Italien: Corona-Abstrich wird bei todkrankem Kind erzwungen

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Versuchter MordEltern verweigern Covid-Abstrich bei Sohn (4) – Bub schwebt in Lebensgefahr

Ein Bub aus Italien ist schwer erkrankt, er muss in ein anderes Spital verlegt werden. Routinemässig wird ein Covid-Abstrich verlangt – doch die Eltern weigerten sich. 

Darum gehts 

  • Ein vierjähriger Bub aus Mailand erkrankt an einem aggressiven Tumor. 
  • Er soll in eine Spezialklinik verlegt werden. Hierfür ist ein Corona-Test obligatorisch. 
  • Die Eltern weigern sich, das Einverständnis für den Abstrich zu geben – dabei tickt die Uhr.

Ob man sich gegen Corona impfen lässt, ist und bleibt eine Frage der Freiwilligkeit – ob man sich allerdings auf das Virus testen lässt, ist in bestimmten Kontexten verpflichtend. So beispielsweise bei der stationären Aufnahme in bestimmten Kliniken. Der Abstrich selbst ist zwar unangenehm, aber nicht gesundheitsschädlich. Dennoch weigerte sich ein Paar aus Mailand, bei seinem vierjährigen Sohn den Test durchführen zu lassen – und das, obwohl es bei dem Kind um Leben und Tod ging. Das berichtete der «Corriere della Sera».

Das Kind litt an einem gefährlichen Tumor und müsste in eine Spezialklinik verlegt werden – nur dort kann ihm geholfen werden. Da auf der Station viele immungeschwächte Kinder liegen, ist ein Covid-Abstrich Pflicht. Aber die Eltern wollten nicht, dass der «Eingriff», der wenige Sekunden dauert, bei ihrem Sohn vorgenommen wird. Die Uhr tickte indes weiter, jede Minute zählte, um das Leben des Kindes zu retten. 

Staatsanwaltschaft erzwingt Abstrich

Weil das Leben des Buben gefährdet ist, schalteten die Ärzte die Staatsanwaltschaft ein. Doch da stellte sich schon das nächste Problem ein: Es gibt kein Gesetz, das die Zwangsentnahme biologischer Proben bei Kindern anordnet, das geht nur für andere ärztliche Untersuchungen.

Deswegen musste sich der ermittelnde Staatsanwalt Nicola Rossato eine juristische Trickserei erlauben: Er wandte den Paragrafen 359 der italienischen Strafprozessordnung an, bei der die Entnahme biologischer Proben erzwungen werden kann, wenn sonst der Ermittlungserfolg gefährdet wäre. 

Zwar gab es im Vorfeld keine Ermittlungen, die werden aber dann pro forma gegen die Eltern eingeleitet – wegen versuchten Mordes. Das Dekret wurde als dringlich behandelt, der Bub kann abgestrichen und dann hoffentlich erfolgreich behandelt werden. 

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?
Hier findest du Hilfe:
BAG-Infoline Coronavirus, Tel.  058 463 00 00
BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92
Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona
Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen
Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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Letizia Vecchio (eve) arbeitete seit 2023 bei 20 Minuten, sowohl am Newsdesk als auch als Reporterin im Team News und Gesellschaft.

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