Langstrasse: Fahrverbot sorgt für Stau und Ärger

Aktualisiert

Zürich«Das ist ein Witz» – Langstrassen-Fahrverbot sorgt für riesigen Stau

Seit Mittwoch ist ein kleines Teilstück der Langstrasse für den Auto- und Motorradverkehr tagsüber gesperrt. Zwei Tage später zeigt sich, dass es zu grossen Staus kommt.

Ein Anwohner ärgert sich über das neue Verkehrsregime auf der Langstrasse.20min/Tiktok

Darum gehts

  • Ein kleines Teilstück der Langstrasse ist seit Mittwoch tagsüber für den Auto- und Motorradverkehr gesperrt.
  • Ein Anwohner filmt, wie es am Freitag zu einem riesigen Stau kommt.
  • Dass ausgerechnet in der Nacht, «wenn die Autoposer aus der ganzen Schweiz durch die Langstrasse fahren», das Teilstück in beide Richtungen befahren werden könne, sorgt bei ihm für Unverständnis. 

Seit Mittwoch gilt auf der Langstrasse zwischen der Brauerstrasse und der Dienerstrasse tagsüber ein Fahrverbot für den Auto- und Motorradverkehr. Dieser wird zwischen 5.30 Uhr und 22 Uhr auf die Achse Ankerstrasse und Kanonengasse umgeleitet.  

In der Nacht dürfen alle Verkehrsteilnehmenden die Langstrasse in beide Richtungen befahren. Das Tag-Fahrverbot gilt nur für einen kurzen Abschnitt, damit Anlieferungen sowie die Zufahrt für die Anwohnenden weiterhin möglich bleiben, so die Stadt Zürich.

Fahrzeuge stauen sich

Obwohl das Projekt «Autoarme Langstrasse» heisst, stauen sich am Freitag die Fahrzeuge auf der Langstrasse. Ein Anwohner filmt die Szene und teilt auf Tiktok mit, was er vom neuen Verkehrsregime der Stadt hält: «Das ist jetzt eben die Verkehrsberuhigung, die sie gemacht haben», sagt er. «Fantastisch», so der Mann  in einem ironischen Unterton. Es habe einen Riesenstau, weil nun alle rechts abfahren müssen – «und das nur wegen dieses kleinen Stückes Strasse». Auch nach einer Minute stehen noch immer die gleichen Fahrzeuge an der Abzweigung in die Brauerstrasse. «Es ist ein absoluter Witz», so das vernichtende Urteil des Mannes. Die Situation sei chaotisch.

Der Anwohner verweist darauf, dass das Fahrverbot für Busse und Taxis nicht gelte. «Die Restaurants können darum trotzdem nicht hinausstuhlen», sagt er. Dass dann ausgerechnet in der Nacht, «wenn die Autoposer aus der ganzen Schweiz durch die Langstrasse fahren», das Teilstück in beide Richtungen befahren werden könne, sorgt bei ihm für weiteres Unverständnis. 

Stadt büsst Autofahrer noch nicht

Die Stadt teilt gegenüber ZüriToday mit, dass sie mit Stau gerechnet habe: «Dass es bei einer solchen fundamentalen Umstellung in den ersten Wochen oder gar Monaten zu Situationen mit mehr Autos kommt, haben wir erwartet», sagt Jessica Van Wezemael, Mediensprecherin beim Tiefbau- und Entsorgungsdepartement.

Wenn sich Verkehrsregeln ändern würden, müssten die Verkehrsteilnehmer sich zunächst an die neuen Gegebenheiten gewöhnen. In diesem Fall führe die neue Strecke entweder über die Ankerstrasse und die Kanonengasse oder über die Schöneggstrasse und die Feldstrasse. Das Tiefbaudepartement empfiehlt Personen, die nicht auf ein eigenes Auto angewiesen sind, die Nutzung des Busses oder des Velos. Aufgrund des neuen Fahrverbots sei bisher noch niemand mit einer Busse belegt worden. Van Wezemael erklärt, dass solange Verkehrsdienste vor Ort sind, noch keine Strafen verhängt würden. 

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Jonas Bucher ist Blattmacher stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.

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