Indien Zugunglück: «Helft mir meinen Sohn zu finden»

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Zugunglück in Indien«Helft mir, meinen Sohn zu finden, wenigstens seinen toten Körper»

Verzweifelt suchen Angehörige nach dem verheerenden Zugunglück in Indien nach ihren Liebsten. 

Nach dem schweren Zugunglück in Baleswar im indischen Bundesstaat Odisha geht die Suche nach Überlebenden am Samstag weiter.20min/jd

Darum gehts

  • In Indien kam es zu einem schweren Zugunglück.
  • Es gab Hunderte Verletzte und Tote.
  • Menschen suchen nach ihren Angehörigen.

Rabindra Shau machte sich umgehend auf zur Unglücksstelle, nachdem er von der verheerenden Katastrophe in Indien gehört hatte. Der Sohn des 53-Jährigen war einer der Passagiere des Unglückszugs Coromandel Express. «Bitte helft mir, meinen Sohn zu finden, wenigstens seinen toten Körper», rief er verzweifelt, wie «The Guardian» berichtet. An dem Unfall vom Freitag seien zwei Personenzüge und ein Güterzug beteiligt gewesen, berichtete beispielsweise der örtliche Fernsehsender NDTV. 

Auch Sheikh Zakir Hussain versuchte zu erfahren, was mit seinem älteren Bruder, dessen Sohn und drei seiner Nachbarn geschehen war, die alle auf dem Weg nach Chennai waren. «Als ich vom Unglück hörte, versuchte ich, meinen Bruder und meinen Neffen zu erreichen, aber ihre Telefone waren ausgeschaltet», sagt er. Bislang wisse er nicht, was mit seinen Angehörigen und Bekannten passiert sei. «Am Unglücksort sah ich viele tote Menschen und Hunderte leblose Gesichter – aber sie waren nicht darunter.»

Überlebende berichten von schrecklichen Szenen

«Asian News International» konnte mit einem Überlebenden sprechen. «Ich habe noch nie so etwas Schreckliches gesehen», schildert er die grausamen Szenen. «Mein Sohn kam beim Zusammenstoss ums Leben. Er war 26 Jahre alt und hatte zwei Kinder», trauert eine Mutter. Ein weiterer Überlebender meinte gegenüber einem indischen Fernsehsender, dass er zunächst einen furchtbaren Krach gehört habe und dass danach Personen aus den oberen Abteilen gestürzt seien. «Als ich dann aus dem Zug sprang waren überall Personen, die um Hilfe schrien. Überall lagen Verletzte herum. Ich will das alles schnell vergessen.»

Und Anubhav Das sagte der Nachrichtenagentur AFP: «Ich sah überall blutende und zerfetzte Körper. Verzweifelt versuchte ein verletzter Mann, seinem Vater zu helfen, dessen Arm abgetrennt wurde.»  

Mehr als 280 Personen kamen ums Leben.
Mehr als 280 Personen kamen ums Leben.AFP

Nach dem schweren Zugunglück haben Rettungskräfte am Samstag keine weiteren Überlebenden gefunden. Bis 22 Uhr am Freitagabend seien noch Verletzte geborgen worden, sagte der Direktor der Feuerwehr- und Notfallabteilung von Odisha, Sudhanshu Sarangi, der Nachrichtenagentur AP. Danach seien nur noch Leichen in den Trümmern gefunden worden. Das Unglück, bei dem zwei Passagierzüge südwestlich von Kalkutta entgleisten, kostete mehr als 280 Menschen das Leben. Hunderte weitere wurden verletzt.  

Premier kündigt Konsequenzen an

Nach dem schweren Zugunglück hat Premierminister Narendra Modi Konsequenzen angekündet. «Die Verantwortlichen werden schwer bestraft», sagte er laut örtlichen Medien wie der «Hindustan Times» am Samstag bei einem Besuch der Unglücksstelle und von Verletzten in einem Spital. Es seien demnach Instruktionen gegeben worden, bei der Untersuchung «jeden Blickwinkel» zu beachten. Modi sagte auch, dass die Regierung alles für die Behandlung der Verletzten tun würde. (dpa) 

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