Archäologen überraschtSensationelle Funde im Luzerner Seebecken
Archäologen schreiben die Geschichte der Stadt Luzern neu. So haben sie bei Grabungen im Luzerner Seebecken herausgefunden, dass es die Stadt gar nicht erst seit 3000 Jahren gibt.
Darum gehts
- Die Geschichte der Stadt Luzern begann vor 5400 Jahren.
- Damit ist die Stadt 2400 Jahre älter als bisher angenommen.
- Dies haben Forschungen von Kantonsarchäologen ergeben.
Die Geschichte der Stadt Luzern wird neu geschrieben, nachdem archäologische Entdeckungen im Luzerner Seebecken enthüllt haben, dass die Wurzeln der Stadt viel tiefer reichen als bisher angenommen. So teilt die Stadt am Mittwochmorgen mit, dass sie wohl 2400 Jahre älter ist, als bisher angenommen.
Grund für die Entdeckung sind die Vorbereitungen für den Bau des Durchgangsbahnhofs Luzern. Im Jahr 2020 waren bereits die ersten Hinweise auf eine bronzezeitliche Pfahlbausiedlung aus der Zeit um 1000 v. Chr. im Seebecken aufgetaucht. Die jüngsten Ausgrabungen im Herbst 2021 haben die Geschichte von Luzern nun noch weiter in die Vergangenheit verlagert. Die neuesten Erkenntnisse zeigen, dass bereits im Jahr 3400 v. Chr. Menschen im Gebiet der heutigen Stadt siedelten.
Keramikfragmente gefunden
In einer Tiefe von 1,5 Meter unter dem Seegrund wurde eine dunkle Schicht mit hohem organischem Anteil und Holzkohle gefunden, die auf das Jahr 3400 v. Chr. datiert werden konnte. Dieser Fund wurde durch Kernbohrungen bestätigt, bei denen Keramikfragmente und verbrannte Getreidekörner aus dieser Zeit geborgen wurden. Zusätzlich bestätigte ein spezielles Sonargerät die Existenz von Pfahlstellungen und Feuersteinwerkzeugen, die auf jungsteinzeitliche Siedlungen hinweisen.
Bau des geplanten Durchgangsbahnhofs betroffen
Diese Entdeckungen warfen auch Licht auf die Geschichte des Luzerner Sees selbst. Sie belegen, dass der Seewasserspiegel in früheren Jahrtausenden deutlich niedriger lag als heute und der See erst seit dem Mittelalter seine heutige Form annahm.
Nun haben aber diese Erkenntnisse Auswirkungen auf den geplanten Durchgangsbahnhof Luzern, insbesondere auf den Seetunnel. Archäologische Rettungsgrabungen sind nun notwendig, um die wertvollen historischen Überreste zu dokumentieren, bevor der Bau beginnen kann. Diese Grabungen sind bereits in den Zeitplan des Bauprojekts integriert und werden voraussichtlich keine Verzögerungen verursachen, wie die Stadt Luzern in der Medienmitteilung beteuert.
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