Credit Suisse: 50 Milliarden wurden nicht «vergessen»

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Credit Suisse«CH Media liegt falsch» – 50 Milliarden wurden nicht «vergessen»

Der Übernahme-Deal zwischen Credit Suisse und UBS soll statt 209 plötzlich 259 Milliarden kosten, schreibt CH Media. Doch das stimmt so nicht – ein Bankenprofessor klärt auf.

Darum gehts

  • Die Zeitungen der CH Media schrieben am Samstag, dass der Deal zwischen Credit Suisse und UBS  50 Milliarden teurer ausfallen würde.
  • Die Behauptung stimmt so aber nicht, wie Bankenprofessor Hans Geiger erklärt.

Wie die Zeitungen der CH Media am Samstag schrieben, soll die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS 50 Milliarden teurer ausfallen als geplant. Das stimmt so jedoch nicht, wie 20 Minuten erfahren hat.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) nimmt zu Details rund um den CS-Rettungsschirm formell keine Stellung. Bei der Summe handelt es sich aber um die 50 Milliarden Franken, die die Credit Suisse am 16. März im Rahmen einer Covered Loan Facility bei der SNB beantragt hat. Hans Geiger, emeritierter Bankenprofessor der Universität Zürich, bestätigt dies gegenüber 20 Minuten.

Herr Geiger, wurden diese 50 Milliarden wirklich «vergessen»?

Nein, die 50 Milliarden sind nicht Teil des CS-UBS-Deals – die Zeitungen der CH Media liegen mit dieser Behauptung falsch. Der Betrag war eine ganz normale Liquiditätshilfe, die in der Branche üblich ist – die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist genau dafür da.

Ist diese Liquiditätshilfe abgesichert?

Die SNB ist sicherlich kein Risiko eingegangen, sondern hat von der Credit Suisse eine Sicherheit in Form von Hypotheken und Wertschriften im mindestens gleich hohen Wert bekommen.

Glauben Sie, dass das Geld bereits geflossen ist?

Das weiss ich nicht. Ende Woche hiess es jedoch seitens CS, dass jeden Tag rund zehn Milliarden abgeflossen sind – somit ist schon denkbar, dass ein Teil des Kredits bereits beansprucht wurde. 

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Christina Pirskanen (pir) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Sie ist seit Januar 2024 Redaktorin in den Ressorts Politik sowie News und Gesellschaft.

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