschnik-Rakete auf die Ukraine
Die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Tammy Bruce, verurteilte den russischen Angriff mit einer Oreschnik-Rakete auf die UkraineIMAGO/UPI Photo

Die russischen Streitkräfte hatten die Oreschnik-Rakete bei massiven nächtlichen Angriffen auf die Ukraine in der Nacht zum Freitag eingesetzt. Nach Angaben Moskaus traf die Hyperschallrakete eine Flugzeug-Instandsetzungsfabrik in der westukrainischen Stadt Lwiw. Die Ukraine erklärte, es sei ein «ziviles» Ziel in der Region getroffen worden. Der Angriff nahe der Grenze zur EU löste empörte Reaktionen westlicher Regierungen aus.

Es war der zweite bekannte Angriff mit einer Rakete diesen Typs in der Ukraine. Im November 2024 hatte die russische Armee mit der modernen atomwaffenfähigen Rakete eine Rüstungsfabrik in der Millionenstadt Dnipro angegriffen. (AFP)

10.01.2026

Sa 05:43

17 Grad Frost und kein Strom: Lage in Kiew spitzt sich zu

Bei bis zu 17 Grad Frost wird die Lage in Kiew und anderen ukrainischen Städten wegen der Ausfälle von Heizung, Strom und Wasser zunehmend schwieriger. Russland wolle mit schweren Luftangriffen im Winter die grossen Städte unbewohnbar machen, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Videobotschaft.

«Die Russen nutzen das Wetter – die Kältewelle – und versuchen, so viele unserer Energieanlagen wie möglich zu treffen.» Zuletzt sei die Hauptstadt beschossen worden, davor Dnipro, Saporischschja und Krywyj Rih, erneut auch Odessa. «Die Haupttaktik Russlands besteht darin, Städte vollständig lahmzulegen.» Der Präsident forderte alle Stadtverwaltungen auf, vorbereitet zu sein und die Bevölkerung zu schützen.

Bürgermeister Klitschko empfiehlt Verlassen von Kiew

In der Drei-Millionen-Stadt Kiew waren nach einem Luftangriff in der Nacht auf Freitag zunächst 6000 Wohnblöcke und damit rund die Hälfte aller Wohnhäuser ohne Heizung. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von den schwersten Schäden an der Infrastruktur seit vier Jahren Krieg. Er riet den Einwohnerinnen und Einwohnern, die Stadt vorübergehend zu verlassen, falls sie anderswo einen wärmeren Ort mit Strom finden könnten. (DAP)

09.01.2026

Fr 17:32

Ukraine: Verteidigungsminister und Vize-Premier treten zurück

Der ukrainische Verteidigungsminister Denys Schmyhal und der stellvertretende Ministerpräsident sowie Digitalisierungsminister Mychajlo Fedorow haben am 9. Januar im Zuge einer laufenden Regierungsumbildung ihren Rücktritt beim ukrainischen Parlament eingereicht, wie Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk mitteilte. Darüber berichtet der «Kyiv Independent».

Fedorow soll Schmyhal als Verteidigungsminister ablösen. Schmyhal wiederum könnte das Amt des Energieministers übernehmen, das nach einem schweren Korruptionsskandal seit zwei Monaten vakant ist. Präsident Wolodimir Selenski schlug Schmyhal zudem für das Amt des Ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten vor.

Das ukrainische Parlament will in der kommenden Woche über die Rücktritte und Ernennungen abstimmen.

09.01.2026

Fr 17:29

Klitschko rät Bürgern von Kiew zum Verlassen der Stadt

Nach dem schweren russischen Luftangriff auf Kiew hat Bürgermeister Vitali Klitschko den Einwohnern zum zeitweiligen Verlassen der Dreimillionenstadt geraten. 6000 Wohnblocks, die Hälfte der Mehrfamilienhäuser der ukrainischen Hauptstadt, könnten derzeit nicht geheizt werden, schrieb Klitschko auf Telegram. «Die städtischen Dienste arbeiten im Notfallmodus.»

Der Angriff der vergangenen Nacht sei für die Infrastruktur von Kiew der bislang folgenschwerste des Krieges gewesen. Die Lage werde durch den strengen Winter verschärft. Wer anderswo Energie und Wärme finden könne, sollte die Hauptstadt vorübergehend verlassen, schrieb Klitschko.

AFP

500'000 Verbrauchsstellen ohne Strom

Dies war kein offizieller Aufruf zur Evakuierung, sondern als Ratschlag an die Kiewer gemeint, auf ihre ofengeheizten Datschen zu fahren oder sich bei Verwandten und Freunden in weniger betroffenen Orten einzuquartieren.

In der Hauptstadt und im Umland waren nach Angaben des Energieministeriums am Freitagmorgen etwa 500'000 Verbrauchsstellen ohne Strom. Nach Zählung der ukrainischen Luftwaffen hatte die russische Armee Kiew in der Nacht mit mehr als 200 Drohnen sowie Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern attackiert. Dabei wurden mindestens vier Menschen getötet. (DPA)

09.01.2026

Fr 07:23

Zum zweiten Mal: Russland setzt offenbar die neue Oreschnik-Rakete ein

Nach Angaben aus Moskau hat Russland bei dem Angriff auf die Westukraine die gefürchtete neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Das teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Es war der zweite Angriff mit einer Rakete dieses Typs auf die Ukraine.

Die Oreschnik-Rakete kann auch nukleare Sprengköpfe transportieren.
Die Oreschnik-Rakete kann auch nukleare Sprengköpfe transportieren.IMAGO/Anadolu Agency

Zuvor hatte der ukrainische Oberst Yurii Ihnat, Leiter der Kommunikationsabteilung des ukrainischen Luftwaffenkommandos, gemutmasst, dass Russland beim nächtlichen Angriff möglicherweise eine Oreschnik-Rakete eingesetzt habe. Der Bürgermeister von Lviv, Andrii Sadovyi, sagte laut der Ukrainska Pravda, dies sei bisher noch nicht bestätigt.

08.01.2026

Do 14:50

US-Senator: «Grünes Licht» für neue Russland-Sanktionen

Der einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham rechnet mit einem baldigen Beschluss eines neuen US-Sanktionspakets gegen Russland wegen des andauernden Ukraine-Kriegs. Präsident Donald Trump habe «grünes Licht» für den überparteilichen Gesetzesentwurf gegeben, schrieb Graham auf der Plattform X. Dieser ermögliche US-Sanktionen gegen Länder, die russisches Öl kauften und damit die «Kriegsmaschine» von Kremlchef Wladimir Putin finanzierten.

«Währenddem die Ukraine Zugeständnisse macht, gibt Putin leere Worte von sich»

Lindsey Graham

Die neuen Sanktionen kämen «genau zum richtigen Zeitpunkt, da die Ukraine Zugeständnisse für den Frieden macht, während Putin nur leere Worte von sich gibt und weiterhin unschuldige Menschen tötet», schrieb Graham weiter. Im Idealfall erwarte er bereits kommende Woche eine Zustimmung von Demokraten und Republikanern im US-Kongress.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte Trump mehrere Massnahmen gegen die russische Wirtschaft wegen des seit fast vier Jahren andauernden Krieges in der Ukraine verhängt. Unter anderem belegte das US-Finanzministerium die zwei grössten Öl-Firmen Russlands mit Strafmassnahmen. Zudem brummte Trump Indien wegen dessen Handelsbeziehungen mit Russland Strafzölle auf.

Seit Wochen verhandeln die USA sowohl mit Russland als auch mit der Ukraine und ihren europäischen Verbündeten über mögliche Konditionen für ein Ende des Krieges. (DPA)

08.01.2026

Do 12:16

Kreml: Ausländische Truppen in der Ukraine wären «legitime Ziele»

Russland hat eindringlich vor der Stationierung ausländischer Soldaten in der Ukraine gewarnt. In diesem Fall würden die ausländischen Truppen und ihre Ausrüstung als «legitime militärische Ziele» der russischen Armee betrachtet, erklärte die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag in Moskau. «Diese Warnungen wurden mehrfach auf höchster Ebene wiederholt und bleiben weiter gültig», fügte die Aussenamtssprecherin hinzu.

Die russische Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa hat erneut bekräftigt, dass Russland ausländische Truppen in der Ukraine angreifen würde.
Die russische Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa hat erneut bekräftigt, dass Russland ausländische Truppen in der Ukraine angreifen würde.Russian Ministry of Foreign Affairs

In ihrer Erklärung wurden die Ukraine und ihre europäischen Verbündeten als Kriegstreiber kritisiert. «Die neuen militaristischen Erklärungen der sogenannten Koalition der Willigen und des Regimes in Kiew begründen eine echte ‹Kriegsachse'», erklärte Sacharowa. Die Pläne dieser Länder seien «gefährlich» und «zerstörerisch». (AFP)

08.01.2026

Do 12:15

Hunderttausende in Ukraine von Stromversorgung abgeschnitten

Russische Angriffe haben in der Nacht zu massiven Stromausfällen im Süden der Ukraine geführt. Die Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja waren nach Angaben des ukrainischen Energieministeriums fast vollständig von der Stromversorgung getrennt. Noch etwa 800'000 Verbraucher waren demnach am Morgen im Gebiet Dnipropetrowsk weiterhin davon abgeschnitten. Reparaturarbeiten zur Versorgung mit Licht und Wärme dauerten den Angaben nach an. Der Bürgermeister der Stadt Dnipro, Borys Filatow, verlängerte die Schulferien aufgrund der Situation um zwei Tage.

Im Gebiet Saporischschja ist die Strom- und Heizungsversorgung nach Behördenangaben wiederhergestellt. Gouverneur Iwan Fedorow sprach vom ersten totalen Blackout in der gesamten Region seit Jahren.

Neben den russischen Angriffen macht auch das Wetter der Energieversorgung der Ukraine zu schaffen. Dadurch seien Siedlungen in den Gebieten Tschernihiw, Kiew, Iwano-Frankiwsk und Transkarpatien ganz oder teilweise ohne Strom, hiess es vom Energieministerium.

06.01.2026

Di 20:28

Sicherheitspläne laut Witkoff «weitgehend abgeschlossen»

Laut Trumps Sondergesandtem für die Ukraine, Steve Witkoff, ist die Planung für die künftige Sicherheit der Ukraine «weitgehend abgeschlossen». Zuvor hatte sich die US-Delegation, bestehend aus Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, in Paris mit diversen EU-Staatschefs getroffen, darunter Starmer, Merz und Macron.

06.01.2026

Di 20:20

USA stehen hinter Sicherheitsgarantien

Laut Aussagen von Macron und Jared Kushner stehen die USA hinter den Sicherheitsgarantien der Europäer. Macron spricht sogar von einem «Kurswechsel» der USA. Am Montag hatte Trump der Presse gesagt, dass er denkt, Putin habe über den Drohnenangriff gegen sein Anwesen gelogen.

06.01.2026

Di 19:48

Koalition der Willigen will Ukraine Sicherheit garantieren

Macron, Starmer und Selenski unterzeichnen Absichtserklärung für internationale Truppe nach Waffenstillstand. Macron erklärte, die Verbündeten hätten sich auf «robuste» Sicherheitsgarantien für die Ukraine geeinigt.

Am Dienstag fand ein Gipfel zur Ukraine statt.
Am Dienstag fand ein Gipfel zur Ukraine statt.IMAGO/Bestimage

«Wir sind bereit, uns zu einem System politisch und rechtlich verbindlicher Garantien zu verpflichten, das in Kraft tritt, sobald eine Waffenruhe in Kraft tritt», teilte EU-Ratspräsident António Costa nach den Beratungen der sogenannten «Koalition der Willigen» mit. Die EU werde zu den Bemühungen beitragen, die Sicherheitsgarantien zu gewährleisten, die die Ukraine für jede Vereinbarung für einen dauerhaften Frieden benötige.

Grossbritannien und Frankreich werden im Falle eines Friedensabkommens mit Russland Militärstützpunkte in der Ukraine errichten, sagt Sir Keir Starmer.

Nach den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu einer militärischen Beteiligung an der Überwachung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine bereit. «Dazu kann zum Beispiel gehören, dass wir nach einem Waffenstillstand Kräfte für die Ukraine auf benachbartem Nato-Gebiet einmelden», sagte Merz am Dienstag nach dem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen in Paris. Über Art und Umfang eines deutschen Beitrags würden Bundesregierung und Bundestag entscheiden, betonte Merz.

06.01.2026

Di 03:00

Ukrainischer Geheimdienstchef will zurücktreten

Der bisherige Leiter des ukrainischen Geheimdienstes SBU, Wassyl Maljuk, tritt von seinem Posten zurück. Das geht aus einem Post des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski hervor. Er habe mit Maljuk über mögliche Kandidaten zur Ernennung als neue SBU-Leitung gesprochen, schrieb Selenski in sozialen Medien. Maljuk bestätigte bei Telegram, dass er zurücktrete. Er gab an, im SBU-System zu bleiben, um «asymmetrische Spezialoperationen von Weltniveau» umzusetzen.

Es brauche mehr ukrainische «asymmetrische Operationen» gegen Russland und mehr starke Ergebnisse bei der Vernichtung des Feinds, führte Selenski aus, ohne Details zu nennen, um welche Art Operationen es sich genau handelt. Darin sei Maljuk am stärksten, und das werde er auch weiterhin im SBU tun. Maljuk war seit Februar 2023 offiziell SBU-Chef. Schon 2022 leitete er den Geheimdienst vorübergehend, nachdem Selenski den damaligen Geheimdienstchef Iwan Bakanow entlassen hatte.

Per Dekret ordnete Selenski an, dass Jewgenij Chmara als Interimschef die SBU-Leitung übernimmt. Kurz nach seinem Post über sein Treffen mit Maljuk schrieb Selenski von einer Reihe weiterer Gespräche mit Vertretern aus dem ukrainischen Sicherheitsapparat. Der erste dieser Posts betraf Chmara, den Leiter des Zentrums für Spezialoperationen «A» des ukrainischen Geheimdienstes. Dabei ging es demnach auch um Entwicklungsmöglichkeiten des SBU und Spezialoperationen, die derzeit vorbereitet würden.

Ebenfalls am Montag ernannte Selenski die frühere kanadische Vize-Premierministerin Chrystia Freeland zur Beraterin für Wirtschaftsentwicklung, wie er in sozialen Medien mitteilte. Die frühere Journalistin stammt aus einer Familie ukrainischer Emigranten in Kanada.

Der ukrainische Präsident stellt derzeit den Sicherheits- und Verteidigungsapparat seines Landes personell teils neu auf. So ernannte er den bisherigen Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow zum Chef seines Präsidentenamtes und kündigte einen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums an. Der Vizeregierungschef und Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, soll das Amt von Denys Schmyhal übernehmen, hatte Selenski gesagt. Schmyhal wiederum soll Energieminister werden. Das Parlament muss die Personalien bestätigen. (DPA)

05.01.2026

Mo 09:23

Trump: «Angriff auf Putin-Residenz ist nicht passiert»

US-Präsident Donald Trump geht nicht von einem Angriff der Ukraine auf die Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin aus. «Ich glaube nicht, dass dieser Angriff passiert ist. Es ist etwa in der Nähe passiert, aber das hatte nichts damit zu tun», sagte der Republikaner an Bord der Air Force One auf eine Nachfrage von Journalisten. Vor einer Woche hatte Trump nach einem Gespräch mit Putin den angeblich geplanten Angriff noch kritisiert.

Seit dem 29. Dezember behauptet Russland, dass die Ukraine versucht habe, die Waldai-Residenz Putins mit Kampfdrohnen anzugreifen. Kiew hatte das vehement bestritten. Putin hatte auch Trump über den angeblich geplanten Angriff informiert, der danach etwa sagte: «Das ist nicht gut.»

Der US-Geheimdienst CIA kam zum Schluss, dass die Ukraine weder Putin ins Visier genommen noch eine seiner Residenzen angegriffen hat, wie Medien wenige Tage später berichteten. Damit widersprach der Auslandsgeheimdienst den schweren Vorwürfen aus Moskau.

03.01.2026

Sa 01:58

Selenski tauscht erneut Verteidigungsminister aus

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat einen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums angekündigt. Er habe den bisherigen Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, als neuen Verteidigungsminister nominiert, teilte Selenski am Freitag in seiner abendlichen Videobotschaft mit. Fedorow soll auf Denys Schmyhal folgen, der das Amt erst im Sommer von Rustem Umjerow übernommen hatte.

Vom digitalen Minister zum Verteidigungschef

Selenski dankte Schmyhal und erklärte, dieser werde auf eine andere Position in der Regierung rücken. Dem 34-jährigen Fedorow wird zugutegehalten, die Einführung der Drohnentechnologie in der ukrainischen Armee massgeblich vorangetrieben und in seiner aktuellen Funktion mehrere erfolgreiche E-Government-Plattformen auf den Weg gebracht zu haben.

Seiner Nominierung als Verteidigungsminister muss das ukrainische Parlament noch zustimmen. (DPA)

01.01.2026

Do 03:38

CIA: Putins Residenz wurde nicht angegriffen

Der US-Geheimdienst CIA ist Medienberichten zufolge zu dem Schluss gekommen, dass einer der jüngsten Drohnenangriffe der Ukraine nicht den russischen Präsidenten Wladimir Putin oder dessen Residenz zum Ziel hatte. Das berichteten das «Wall Street Journal» sowie die Sender PBS und CNN unter Berufung auf namentlich nicht genannte Vertreter der US-Regierung.

Damit widerspricht der US-Auslandsgeheimdienst schweren Vorwürfen aus Moskau vom Montag.

Zunächst hatte auch Präsident Donald Trump nach einem Gespräch mit Putin die Ukraine wegen des angeblichen Angriffs kritisiert. Später aber teilte er dann einen russlandkritischen Artikel auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social, das auf eine Meinungsänderung hindeutet.

Trump wurde informiert

Das «Wall Street Journal» berichtete unter Berufung auf US-Beamte, der umstrittene ukrainische Drohnenangriff habe einem militärischen Ziel in derselben Region wie Putins Residenz gegolten – allerdings nicht in der Nähe des Anwesens. Dies werde auch von einer Analyse der CIA belegt, hiess es.

Die Sender PBS und CNN berichteten, Trump sei am Mittwoch von CIA-Chef John Ratcliffe über die Erkenntnisse des Geheimdienstes unterrichtet worden. (DPA)

01.01.2026

Do 01:44

Trump teilt russlandkritischen Artikel

Inmitten der Verhandlungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs hat US-Präsident Donald Trump überraschend einen sehr russlandkritischen Artikel auf seiner Plattform Truth Social geteilt. Das Boulevardblatt «New York Post» stellt in dem Stück Kremlchef Wladimir Putin als eigentliche Hürde auf dem Weg zum Frieden dar und geht hart mit ihm ins Gericht.

Unter anderem heisst es dort, jeder Angriff auf Putin sei «mehr als gerechtfertigt». «Wir brauchen seine Krokodilstränen nicht, stattdessen sollte der Druck erhöht werden». Es wird dafür plädiert, dass Russland keine weiteren Zugeständnisse gemacht werden sollten, sondern ein härteres Vorgehen nötig sei. Kyjiw habe seinen Teil beigetragen – nun liege es an Putin, zu handeln. (DPA)

31.12.2025

Mi 03:15

Russland nimmt erneut ukrainische Region Odessa ins Visier

Die russische Armee hat nach ukrainischen Angaben die Region Odessa am Schwarzen Meer mit zahlreichen Drohnen angegriffen. Es seien in der Hafenstadt Odessa zwei mehrstöckige Wohngebäude und die Infrastruktur getroffen und beschädigt worden; vier Menschen, unter ihnen drei Kinder im Alter von sieben Monaten, acht und 14 Jahren, seien verletzt worden, schrieb der Chef der Militärverwaltung der Stadt Odessa, Serhi Lyssak, laut ukrainischen Medien auf Telegram. In einem Hochhaus sei ein Brand ausgebrochen.

Der regionale Militärverwalter Oleh Kiper berichtete auf Telegram ebenfalls, die Region Odessa werde massiv mit Drohnen angegriffen. Ziel sei erneut die zivile Energie- und Stromversorgung. In einer Ortschaft der Region seien Lagerhäuser eines Logistikunternehmens in Brand geraten. Informationen über Opfer würden noch geprüft. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Die russische Armee beschiesst seit Wochen Odessa und das Umland mit Raketen und Drohnen und zielt dabei auf Energieanlagen, Industrie und die Häfen. Die Bewohner von Odessa haben noch mehr unter stundenlangen Stromausfällen und -abschaltungen zu leiden als andere Regionen der Ukraine. Erst vor wenigen Tagen war bei einem Angriff auf zwei Objekte der Stromversorgung ein beträchtlicher Schaden entstanden.

Bericht: Ukraine greift Ölraffinerie an

Die Ukraine griff derweil Medienberichten zufolge Öl-Anlagen in Russland an. In der südrussischen Region Krasnodar sei in der Ölraffinerie im Hafen Tuapse am Schwarzen Meer ein Brand ausgebrochen, berichtete das Portal «Kyiv Independent». Über das Ausmass der Schäden gab es keine Informationen. Auch dieser Bericht konnte zunächst nicht unabhängig geprüft werden.

Am Schwarzen Meer zählt Tuapse zu den wichtigsten Häfen für den russischen Ölexport. Die ukrainischen Streitkräfte greifen seit Monaten die zur Finanzierung des Krieges wichtige Ölindustrie Russlands an.

Kremlchef Wladimir Putin hat vor fast vier Jahren die Invasion der Ukraine befohlen. Seither überzieht Russland das Nachbarland mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Vor allem die Zivilbevölkerung der Ukraine gerät immer wieder ins Visier russischer Angriffe. (DPA)

31.12.2025

Mi 01:05

Grosser Stromausfall im Gebiet Moskau nach Drohnenangriff

Im Umland der russischen Hauptstadt Moskau ist nach einem Feuer in einem Umspannwerk die Stromversorgung für mehr als 100'000 Menschen ausgefallen. Einer Mitteilung der Stadtverwaltung von Ramenskoje zufolge ist die Ursache ein Kabelbrand. Allerdings wurde gleichzeitig in der Region ein grösserer ukrainischer Drohnenangriff gemeldet. Betroffen von dem Stromausfall sind auch Bewohner der Städte Schukowski und Lytkarino. Die Stadtverwaltung versprach die schnelle Behebung der Schäden.

Das russische Militär meldete am Abend den Abschuss von mehr als 100 ukrainischen Drohnen innerhalb von vier Stunden. Der Grossteil davon sei in der westrussischen Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine abgefangen worden, aber acht Drohnen auch über dem Moskauer Umland. Drei davon seien Richtung Hauptstadt unterwegs gewesen, teilte das Militär mit. Später berichtete Moskaus Bürgermeister Sergei Sobjanin von weiteren abgefangenen unbemannten Flugapparaten. Wegen der Drohnenangriffe mussten auch die Moskauer Flughäfen zeitweise den Betrieb einstellen. (DPA)

30.12.2025

Di 18:06

Selenski kündigt neues Treffen mit Trump in Paris an

In den Bemühungen um eine Beendigung des russischen Kriegs in der Ukraine soll es nach Angaben aus Kiew Anfang Januar einen weiteren Gipfel geben. Geplant sei zunächst ein Treffen der nationalen Sicherheitsberater aus der «Koalition der Willigen» am 3. Januar in der Ukraine, schrieb der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski bei Telegram. Kurz darauf, am 6. Januar, sei dann ein weiteres Treffen auf der Ebene der Staatschefs geplant.

Trump und Selenski beim Treffen in Florida, Ende Dezember.
Trump und Selenski beim Treffen in Florida, Ende Dezember.AFP

«Wir sind dem Team von Präsident Trump für die Bereitschaft dankbar, an beiden Formaten teilzunehmen», fügte er mit Blick auf US-Präsident Donald Trump hinzu. Als «Koalition der Willigen» verstehen sich westliche Länder, die der Ukraine helfen.

Erst am Wochenende hatte Trump Selenski in Florida zu Gesprächen über ein Kriegsende empfangen. Obwohl sich beide Seiten anschliessend optimistisch zum Fortgang der Verhandlungen gaben, wurden keine konkreten Fortschritte bekannt. (DPA)

30.12.2025

Di 09:53

Dmitri Medwedew droht Wolodimir Selenski mit Tod

Russlands Ex-Staatschef Dmitri Medwedew hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski in einem mit Beleidigungen gespickten Text auf Telegram mit dem Tod gedroht. Selenski habe in seiner Weihnachtsansprache «einem Menschen» – mutmasslich Kremlchef Wladimir Putin – den Tod gewünscht, schrieb Medwedew auf Russisch in dem Post.

«Allen ist klar, dass er den Tod nicht nur ‹eines Menschen› wünscht, sondern unser aller und unseres Landes. Und er wünscht es nicht nur, er hat auch massive Angriffe befohlen», behauptete der jetzige Vizechef des russischen Sicherheitsrates. «Ich werde hier nicht über seinen gewaltsamen Tod schreiben, obwohl gerade jetzt der Sensenmann dem Schuft oft im Nacken sitzt.»

Medwedew ist als Scharfmacher bekannt, allerdings sind die jüngsten Äusserungen auch für seine Massstäbe eine grobe Entgleisung.
Medwedew ist als Scharfmacher bekannt, allerdings sind die jüngsten Äusserungen auch für seine Massstäbe eine grobe Entgleisung.IMAGO/ZUMA Press

Medwedew fügte hinzu, nach Selenskis baldigem Tod sollte dessen konservierter Leichnam «zu wissenschaftlichen Zwecken» in der Kunstkammer in St. Petersburg gezeigt werden. In diesem Raritätenkabinett hatte Zar Peter I. im 18. Jahrhundert naturwissenschaftliche Objekte sammeln lassen, darunter viele Missbildungen. Medwedew ist als Scharfmacher bekannt, allerdings ist diese Passage auch für seine Massstäbe eine grobe Entgleisung.

Selenski hatte in seiner Ansprache zu Heiligabend gesagt, wenn jeder Ukrainer für sich einen Wunsch habe, wäre das wohl, «dass er stirbt». Er nannte keinen Namen, doch im Kontext lässt sich dies nur auf Putin beziehen. Selenski fuhr fort: «Aber wenn wir uns an Gott wenden, bitten wir natürlich um mehr. Wir bitten um Frieden für die Ukraine.»

Der russische Aussenminister Sergei Lawrow warf der Ukraine am Montag einen versuchten Drohnenangriff auf eine Residenz Putins vor, was Kiew bestreitet. US-Präsident Donald Trump bestätigte, dass er von Putin über einen solchen Angriff informiert worden sei. Er kritisierte die Ukrainer: «Das ist nicht gut.» Kiew wies die Vorwürfe zurück.

In dem seit fast vier Jahren dauernden russischen Angriffskrieg haben beide Seiten Luftangriffe auf das gegnerische Staatsoberhaupt bislang vermieden. Russische Spezialkräfte machten in den ersten Kriegstagen 2022 Jagd auf Selenski. Danach sind nach Angaben ukrainischer Sicherheitsdienste zahlreiche russische Attentatspläne vereitelt worden. (DPA)

29.12.2025

Mo 17:08

Trump hat «positives» Telefonat mit Putin

«Präsident Trump hatte ein positives Telefongespräch mit Präsident Putin bezüglich der Ukraine», schrieb die Sprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, auf Twitter.

Der Post kam kurz nachdem der russische Aussenminister Lawrow der Ukraine vorgeworfen hatte, Putins Residenz angegriffen zu haben. Dabei betonte er, Russland würde als Reaktion seine Verhandlungsposition überdenken. Selenski hat den Angriff dementiert.

29.12.2025

Mo 16:29

Ukraine soll Putins Residenz angegrifen haben

In der Nacht zum 29. Dezember versuchte die Ukraine, einen Angriff auf die russische Präsidentenresidenz in der Region Nowgorod durchzuführen, teilte der russische Aussenminister Sergei Lawrow am Montag mit.

Lawrow sagte am Montag, dass Russland seine Verhandlungsposition überdenken werde. Dies sei eine Reaktion auf einen angeblichen Angriff der Ukraine auf Putins Residenz.
Lawrow sagte am Montag, dass Russland seine Verhandlungsposition überdenken werde. Dies sei eine Reaktion auf einen angeblichen Angriff der Ukraine auf Putins Residenz.IMAGO/ZUMA Press

Lawrow sagte, dass «Russlands Verhandlungsposition überarbeitet wird», behauptete jedoch, dass Russland nicht beabsichtige, sich aus den Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über die Ukraine zurückzuziehen.

Selenski bezeichnete die Anschuldigung als Lüge. Sie sei ein Versuch, die Fortschritte der USA und der Ukraine beim Friedensabkommen zu untergraben. Er fügte hinzu, Moskau bereite damit auch den Boden für einen Angriff auf Regierungsgebäude in Kiew vor.

Lawrow erklärte ausserdem, dass der Angriff nicht unbeantwortet bleiben würde und dass die Ziele für Vergeltungsschläge sowie der Zeitpunkt ihrer Durchführung durch die russischen Streitkräfte bereits festgelegt worden seien.

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