Autoversicherung: Prämien steigen in der Schweiz massiv

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Bis 12 Prozent teurerJetzt schlägt der Prämien-Hammer auch bei Autoversicherungen zu

Weil die Margen im Zusammenhang mit Autoversicherungen sinken, erhöhen Versicherer die Prämien teils massiv. Laut einem Analysten ist dieser Schritt aussergewöhnlich. 

Darum gehts

  • Die Prämien für die Autoversicherung steigen in der Schweiz um bis zu zehn Prozent. 
  • Grund dafür sind gestiegene Kosten für Ersatzteile und vermehrte Unwetterschäden. 
  • Autoversicherungen machen rund 40 Prozent des Volumens bei Schadenversicherungen aus. 

Zahlreiche Autofahrerinnen und Autofahrer dürften in den nächsten Tagen dicke Post von ihrem Versicherer erhalten. Personen vom Fach rechnen damit, dass die Beträge um rund fünf bis zehn Prozent steigen – in Extremfällen sogar bis zu zwölf Prozent. Simon Fössmeier, Analyst bei der Bank Vontobel, zeigt sich gegenüber der Zeitung «Finanz und Wirtschaft» überrascht. Es sei aussergewöhnlich, dass die Prämien in der Autoversicherung überhaupt erhöht würden. Im Schnitt gebe es jeweils nur geringfügige Erhöhungen bis maximal zwei Prozent. 

Das sind die Gründe

Ein Grund für den überraschenden Anstieg seien die gestiegenen Preise für Ersatzteile. Laut dem Versicherungsspezialisten Philipp Kaupke werden viele davon aus dem Ausland importiert. Dort sei die Inflation noch höher als in der Schweiz. Ein Kostenausgleich durch weniger Rabatte oder Leistungskürzungen reiche nicht aus, so Kaupke. «Die Marge von Autoversicherungen ist in den letzten Jahren rapide gesunken. Versicherer kommen nicht darum herum, die Prämien deutlich nach oben anzupassen.» 

Einen zweiten Grund erwähnt René Harlacher, Leiter Underwriting von Zurich Schweiz. Zu «Finanz und Wirtschaft» sagt er, dass Unwetterschäden bei Fahrzeugen zunehmen. 

Das sind die Folgen

Bei einer Prämienerhöhung haben Kundinnen und Kunden das Recht, ihren Versicherer zu wechseln. Der Konkurrenzkampf unter den Anbietern ist laut Philipp Kaupke unter anderem aufgrund von Vergleichsportalen wie Comparis härter geworden. «Unternehmen bearbeiten den Markt aktiv und kämpfen um Marktanteile.» Fössmeier hingegen erwartet keine grossen Verschiebungen im Markt. «Im Grunde bleiben Schweizer Kundinnen und Kunden recht treu, auch wenn es jetzt zu happigen Preiserhöhungen kommt.»

Autoversicherungen sind für Versicherer entscheidend

Simon Fössmeier, Analyst bei der Bank Vontobel, sagt gegenüber «Finanz und Wirtschaft», dass die Autoversicherung für die Versicherer ein wichtiges Geschäftsfeld sei. «Bei den meisten Unternehmen beträgt der Anteil der Autoversicherung ungefähr 40 Prozent des Volumens in der Schadenversicherung.»
Am Beispiel von Helvetia: Die Versicherung nahm im Jahr 2022 Bruttoprämien von ungefähr 1,8 Milliarden Franken ein. Dies im Bereich der Schadenversicherung innerhalb der Schweiz. Rund 750 Millionen Franken davon waren Bruttoprämien in der Motorfahrzeugversicherung.  

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Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.

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